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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Krempe-Formation
ID: 2008073
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr (2006)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Schreibkreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Santonium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Coniacium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor) (Schulz et al. 1984)
Lithologie: Im Schreibkreide-Standardprofil ist die kaum verfestigte Schreibkreide der Krempe-Formation reich an Ton-, Tonschlieren- und Grabganglagen. Es treten besonders im mittleren Profilabschnitt reichlich knollige Flinte auf. Die Flinte in der Krempe-Formation sind – im Gegensatz zu den schwarzen Flinten der im Hangenden anschließenden Lägerdorf-, Dägeling-, Hemmoor- und Reitbrook-Formationen des Schreibkreide-Standardprofils – durchgehend hellgrau bis weiß gefärbt.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Im Schreibkreide-Standardprofil Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor–Basbeck ist die Liegendgrenze der Krempe-Formation (und damit die der Schreibkreide-Gruppe) nicht aufgeschlossen. Bohrungen direkt über der Salzstruktur Krempe–Lägerdorf durchteuften weder die Basis der Schreibkreide noch erreichten sie den Gipshut (Baldschuhn et al. 2001). Gesichert ist eine Schreibkreide-Sedimentation in Bohrlochmessungen ab SP-Peak 26 (Niebuhr 2006).
Hangendgrenze: Die Krempe-Formation wird an der Schicht B 215 bei einer Teufe von -21,50 m im Schreibkreide-Standardprofil konkordant von den Grobkreide-1-Bänken der Lägerdorf-Formation überlagert. In Bohrlochmessungen befindet sich die Hangendgrenze am SP-Peak 36 (Niebuhr 2006).
Mittlere Mächtigkeit: Die Krempe-Formation umfasst im Standardprofil mehr als 130 m. In der Standard-Bohrung Offenseth 1 beträgt die erbohrte Mächtigkeit etwa 100 m.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Lägerdorf bei Itzehoe (Schleswig-Holstein), in der die Krempe-Formation von der Zementindustrie abgebaut wird. Das Typusprofil befindet sich in der Grube Kröpke am südwestlichen Ortsausgang von Lägerdorf (TK 25: 2123 Lägerdorf). Die Krempe-Formation ist der unterste Abschnitt des Schreibkreide-Standardprofils Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor–Basbeck. Referenzprofil ist der Abschnitt zwischen den SP-Peaks 16 bis 36 in der Standard-Bohrung Offenseth 1 (TK 25: 2124 Brande-Hörnerkirchen) (Baldschuhn & Jaritz 1977, Niebuhr 2006).
Verbreitung (Bundesländer): Brandenburg
Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Im gesamten Gebiet von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie im nördlichen Niedersachsen und nördlichen Brandenburg. Geotektonisch liegt ein großer Teil des Ablagerungsgebietes auf der Pompeckj-Scholle und der sich östlich anschließenden Nordmecklenburg-Scholle.
Zeitgleiche Einheiten: In Niedersachsen verzahnt sich die Krempe-Formation nach Süden flächendeckend mit den ungeschichteten Mergelsteinen der Emscher-Formation. Eine Abgrenzung ist schwierig: die Karbonat-Gehalte der Krempe-Formation verringern sich kontinuierlich nach Süden, wohingegen sich die Karbonat-Gehalte der Emscher-Formation kontinuierlich nach Norden erhöhen. In der Umgebung von Lüneburg werden durchgängig die gebankten Kalksteine der Lüneburg-Formation abgelagert.
Alterseinstufung: Im Schreibkreide-Standardprofil sind makrobiostratigraphisch die Cremnoceramus deformis-Zone (Unterconicium) bis Marsupites testudinarius / Gonioteuthis granulata-Zone (Obersantonium) nachgewiesen. In der Standardbohrung Offenseth 1 entspricht dies den SP-Peaks 27 bis 36 (Niebuhr 2006).
Kommentar: Die lithologische Gliederung der Schreibkreide von Lägerdorf anhand von durchnummerierten Mergel- und Flintlagen mit der Mergellage M1 als Bezugshorizont für die Berechnung der Mächtigkeiten wurde von Grube (1954) eingeführt.
Versch./Sonstiges: Environment: pelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 100-150 m Wassertiefe.
