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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Burgsteinfurt-Formation
ID: 2008029
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Ammert- und Weiner Schichten sowie Burgsteinfurt-Gruppe mit Sellener Schichten, Buchenberg-Schichten und Schichten von Veltrup-Dumpte (Arnold 1964), Dülmener Schichten (z. T.) (Staude 1989), Kalkarenitfazies (Obersanton) (Hiss 1995), Sandmergelsteinfazies (Obersanton) und kalkreiche Fazies des Unteren Untercampans (Thiermann 1999), Kalkarenitfazies und Sandmergelsteinfazies (Obersanton) sowie Fazies mit Kalkarenitbänken (Unteres Untercampan) (Hiss 2001).
Lithologie: Die Burgsteinfurt-Formation umfasst eine sowohl im Profilaufbau als auch regional sehr heterogen zusammengesetzte, an paläogeographische Hochlagen (Schwellenpositionen) im nördlichen Münsterland gebundene, teils lückenhafte oder stark kondensierte Sedimentserie aus Sandmergelsteinen mit spiculitischen Sandsteinbänken, arenitischen Kalksteinen und Trümmerkalksteinen.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Liegendgrenze ergibt sich durch den Wechsel von den Tonmergelsteinen oder schluffigen Tonmergelsteinen der Emscher-Formation zur oben genannten Gesteinsausbildung. Die Burgsteinfurt-Formation lagert in Gebieten mit besonders starker Hebungstendenz diskordant auf älteren Abschnitten der Emscher-Formation (z. B. südlich von Ochtrup auf Untersantonium).
Hangendgrenze: Die Sedimente der Burgsteinfurt-Formation werden teils erosiv von den schluffigen Tonmergelsteinen der Emscher-, oder Ton- und Kalkmergelsteinen der Holtwick-Formation überlagert. Die Abgrenzung ist fließend und mangels geeigneter Grenzprofile nicht genau festlegbar.
Mittlere Mächtigkeit: Sehr stark schwankend, meist zwischen 80 – 100 m, am Referenzprofil Weiner Esch bei Ochtrup nur 8,5 m.
Maximale Mächtigkeit: Bis 150 m im Raum Burgsteinfurt und Borghorst (nach Thiermann 1999).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Raum zwischen Ochtrup und dem namengebenden Ort Burgsteinfurt. Aufgrund der stark wechselnden Fazies und schlechten Aufschlußsituation ist kein Typusprofil festlegbar. Derzeit ist als Referenzprofil lediglich der aufgelassene Steinbruch auf dem Weiner Esch südlich von Ochtrup zugänglich (TK 25: 3809 Metelen; vgl. Hiss 2001, Kalkarenitfazies des Obersantonium)
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Nordmünsterland zwischen Altenberge und Gronau.
Zeitgleiche Einheiten: Die Burgsteinfurt-Formation ist auf paläogeographische Hochlagen beschränkt und nur vom Nordrand des Münsterländer Kreide-Beckens zwischen Gronau und Ochtrup bis in den Raum Burgsteinfurt – Borghorst – Altenberge verbreitet. Lateral geht sie rasch in die Emscher-Formation über, es bestehen fließende Faziesübergänge.
Alterseinstufung: Die Burgsteinfurt-Formation umfasst Sedimente des Obersantonium und unteren Untercampanium. Wenige Makrofossilfunde (hauptsächlich Belemniten und Inoceramen) ermöglichen eine Einstufung im Sinne der borealen Standard-Zonierung (Wegner 1905, Böhm 1916, Arnold 1964, Hiss 1995, 2001). Zahlreiche mikrofaunistische Daten (benthische Foraminiferen) aus Bohrungen der geologischen Landesaufnahme erlauben eine sichere zeitliche Eingrenzung (vgl. Hiss 1995, 2001, Thiermann 1999)
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Auch wenn die Burgsteinfurt-Formation aufgrund fehlender Aufschlüsse sowie lateraler und vertikaler Faziesübergänge gegenüber den seitlich angrenzenden bzw. überlagernden Schichten im Detail nicht immer sicher abgrenzbar ist, so hebt sie sich doch immer deutlich morphologisch hervor.
Literatur: Arnold, H. (1964): Die höhere Oberkreide im nordwestlichen Münsterland. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 649 – 678; Krefeld.
Böhm, J. (1916): Über die untersenone Fauna bei Burgsteinfurt und Ahaus. – Jb. preuß. geol. L.-Anst., 36: 423 – 428; Berlin.
Hiss, M. (1995), mit Beitr. von Elfers, H.; Gross-Dohme, B.; Schraps, W.-G.: Erläuterungen zu Blatt 3808 Heek. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Er., 3808 Heek: 180 S.; Krefeld.
Hiss, M. (2001), mit Beitr. von Elfers, H.; Suchan, K.-H.; Schraps, W.-G.: Erläuterungen zu Blatt 3809 Metelen. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3809: 173 S.; Krefeld.
Hiss, M. (2007): Burgsteinfurt-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 107 - 108; Hannover.
Staude, H. (1989), mit Beitr. von Adams, U.; Dubber, H.-J.; Koch, M.; Vogler, H.: Erläuterungen zu Blatt 3910 Altenberge. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1:25000, Erl., 3910: 123 S.; Krefeld.
Thiermann, A. (1999), mit Beitr. von Dubber, H.-J.; Maslowski, H.; Stancu-Kristoff, G.; Weber, P.: Erläuterungen zu Blatt 3810 Steinfurt. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3810: 119 S.; Krefeld.
Wegner, Th. (1905): Die Granulatenkreide des westlichen Münsterlandes. – Z. dt. geol. Ges., 57: 112 – 232; Berlin.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 10.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 23.08.2017, 04:14:05.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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