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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Lüneburg-Formation
ID: 2008085
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Heinz (1926)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Untermaastrichtium (Maastrichtium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelsantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Senon (Co 4) der oberen Kreide Lüneburgs (HEINZ 1926)
Lithologie: Gebankte, helle Kalksteine, graugrünliche Mergelkalksteine und bläuliche Tonmergel. Die Bankmächtigkeiten schwanken im Allgemeinen zwischen 15 und 50 cm (Heinz 1926). Im Typusprofil lassen sich folgende sechs lithologische Einheiten mit Member-Status vom Liegenden ins Hangende unterscheiden.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Lüneburg-Formation folgt konkordant auf die tonreichere und ungeschichtet bis wellig ausgebildete Emscher-Formation.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze ist erosiv gekappt.
Mittlere Mächtigkeit: Die Lüneburg-Formation umfasst in den Typusprofilen mehr als 200 m (Heinz 1926; Schmid in Schmid et al. 1955).
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist Lüneburg und seine Umgebung mit der Salzstruktur Lüneburg, Niedersachsen (TK 25: 2728 Lüneburg), in der von der Zementindustrie die Lüneburg-Formation in mehreren Gruben abgebaut wurde. Die Gruben tragen die klassischen Namen "Schwalbenschwanzbruch" und "Alter Bruch" (im Süden von Lüneburg) sowie "Kreidebruch Volgershall", "Zeltbergbruch" mit "Weststoß", "Salinenbruch" und "Schillingscher Bruch" (im Norden von Lüneburg) (Heinz 1926; Schmid 1962). Das Typusprofil des Ersten bis Fünften Lüneburg-Members liegt am Zeltberg nördlich von Lüneburg (Schmid 1963: Abb. 1). Das Typusprofil des Sechsten (jüngsten) Lüneburg-Members ist im Schwalbenschwanzbruch südlich von Lüneburg (Schmid 1955: 347).
Verbreitung (Bundesländer): Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Die gebankten Kalk- und Mergelkalksteine der Lüneburg-Formation vermitteln faziell zwischen den lokal erhaltenen Kalk/Mergel-Rhythmiten der Misburg-Formation im Südwesten und der Schreibkreide-Gruppe im Norden und Westen, mit der sie sich flächendeckend verzahnt. Die Grobkreide-1-Bänke treten isochron im Santonium/Campanium-Grenzbereich der Lüneburg-Formation und der Lägerdorf-Formation der Schreibkreide-Gruppe auf. Das flintführende Zweite Lüneburg-Member korreliert ebenfalls mit dem Flint-Maximum der Lägerdorf-Formation. In diesem Zeitabschnitt ist die Lüneburg-Formation der Schreibkreide am ähnlichsten. Das erneute Einsetzen der Flint-Führung (Hemmoor-Formation der Schreibkreide-Gruppe) im Hangenden eines längeren flintfreien Zeitabschnitts (Kronsmoor-Formation der Schreibkreide-Gruppe) erfolgt in mindestens drei norddeutschen Profilen anscheinend isochron in der mittleren Belemnella sumensis / Acanthoscaphites tridens-Zone, und zwar in Kronsmoor bei Itzehoe (Schleswig-Holstein), Hemmoor bei Stade (nördliches Niedersachsen) und Lüneburg (östliches Niedersachsen).
Alterseinstufung: Die Basis der Lüneburg-Formation liegt makrobiostratigraphisch an der Basis der Sphenoceramus pinniformis-Zone (Mittelsantonium) und der Top in der höheren Belemnella sumensis / Acanthoscaphites tridens-Zone (Untermaastrichtium) (vgl. Schmid in Schmid et al. 1955).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Environment: pelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 70-150 m Wassertiefe.
Fossilien: Die Lüneburg-Formation weist dieselben Fossilien auf, die auch aus den zeitgleichen Schichten der Schreibkreide-Gruppe bekannt sind. Stratigraphisch wichtig sind insbesondere Belemniten, Crinoiden, Echiniden, Ammoniten und Muscheln.
Abgrenzungsprobleme: Die Lüneburger Oberkreide sollte ursprünglich als norddeutsches Standardprofil etabliert werden. Die Schichtenfolge ist allerdings durch Ablagerung in unmittelbarer Salzstocknähe tektonisch stark zerstückelt und in zwei große sowie viele kleine Schollen zerlegt (Heinz 1926; Schmid 1962). Heute sind die Gruben völlig verfallen.
Literatur: Heinz, R. (1926): Beitrag zur Kenntnis der Stratigraphie und Tektonik der oberen Kreide Lüneburgs. – Mitt. Miner.-Geol. Staatsinst., 8: 109 S., Hamburg.
Schmid, F. (1962): Exkursionsbericht – Die Kreide am Zeltberg bei Lüneburg. – Paläont. Z., 36 (1/4): 3–5, Stuttgart.
Schmid, F. (1963): Die Kreide von Lüneburg und die Aufschürfung des Alb-Profiles im Kreidebruch am Zeltberg. – Z. dt. geol. Ges., 114: 419–422, Hannover.
Schmid, F., Hiltermann, H. & Koch, W. (1955): Biostratigraphie der Grenzschichten Maastricht / Campan in Lüneburg und in der Bohrung Brunhilde. – Geol. Jb., 70: 339–383, Hannover.
Stolley, E. (1897): Über die Gliederung des norddeutschen und baltischen Senon sowie die dasselbe charakterisierenden Belemniten. – Archiv Anthropol. Geol. Schleswig-Holstein, 2: 216–302, Kiel und Leipzig.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.; Wood, C. J.
Erstellt am: 20.11.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 22.11.2006


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:45:50.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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