Fossilien: Stratigraphisch wichtige Makrofossilien der Krempe-Formation sind: Inoceramen, Belemniten, Echiniden und Crinoiden (Schulz et al. 1984); stratigraphisch wichtige Mikro- und Nannofossilien sind: Coccolithen, Calcisphären, Foraminiferen, Ostrakoden und Mikroflora.
Abgrenzungsprobleme: Es ist nicht bekannt, inwieweit das Einsetzen der Schreibkreide-Sedimentation im gesamten norddeutschen Ablagerungsraum isochron erfolgte. Turone Profile mit Schreibkreide-ähnlichen Gesteinen inmitten typischer Kalk- und Mergelkalksteinen der Plänerkalk-Gruppe werden hier nicht in der Schreibkreide-Gruppe geführt.
Literatur: Baldschuhn, R. & Jaritz, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 1: Korrelation der Bohrlochdiagramme und des Kernmaterials. – Geol. Jb., A 38: 7-9, Hannover.
Baldschuhn, R., Binot, F., Fleig, S. & Kockel, F. (2001): Geotektonischer Atlas von Nordwestdeutschland und dem deutschen Nordsee-Sektor. – Geol. Jb., A 153 (3 CD ROMs): 1-95, Hannover.
Diener, I. (1966): Stratigraphisches Korrelationsschema für die Kreide der Deutschen Demokratischen Republik und angrenzender Gebiete. – Abh. ZGI, 5: 137 S.; Berlin.
Diener, I., Petzka, M., Reich, M., Rusbült, J. & Zagrora, I. (2004): Oberkreide. – In: Katzung, G. (Hrsg.): Geologie von Mecklenburg-Vorpommern: 173-186; Stuttgart.
Ernst, G. & Schulz, M.-G. (1974): Stratigraphie und Fauna des Coniac und Santon im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf (Holstein). – Mitt. Geol.-Paläont. Inst. Univ. Hamburg, 43: 5-60, Hamburg.
Hoth, K., Rusbült, J., Zagora, K., Beer, H. & Hartmann, O. (1993): Die tiefen Bohrungen im Zentralabschnitt der Mitteleuropäischen Senke. Dokumentation für den Zeitabschnitt 1962–1990. – Schriftenr. Geowiss., 2: 145 S.; Berlin.
Koch, W. (1977): Stratigraphie der Oberkreide in Nordwestdeutschland (Pompeckjsche Scholle). Teil 2: Biostratigraphie in der Oberkreide und Taxonomie von Foraminiferen. – Geol. Jb., A 38: 11-123, Hannover.
Niebuhr, B. (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 245-262; Stuttgart.
Niebuhr, B. (2007): Krempe-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 69 - 70; Hannover.
Niebuhr, B., Baldschuhn, R., Ernst, G., Walaszczyk, I., Weiss, W. & Wood, C. J. (1999): The Upper Cretaceous succession (Cenomanian – Santonian) of the Staffhorst Shaft, Lower Saxony, northern Germany: integrated biostratigraphic, lithostratigraphic and downhole geophysical log data. – Acta Geol. Pol., 49 (3): 175-213, Warszawa.
Schönfeld, J. (1990): Zur Stratigraphie und Ökologie benthischer Foraminiferen im Schreibkreide-Richtprofil von Lägerdorf/Holstein. – Geol. Jb., A 117: 3-151, Hannover.
Schulz, M.-G., Ernst, G., Ernst, H. & Schmid, F. (1984): Coniacian to Maastrichtian stage boundaries in the standard section for the Upper Cretaceous white chalk of NW Germany (Lägerdorf–Kronsmoor–Hemmoor): Definitions and proposals. – Bull. geol. Soc. Denmark, 33: 203-215, Copenhagen.
Tröger, K.-A. & Ulbrich, H. (1985): Megapaläontologische Bearbeitung von Oberkreide-Faunen zur Vervollständigung des Korrelationsschemas unter Berücksichtigung des Santons. – Unveröff. Ber., Bergakademie Freiberg, 90 S., Freiberg.
Grube, E.-F. (1954): Der Bau der Salzstöcke Elmshorn und Lägerdorf (Holstein). – Dissertation Universität Hamburg, 100 S.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.
Erstellt am: 27.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 02:41:33.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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