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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Büren-Formation
ID: 2008024
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss, Kaplan & Wiese (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Plänerkalk-Gruppe, Obere Plänerkalk-Untergruppe
Chronostratigraphie: Unterturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Mytiloidesmergel (Stille 1903), Labiatus-Mergel, labiatus-Schichten (z. B. Hiss 1989), Grüngraue Wechselfolge (Frieg et al. 1989, Kaplan 1991).
Lithologie: Grünlichgrauer, im westlichen Ruhrgebiet zum Teil auch weißer Kalkmergelstein, am Top vereinzelte Lagen mit Mergelkalkstein-Knollen; insbesondere im tieferen Teil häufig mit Mytiloides-Schill, untergeordnet und meist nur lokal treten nahe der Basis auch Rotfärbungen auf. In randlichen Profilen des südwestlichen Ruhrgebietes z. T. leicht sandiger, glaukonitischer Mergelstein. Im Raum Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen-Süd und Bochum-Nord ist der obere Abschnitt (ca. 5-15 m) der Büren-Formation durch knollige Verkieselungen charakterisiert. Gleichzeitig tritt dort etwa in der Mitte der Gesamtabfolge eine ca. 1 m mächtige, grüngraue, stark glaukonitische, stark feinsandige Kalkmergelsteinlage auf.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Büren-Formation beginnt im Teutoburger Wald und im Südosten der Paderborner Hochfläche über der letzten markanten Schwarzschieferlage der Hesseltal-Formation oder dem Aussetzen von Rotplänern. Im Süden und im Zentrum des Münsterländer Kreide-Beckens (in Teilen der Paderborner Hochfläche, am Haarstrang, im östlichen Ruhrgebiet) lagert sie unmittelbar auf der dort zur Brochterbeck-Formation gerechneten plenus-Bank bzw. Kalkknollenbank. Im westlichen Ruhrgebiet liegt sie über der Essen-Grünsand-Formation.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze ist durch das erste Auftreten fester, markanter Kalksteinbänke an der Basis der Oerlinghausen-Formation markiert, in Randprofilen mit Grünsand (= Basis Bochum-Grünsand-Member).
Mittlere Mächtigkeit: Im Typusprofil ca. 20 m.
Maximale Mächtigkeit: Im Raum Wünnenberg nach Skupin (1989) bis 60 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Südrand des Münsterländer Kreide-Beckens am östlichen Haarstrang, insbesondere im Raum der namengebenden Stadt Büren. Typusprofil ist der aufgelassene Steinbruch Burania am ehem. Bahnhof Büren (TK 25: 4417 Büren, vgl. Hiss 1989, Hiss et al. 1998, Kaplan & Kennedy in Vorb.). Weitere Referenzprofile befinden sich bei Warstein-Allagen (TK 25 4515 Hirschberg, vgl. Kaplan 1992) sowie in Halle (TK 25: 3916 Halle, vgl. Kaplan 1991, 2011).
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Die Büren-Formation ist bis auf wenige Ausnahmen im gesamten Münsterländer Kreide-Becken verbreitet und auch im tieferen Untergrund in Bohrungen nachgewiesen, im Südwesten allerdings in stark reduzierter Mächtigkeit. Dabei ist im Ruhrgebiet ihre Mächtigkeit im Süden (Raum Unna - Duisburg) höher als nördlich davon (Dölling et al. 2014). Im Raum Hünxe, Dinslaken, Oberhausen, Bottrop und Gladbeck fehlt die Büren-Formation zumeist vollständig. Dort sind keine Ablagerungen des Unterturoniums überliefert.
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleich zur Büren-Formation sind der unterer Teil der Söhlde-Formation in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und der untere Teil der Lengerich- sowie Wüllen-Formation in Nordrhein-Westfalen.
