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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Kronsmoor-Formation
ID: 2008076
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr (2006)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Schreibkreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Untermaastrichtium (Maastrichtium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor) (Schhulz et al. 1984)
Lithologie: Im Schreibkreide-Standardprofil weist die kaum verfestigte weiße bis graue Schreibkreide der Kronsmoor-Formation sehr viele mergelige Bereiche und Grabganglagen auf. Die Kronsmoor-Formation hat die niedrigsten Karbonatgehalte im Schreibkreide-Standardprofil (vgl. Scholz 1973; Schulz 1978) und ist bis auf die zwei nur schwach entwickelten Streuflintlagen F 596 bei -6 m und F 600 bei ±0 m flintfrei.
Untergeordnete Einheit: Grobkreide-2-Bänke = 7-8 m mächtige körnige Schreibkreide mit Inoceramenschalen und -Debris sowie anderen Bioklasten, in der Grube Saturn zwischen Profilmeter -24,50 und -33.
Liegendgrenze: Die Kronsmoor-Formation folgt konkordant über der Dägeling-Formation und ist durch das Aussetzen der Flintführung charakterisiert. Im Schreibkreide-Standardprofil Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor–Basbeck setzen die Flinte mit der F 575 bei -45,40 m in der Grube Saturn bei Kronsmoor und mit der F 123 bei +232 m in der Grube Heidestraße in Lägerdorf aus.
Hangendgrenze: Die Kronsmoor-Formation wird im Schreibkreide-Standardprofil konkordant von der Hemmoor-Formation überlagert und ist durch das erneute (massive) und isochrone Einsetzen der Flintführung charakterisiert. In der Grube Saturn bei Kronsmoor ist die Flintlage F 631 bei +40,50 m die Hangendgrenze und war in der Grube Hemmoor bei Stade (Niedersachsen) in der Flintlage F 868 auf einer Höhe von -47,50 m aufgeschlossen.
Mittlere Mächtigkeit: Die Kronsmoor-Formation umfasst im Standardprofil 85,90 m und in der Standardbohrung Offenseth 1 ca. 79 m.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Kronsmoor bei Itzehoe (Schleswig-Holstein), in der die Kronsmoor-Formation von der Zementindustrie abgebaut wird. Das Typusprofil befindet sich südwestlich von Kronsmoor in der Grube Saturn (TK 25: 2023 Itzehoe). Referenzprofil ist der Abschnitt zwischen den SP-Peaks 53 und 63 in der Standardbohrung Offenseth 1 (TK 25: 2124 Brande-Hörnerkirchen) (Niebuhr 2006).
Verbreitung (Bundesländer): Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: In Niedersachsen verzahnt sich die Kronsmoor-Formation nach Süden mit den gebankten Kalk- und Mergelkalksteinen der Lüneburg-Formation. Die Grobkreide-2-Bänke der Kronsmoor-Formation sind ein Äquivalent der oberen Abschnitte der Ahlten-Formation bei Hannover (Opoka-Fazies) und des Haldem-Members der Stemwede-Formation bei Osnabrück.
Alterseinstufung: Im Schreibkreide-Standardprofil sind makrobiostratigraphisch die mittlere Belemnitella langei-Zone (oberes Obercampanium) bis mittlere Belemnella sumensis / Acanthoscaphites tridens-Zone (Untermaastrichtium) nachgewiesen. In der Standardbohrung Offenseth 1 entspricht dies den SP-Peaks 53 bis 63 (Niehbur 2006).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Environment: pelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 100-150 m Wassertiefe.
Fossilien: Stratigraphisch wichtige Makrofossilien der Kronsmoor-Formation sind: Belemniten, Ammoniten und Echiniden (Schulz et al. 1984; Niebuhr2003); stratigraphisch wichtige Mikro- und Nannofossilien sind: Coccolithen, Calcisphären, Foraminiferen, Ostrakoden und Mikroflora.
Literatur: Baldschuhn, R. & Jaritz, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 1: Korrelation der Bohrlochdiagramme und des Kernmaterials. – Geol. Jb., A 38: 7-9, Hannover.
Koch, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 2: Biostratigraphie in der Oberkreide und Taxonomie von Foraminiferen. – Geol. Jb., A 38: 11-123, Hannover.
Niebuhr, B. (2003): Late Campanian to Early Maastrichtian ammonites from the white chalk of Kronsmoor (northern Germany) – taxonomy and stratigraphy. – Acta Geol. Pol., 53 (4): 257-281; Warszawa.
Niebuhr, B. (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 245-262; Stuttgart.
Niebuhr, B. (2007): Kronsmoor-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 76; Hannover.
Schönfeld, J. (1990): Zur Stratigraphie und Ökologie benthischer Foraminiferen im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf/Holstein. – Geol. Jb., A 117: 3-151, Hannover.
Scholz, R.W. (1973): Zur Sedimentologie und Kompaktion der Schreibkreide von Lägerdorf in SW-Holstein. – N. Jb. Miner. Abh., 118: 111-133; Stuttgart.
Schulz, M.-G. (1978): Zur Litho- und Biostratigraphie des Obercampan–Untermaastricht von Lägerdorf und Kronsmoor (SW-Holstein) – Newsl. Strat., 7 (2): 73-89; Berlin, Stuttgart.
Schulz, M.-G., Ernst, G., Ernst, H. & Schmid, F. (1984): Coniacian to Maastrichtian stage boundaries in the standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor): Definitions and proposals. – Bull. geol. Soc. Denmark, 33: 203-215, Copenhagen.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.
Erstellt am: 29.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 14:44:22.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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