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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Elbtal-Gruppe
ID: 2008093
Hierarischer Rang: Gruppe
Erstbeschreibung: Geinitz 1871–1875
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Unterconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Turonium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Cenomanium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Elbthalgebirge (Geinitz 1871–1875), Sächsische Kreide (Petrascheck 1899), pars Elbtalkreide (Andert 1927), pars Zittauer Kreide, pars sudetische Kreide (Andert 1928), Elbtal-Gruppe (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Die Elbtal-Gruppe repräsentiert die überwiegend klastische Füllung eines syntektonischen Beckens. Konglomerate des aktiven Beckenrandes gehen in Quarzsandsteine über, die sich beckenwärts mit Peliten (kalkige Siltsteine, Mergel- und Tonsteine) verzahnen. Kalksteine treten als Schillkalke in den transgressiven Basissedimenten und als pelagische Calcisphären-Coccolithengesteine auf.
Untergeordnete Einheit: Niederschöna-Formation, Meißen-Formation, Mobschatz-Formation, Oberhäslich-Formation, Dölzschen-Formation, Briesnitz-Formation, Schmilka-Formation, Räcknitz-Formation, Postelwitz-Formation, Oybin-Formation, Lückendorf-Formation, Strehlen-Formation, Schrammstein-Formation, Waltersdorf-Formation
Liegendgrenze: Sedimente der Ebtal-Gruppe lagern diskordant auf dem Grundgebirge des Saxothuringikums (präkambrische Granodiorite, variszisch geprägte Metamorphite des Erzgebirges und der Elbezone, Meissener Pluton, Markersbacher Granit, permokarbone Vulkanite und Sedimente). Lokal wurde in Bohrungen, z.B. bei Oberau, Niederschöna, Graupa und Rathewalde bis Hohnstein, eine Auflagerung auf gering mächtige, rot gefärbte triassische oder permische Sedimente nachgewiesen. Bei Hohnstein und entlang der Lausitzer Überschiebung Auflager auf oberjurassische Sedimente.
Hangendgrenze: erosiv gekappt
Mittlere Mächtigkeit: In Abhängkeit von der lithologischen Entwicklung treten in der Elbtal-Gruppe von Nordwesten nach Südosten folgende Veränderungen der Mächtigkeiten auf: Gebiet von Dresden 400-500 m (Tröger 2001), Elbsandsteingebirge 550-600 m.
Maximale Mächtigkeit: Die maximale Mächtigkeit von etwa 1000 m wird im Zittauer Gebirge erreicht.
Typusprofile, etc.: siehe Beschreibungen der untergeordneten Formationen
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Die Elbtal-Gruppe ist in der Elbezone entlang des Elbetales südöstlich von Meißen bis hin zur tschechischen Grenze verbreitet.
Zeitgleiche Einheiten: Die Plänerkalk-Gruppe ist mit der Elbtal-Gruppe zeitgleich.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung erfolgt hauptsächlich nach Inoceramen und Ammoniten sowie mikrobiostratigraphisch mittels benthischer Foraminiferen. Event- und sequenzstratigraphische Gliederungen sowie Isotopen-Untersuchungen liegen ebenfalls vor (Voigt 2001). Es existieren zahlreiche stratigraphische Arbeiten, Literatur-Übersichten finden sich bei Tröger & Voigt (2000).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Environment: Bis auf die Basis-Sedimente der Niederschöna-Formation wurden alle Sedimente im marinen Schelfmilieu abgelagert.
Literatur: Andert (1927): Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. – Abh. Sächs. Geol. Landesamt, 4: 1–41, Leipzig.
Andert, H. (1928): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., 112: 1–146, Berlin.
Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Petrascheck, W. (1899): Studien über Faziesbildungen im Gebiet der sächsischen Kreideformation. – Abh. Naturwiss. Ges. Isis: 31–84, Dresden.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tröger, K.-A. & Voigt, T. (2000): Sachsen. – In: Stratigraphische Kommission Deutschlands (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. 123–132, Frankfurt.
Voigt, S. (2001): Isotopenstratigraphie. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 61–64, Freiberg.
Autor des Datenblattes: Voigt, T. & Tröger, K.-A.
Erstellt am: 17.03.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008


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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 02:36:21.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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