Alterseinstufung: Die Büren-Formation umfasst das Unterturonium. Ihre Basis liegt im Teutoburger Wald und nach bisheriger Kenntnis auch in den meisten Profilen des Verbreitungsgebiets im tieferen Teil des Unterturonium. Im Typusprofil Büren beginnt sie bereits im Cenomanium/Turonium-Grenzbereich, wobei die untersten Dezimeter dieses Profils vermutlich noch dem Obercenomanium zugeordnet werden müssen (Kaplan & Kennedy, in Vorb.). Die Alterseinstufung erfolgt biostratigraphisch vorzugsweise mit Inoceramen und Ammoniten, untergeordnet mit planktischen Foraminiferen. d13C-Kurven und Eventstratigraphie ermöglichen hochauflösenden Korrelation mit zeitgleichen Schichten anderer Formationen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: In Bohrlochmessungen hebt sich die Büren-Formation meist deutlich durch höhere Gamma- sowie niedrigere Widerstandswerte von den angrenzenden Einheiten ab. Im Ruhrgebiet ist sie dagegen durch einen deutlichen Rückgang der Gammastrahlung gegenüber den angrenzenden Grünsand-Horizonten charakterisiert (Dölling et al. 2014).
Die ursprüngliche Beschreibung der Büren-Formation wurde um neue Erkenntnisse aus der geologischen Landesaufnahme im Ruhrgebiet ergänzt (B. Dölling, M. Dölling, Geologischer Dienst NRW).
Literatur: Dölling, B., Dölling, M., Hiss, M. (2014): The Upper Cretaceous sedimentary rocks of the southern Münsterland (Northwest Germany) revistited – new correlations of borehole lithostratigraphical, biostratigraphical and natural gamma radiation (GR) log data. – Z. dt. Ges. Geowiss (German J. Geosci.), 165 (4): 521 - 545; Stuttgart.
Frieg, C.; Hiss, M.; Müller, W. (1989): Stratigraphie im Turon und Unterconiac des südlichen und zentralen Münsterlandes. - Münstersche Forsch. Geol. Paläont., 69: 161 - 186; Münster.
Hiss, M. (1989), mit Beitr. von Erkwoh, F.-D.; Jäger, B.; Michel, G.; Vieth-Redemann, A.: Erläuterungen zu Blatt 4417 Büren. - Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4417: 152 S.; Krefeld.
Hiss, M.; Kaplan, U.; Harries, P. (1998): Albian-Turonian of Rüthen. – In: Mutterlose, J.; Bornemann, A.; Rauer, S.; Spaeth, C.; Wood, C. J. [Hrsg.]: Key localities of the northwest European Cretaceous. – Bochumer geol. u. geotech. Arb., 48: 175 – 181; Bochum.
Hiss, M.; Kaplan, U., Wiese, F. (2007): Büren-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 38 - 40; Hannover.
Kaplan, U. (1991): Zur Stratigraphie der tiefen Oberkreide im Teutoburger Wald (NW-Deutschland), 2, Turon und Coniac im Steinbruch des Kalkwerkes Foerth, Halle/Westfalen. – Ber. naturwiss. Ver. Bielefeld, 32: 125 - 159; Bielefeld.
Kaplan, U. (1992): Das tiefe Turon von Allagen-Westendorf (Westfalen). – Geol. Paläont. Westf., 21: 115 – 121; Münster.
Kaplan, U. (2011): Turonium und Unterconiacium (Oberkreide) im Steinbruch DIMAC bei Halle (Westfalen), Teutoburger Wald (Östliches Münsterländer Kreidebecken).- Geol. Paläont. Westf., 81: 75-105; Münster.
Kaplan, U.; Kennedy, W. J. (in Vorb.): Stratigraphie und Ammonitenfaunen des Westfälischen Turon. – Geol. Paläont. Westf.; Münster.
Stille, H. (1903): Geologisch-hydrologische Verhältnisse im Ursprungsgebiet der Paderquellen zu Paderborn. - Abh. kgl. preuß. L.-Anst. u. Bergakad., N. F., 38: 129 S.; Berlin.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.; Kaplan, U.; Wiese, F.
Erstellt am: 10.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015
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Litholex Recherche vom 19.11.2017, 22:22:29.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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