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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Lägerdorf-Formation
ID: 2008074
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr (2006)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Schreibkreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor) (Schulz et al. 1984)
Lithologie: Im Schreibkreide-Standardprofil weist die kaum verfestigte Schreibkreide der Lägerdorf-Formation nur wenige Mergel- und Grabganglagen auf. Insbesondere der Abschnitt zwischen der Flintlage F 4 bei +4,50 m und der F 47 bei +47 m ist außerordentlich reich an Flinten, die – im Gegensatz zur unterliegenden Krempe-Formation – nun durchgängig schwarz gefärbt sind.
Untergeordnete Einheit: Grobkreide-1-Bänke = ca. 8 m mächtige, grobkörnige Schreibkreide mit einem hohen Anteil an Inoceramen-Debris und anderen Bioklasten.
Liegendgrenze: Die Lägerdorf-Formation mit schwarzen Flinten folgt konkordant über der Krempe-Formation, die im Gegensatz dazu hellgraue und weiße Flinte aufweist. Im Schreibkreide-Standardprofil Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor–Basbeck setzt die Lägerdorf-Formation an der Basis der Grobkreide-1-Bänke bei -21,50 m ein. In Bohrlochmessungen befindet sich die Liegendgrenze am SP-Peak 36 (Niebuhr 2006).
Hangendgrenze: Die Lägerdorf-Formation wird mit der Flintlage F 64 bei +94 m im Schreibkreide-Standardprofil konkordant von der Dägeling-Formation überlagert. In Bohrlochmessungen befindet sich die Hangendgrenze am SP-Peak 45 (Niebuhr 2006).
Mittlere Mächtigkeit: Die Lägerdorf-Formation umfasst im Standardprofil 115,50 m und in der Standard-Bohrung Offenseth 1 ca. 86 m.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Lägerdorf bei Itzehoe (Schleswig-Holstein), in der die Lägerdorf-Formation von der Zementindustrie abgebaut wird. Das Typusprofil befindet sich am südwestlichen Ortsausgang von Lägerdorf. Die Lägerdorf-Formation wird in der Grube Alsen und in der Grube Heidestrasse abgebaut (TK 25: 2123 Lägerdorf). Referenzprofil ist der Abschnitt zwischen den SP-Peaks 36 und 45 der Standard-Bohrung Offenseth 1 (TK 25: 2124 Brande-Hörnerkirchen) (Niebuhr 2006).
Verbreitung (Bundesländer): Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: In Niedersachsen verzahnt sich nach Süden der tiefere Abschnitt der Lägerdorf-Formation flächendeckend mit ungeschichteten Mergeln und Mergelsteinen der Emscher-Formation und der höhere Abschnitt mit den Kalk/Mergel-Rhythmiten der Misburg-Formation. In der Umgebung von Lüneburg werden durchgängig die gebankten Kalksteine der Lüneburg-Formation abgelagert. Die Grobkreide-1-Bänke können überregional von Nordirland über England und Norddeutschland (auch Lüneburg-Formation) vermutlich bis nach Russland und in die Ukraine korreliert werden. Der Benthonit T 1 / M 1 (Basis der Offaster pillula-Zone, Untercampanium) ist eine Isochrone, die auch in England wieder gefunden wurde.
Alterseinstufung: Im Schreibkreide-Standardprofil sind makrobiostratigraphisch die höchste Marsupites testudinarius / Gonioteuthis granulata-Zone (Obersantonium) bis höchste Gonioteuthis quadrata gracilis / Belemnitella mucronata-Zone (höchstes Untercampanium) nachgewiesen. In der Standardbohrung Offenseth 1 entspricht dies den SP-Peaks 36 bis 45 (Niebuhr 2006).
Kommentar: Die lithologische Gliederung der Schreibkreide von Lägerdorf anhand von durchnummerierten Mergel- und Flintlagen mit der Mergellage M1 als Bezugshorizont für die Berechnung der Mächtigkeiten wurde von Grube (1954) eingeführt.
Versch./Sonstiges: Environment: pelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 100-150 m Wassertiefe.
Fossilien: Stratigraphisch wichtige Makrofossilien der Lägerdorf-Formation sind: Belemniten, Echiniden, Crinoiden und Inoceramen (Schulz et al. 1984); stratigraphisch wichtige Mikro- und Nannofossilien sind: Coccolithen, Calcisphären, Foraminiferen, Ostrakoden und Mikrofloren.
Literatur: Baldschuhn, R. & Jaritz, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 1: Korrelation der Bohrlochdiagramme und des Kernmaterials. – Geol. Jb., A 38: 7-9, Hannover.
Ernst, G. & Schulz, M.-G. (1974): Stratigraphie und Fauna des Coniac und Santon im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf (Holstein). – Mitt. Geol.-Paläont. Inst. Univ. Hamburg, 43: 5-60, Hamburg.
Koch, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 2: Biostratigraphie in der Oberkreide und Taxonomie von Foraminiferen. – Geol. Jb., A 38: 11-123, Hannover.
Niebuhr (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 245-262; Stuttgart.
Niebuhr, B. (2007): Lägerdorf-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 70 - 71; Hannover.
Schönfeld, J. (1990): Zur Stratigraphie und Ökologie benthischer Foraminiferen im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf/Holstein. – Geol. Jb., A 117: 3-151, Hannover.
Schulz, M.-G., Ernst, G., Ernst, H. & Schmid, F. (1984): Coniacian to Maastrichtian stage boundaries in the standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor): Definitions and proposals. – Bull. geol. Soc. Denmark, 33: 203-215, Copenhagen.
Grube, E.-F. (1954): Der Bau der Salzstöcke Elmshorn und Lägerdorf (Holstein). – Dissertation Universität Hamburg, 100 S.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.
Erstellt am: 27.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 22.09.2017, 13:48:41.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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