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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Dägeling-Formation
ID: 2008075
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr (2006)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Schreibkreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor) (Schulz et al. 1984), Mergelkalkbrüche Meerdorf (Ernst 1968)
Lithologie: Im Schreibkreide-Standardprofil weist die weiße bis bräunlich-graue Schreibkreide der Därling-Formation mit grauen Zoophycos-Spreiten ("Bänderkreide") nur sehr wenige mergelige Bereiche, Mergel- und Grabganglagen auf. Die Dägeling-Formation hat an ihrer Basis und am Top sehr wenige, nicht an Lagen gebundene schwarze Streuflinte, der mittlere Abschnitt ist flintfrei.
Untergeordnete Einheit: Meerdorf-Member = ca. 50 m mächtige flintfreie, mergelige Schreibkreide bei Peine, Niedersachsen (TK 25: 3627 Peine). Nach biostratigraphischer Korrelation entspricht das Meerdorf-Member im Schreibkreide-Standardprofi dem Lägerdorfer Profilabschnitt von ca. +110 m bis ca. +150 m (SP-Peaks 46 bis 48).
Liegendgrenze: Die Dägeling-Formation folgt konkordant über der Lägerdorf-Formation und ist durch das Aussetzten der massiven Flintführung charakterisiert. Im Schreibkreide-Standardprofil Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor–Basbeck setzt die Dägeling-Formation mit der Flintlage F 64 bei +94 m ein. In Bohrlochmessungen befindet sich die Liegendgrenze am SP-Peak 45 (Niebuhr 2006).
Hangendgrenze: Die Dägeling-Formation wird im Schreibkreide-Standardprofil konkordant von der Kronsmoor-Formation überlagert und ist durch das Aussetzen der Flintführung mit der Flintlage F 575 auf einer Höhe von -45,40 m in der Grube Saturn bei Kronsmoor und F 123 auf einer Höhe von +232 m in der Grube Heidestraße in Lägerdorf charakterisiert. In Bohrlochmessungen befindet sich die Hangendgrenze am SP-Peak 53 (Niebuhr 2006).
Mittlere Mächtigkeit:  Die Dägeling-Formation umfasst im Standardprofil 138 m und in der Standard-Bohrung Offenseth 1 ca. 162 m.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Lägerdorf bei Itzehoe (Schleswig-Holstein), in der die Dägeling-Formation von der Zementindustrie abgebaut wird. Das Typusprofil befindet sich am südwestlichen Ortsausgang von Lägerdorf in der Grube Heidestrasse (TK 25: 2123 Lägerdorf). Referenzprofil ist der Abschnitt zwischen den SP-Peaks 45 und 53 in der Standard-Bohrung Offenseth 1 (TK 25: 2124 Brande-Hörnerkirchen) (Niebuhr 2006).
Verbreitung (Bundesländer): Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: In Niedersachsen verzahnt sich die Dägeling-Formation nach Süden mit den Kalk/Mergel-Rhythmiten der Misburg-Formation und den gebankten Kalksteinen der Lüneburg-Formation.
Alterseinstufung: Im Schreibkreide-Standardprofil sind makrobiostratigraphisch die höchste Gonioteuthis quadrata gracilis / Belemnitella mucronata-Zone (höchstes Untercampanium) bis mittlere Belemnitella langei-Zone (oberes Obercampanium) nachgewiesen. In der Standardbohrung Offenseth 1 entspricht dies dem Intervall zwischen den SP-Peaks 45 bis unterhalb von 53 (Niebuhr 2006).
Kommentar: Die lithologische Gliederung der Schreibkreide von Lägerdorf anhand von durchnummerierten Mergel- und Flintlagen mit der Mergellage M1 als Bezugshorizont für die Berechnung der Mächtigkeiten wurde von Grube (1954) eingeführt.
Versch./Sonstiges: Environment: pelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 150-200 m Wassertiefe.
Fossilien: Stratigraphisch wichtige Makrofossilien der Dägeling-Formation sind: Belemniten, Ammoniten und Echiniden (Schulz et al. 1984); stratigraphisch wichtige Mikro- und Nannofossilien sind: Coccolithen, Calcisphären, Foraminiferen, Ostrakoden und Mikrofloren.

Sequenzstratigraphie: Der untere Abschnitt der Dägeling-Formation (Meerdorf-Member, tieferes unteres Obercampanium) entspricht dem Zeitraum der weitesten Meeresüberflutung und der ausgedehntesten Schreibkreide-Sedimentation in Norddeutschland = maximum flooding zone der 3. Megasequenz.
Literatur: Baldschuhn, R. & Jaritz, W.(1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 1: Korrelation der Bohrlochdiagramme und des Kernmaterials. – Geol. Jb., A 38: 7-9, Hannover.
Koch, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 2: Biostratigraphie in der Oberkreide und Taxonomie von Foraminiferen. – Geol. Jb., A 38: 11-123, Hannover.
Niebuhr, B. (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 245-262; Stuttgart.
Niebuhr, B. (2007): Dägeling-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 75; Hannover.
Schönfeld, J. (1990): Zur Stratigraphie und Ökologie benthischer Foraminiferen im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf/Holstein. – Geol. Jb., A 117: 3-151, Hannover.
Schulz, M.-G., Ernst, G., Ernst, H. & Schmid, F. (1984): Coniacian to Maastrichtian stage boundaries in the standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor): Definitions and proposals. – Bull. geol. Soc. Denmark, 33: 203-215, Copenhagen.
Grube, E.-F. (1954): Der Bau der Salzstöcke Elmshorn und Lägerdorf (Holstein). – Dissertation Universität Hamburg, 100 S.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.
Erstellt am: 29.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 21.10.2017, 19:47:10.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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