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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Coesfeld-Formation
ID: 2008030
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Arnold (1964) (Coesfelder Schichten)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Zone des Ammonites Coesfeldiensis, Micraster glyphus und der Lepidospongia rugosa (Untere Mucronaten-Schichten) (Schlüter 1876); Coesfelder Schichten (Arnold 1964; Hilden & Thiermann in Anderson et al. 1987)
Lithologie: Kalkmergelsteine, untergeordnet Tonmergelsteine, meist arenitisch, meist schluffig und z. T. sandig, z.T. schwach glaukonitisch; vereinzelte Lagen von festen Mergelkalksteinen oder Kalksteinen, seltener auch Kalksandsteinen in bankiger oder knolliger Absonderung.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Der Übergang von der typischen Sedimentation der Holtwick-Formation mit Wechsel von Tonmergel- und Kalkmergelsteinen und reicher Schwammfauna zu der vorwiegend von Kalkmergelsteinen geprägten Schichtenfolge der Coesfeld-Formation bildet die Liegendgrenze. Obwohl der lithologische Wechsel fließend ist, zeichnet sich die Grenze morphologisch durch eine Hangversteilung deutlich ab. An der Basis der Coesfeld-Formation ist zudem ein Großammoniten-Horizont auffällig (Kaplan et al. 2005).
Hangendgrenze: Die Grenze zur Baumberge-Formation ist durch den lithologischen Übergang zu einer Folge aus Kalkmergelsteinen und Kalksteinen mit höherer Festigkeit und dadurch bedingter erneuter Reliefversteilung gekennzeichnet. Auf der Westseite der Baumberge tritt dort zudem der Billerbecker Grünsand als markanter Leithorizont für die Basis der Baumberge-Formation auf. Auf der Ostseite der Baumberge fehlt der Billerbecker Grünsand teilweise aufgrund einer Schichtlücke, dort ist die lithologische Abgrenzung beider Einheiten teils schwierig, biostratigraphisch aber meist gut zu belegen (vgl. Kaplan et al. 2005).
Mittlere Mächtigkeit: 60 – 80 m (nach Hiss 2001)
Maximale Mächtigkeit: > 100 m
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Westteil der Baumberge, insbesondere das Gebiet um den namengebenden Coesfelder Berg (Raum Coesfeld-Billerbeck-Darup). Als gut untersuchtes Typusprofil kann die Bohrung Oberdarfeld 1 (TK 25: 3909 Horstmar) gelten, die allerdings die Basis der Coesfeld-Formation nicht erbohrt hat. (Kaever & Lommerzheim 1995, Hiss 2001). Ein weiteres Referenzprofil ist der Aufgelassene Steinbruch an der L 580 nördlich der Kreuzung mit der B 67 (2,5 km westlich Darup, TK 25: 4009 Coesfeld), dort ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt aus dem mittleren Teil der Coesfeld-Formation aufgeschlossen.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Münsterländer Kreide-Becken, zentrales Münsterland, Baumberge.
Zeitgleiche Einheiten: Die Coesfeld-Formation repräsentiert die Ablagerungen des inneren Schelfs im Westteil des Münsterländer Kreide-Beckens. Zeitgleich sind das Beckum- und Vorhelm-Member der Ahlen-Formation im südöstlichen Münsterland mit einer flyschartigen Fazies aus dem tieferen Schelfbereich.
Alterseinstufung: Die Coesfeld-Formation umfasst die conica/senior- bis basale polyplocum-Zone im Sinne der borealen Standard-Zonierung. Reiche mikro- und Makrofaunen erlauben Einstufungen nach Cephalopoden (Belemniten und Ammoniten) und benthischen Foraminiferen. Eine zusammenfassende Darstellung geben Kaplan et al. (2005).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Coesfeld-Formation ist im gesamten Bereich der Baumberge bis in den Raum Münster verbreitet. Im Westen dominieren arenitische Kalkmergel- und Mergelkalksteine, während sich nach Osten hin eine eher feinkörnige Fazies aus schluffigen Ton- und Kalkmergelsteinen mit Einlagerungen härterer knolliger Kalksteinbänke einstellt. Es deutet sich damit ein allmählicher Faziesübergang zur Tiefwasserfazies des südöstlichen Münsterlandes (Ahlen-Formation) an. Allerdings fehlen die für die Ahlen-Formation charakteristischen turbiditischen Bänke in der Coesfeld-Formation, sodass beide Einheiten sowohl lithologisch, als auch durch die räumliche Trennung ihrer Verbreitungsgebiete klar zu unterscheiden sind.
Literatur: Anderson, H. J.; Bosch, M. van den; Braun, F. J.; Drozdzewski, G.; Hilden, H. D.; Hoyer, P.; Knapp, G.; Rehagen, H.-W.; Stadler, G.; Teichmüller, R.; Thiermann, A.; Vogler, H. (1987): Erläuterungen zu Blatt C 4306 Recklinghausen. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 100 000, Erl., C 4306, 2. Aufl.: 164 S.; Krefeld.
Arnold, H. (1964): Die höhere Oberkreide im nordwestlichen Münsterland. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 649 – 678; Krefeld.
Hiss, M. (2001), mit Beitr. von Elfers, H.; Suchan, K.-H.; Schraps, W.-G.: Erläuterungen zu Blatt 3909 Horstmar. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3909: 183 S.; Krefeld.
Kaever, M.; Lommerzheim, A. (1995): The highest Campanian in the transitional area between the boreal and the Tethyan realms in NW-Germany: Implications for stratigraphy, facies, palaeooceanography and palaeoclimatology. – Münster. Forsch. Geol. Paläont., 77: 293 – 327; Münster.
Kaplan, U.; Kennedy, W. J.; Hiss, M. (2005): Stratigraphie und Ammonitenfaunen des Campan im nordwestlichen und zentralen Münsterland. – Geol. Paläont. Westf., 64: 171 S.; Münster.
Schlüter, C. (1876): Die Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, 2. – Palaeontographica, 24 (1 – 4): 1 – 144; Kassel.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 10.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 22.06.2006


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Litholex Recherche vom 23.10.2017, 17:05:15.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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