litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Recklinghausen-Formation
ID: 2008020
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelsantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Sandmergel von Recklinghausen (Schlüter 1876), Recklinghäuser Sandmergel, Recklinghäuser Schichten (z. B. Hilden & Thiermann in Anderson et al. 1987), Recklinghausen-Schichten.
Lithologie: Sandmergelsteine in stark variierender fazieller und genetischer Ausprägung: gelblichgraue oder grünlichgraue, zum Teil glaukonitische Feinsandmergelsteine, mergelige Feinsandsteine und sandige Mergelsteine (schwach verfestigt) mit stark verfestigten bis harten, teils kieseligen, teils kalkigen Feinsandstein- oder Kalksandsteinbänken. Feste Bänke sind besonders häufig im unteren Teil der Recklinghausen-Formation zu finden.
Untergeordnete Einheit: Cappenberger Schichten (= Kappenberger Sandmergel / Sandstein) im Raum nördlich Lünen (höheres Obersantonium bis basales unteres Untercampanium). Hierbei handelt es sich um das am weitesten nach Osten reichende und zugleich stratigraphisch jüngste Sandmergelvorkommen. Es ist im Sinne einer Bank aufzufassen und Bestandteil der Recklinghausen-Formation.
Liegendgrenze: Der Wechsel von den Schluff- oder Tonmergelsteinen der Emscher-Formation zu vorwiegend Sandmergelsteinen bildet die Liegendgrenze der Recklinghausen-Formation. Der Korngrößenwechsel vollzieht sich meist fließend, charakteristisch sind aber die festen Sand- und Kalksandsteinbänke, die erstmals an der Basis der Recklinghausen-Formation auftreten. In Bohrlochmessungen treten in Sonic- und Widerstands-Logs die festen Bänke in charakteristischer Weise hervor. Aufgrund des geringeren Tonanteils ist in Gamma-Logs die Kurve in der Recklinghausen-Formation deutlich flacher als in der Emscher-Formation.
Hangendgrenze: Der Wechsel von den Sandmergeln der Recklinghausen-Formation zu der meist reinen Sand-Sedimentation der Haltern-Formation vollzieht sich meist sehr rasch, auch wenn immer wieder graduelle Übergänge sowohl lateral, als auch Horizontal vorhanden sind. In Bohrlochmessungen ist die Grenze durch ein fast vollständiges Abflachen der Gamma-Log-Kurve gut zu erkennen.
Mittlere Mächtigkeit: 50 – 100 m (nach Hilden & Thiermann in Anderson et al. 1987).
Maximale Mächtigkeit: Bis ca. 160 m in Tiefbohrungen im Raum Haltern.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Raum um die namengebende Stadt Recklinghausen, wo sich der Übergang von der Emscher- zur Recklinghausen-Formation morphologisch durch eine Geländestufe deutlich abzeichnet. Ein Typusprofil ist nicht ausgewiesen. Als Referenzprofil kann der Bereich von 11 m bis 70 m Teufe der Bohrungen Lippermulde 1/1a und Nordlicht Ost 2 (TK 25: 4307 Dorsten) gelten. Dieser Abschnitt ist bei Arnold & Wolansky (1964) ausführlich beschrieben.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Münsterländer Kreide-Becken, südwestliches und westliches Münsterland (Ruhrgebiet bis Raum Ahaus).
Zeitgleiche Einheiten: Im östlichen Ruhrgebiet mit Emscher-Formation verzahnend, z. T. lateral fließende Übergänge von Sandmergel- über schluffigen Tonmergel- zu Tonmergelstein.
Alterseinstufung: Die Datierung erfolgt nach Inoceramen-, Belemniten- und Ammonitenfunden.
Kommentar: Sowohl Basis als auch Hangendgrenze der Recklinghausen-Formation sind diachron und unterliegen je nach fazieller oder tektonischer Situation regionalen Schwankungen. Die Basis liegt vielfach im oberen Mittelsantonium, die Hangendgrenze im Obersantonium. Örtlich kann sie auch noch über die Grenze Obersantonium/unteres Untercampanium hinausreichen (in den Cappenberger Schichten, Arnold 1960).
Versch./Sonstiges: Die Recklinghausen-Formation ist durchgehend marin und als Ablagerung des inneren bis mittleren Schelfs anzusehen.
Literatur: Anderson, H. J.; Bosch, M. van den; Braun, F. J.; Drozdzewski, G.; Hilden, H. D.; Hoyer, P.; Knapp, G.; Rehagen, H.-W.; Stadler, G.; Teichmüller, R.; Thiermann, A.; Vogler, H. (1987): Erläuterungen zu Blatt C 4306 Recklinghausen. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 100 000, Erl., C 4306, 2. Aufl.: 164 S.; Krefeld.
Arnold, H. (1960): Erläuterungen zur Geologischen Karte. – In: Arnold, H.; Bode, H.; Wortmann, H., mit Beitr. von Karrenberg, H.; Teichmüller, R.: Erläuterungen zu Blatt C 4310 Münster. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 100 000, Erl., C 4310: 9 – 126; Krefeld.
Arnold, H.; Wolansky, D. (1964), mit Beitr. von Hiltermann, H.; Koch, W.: Litho- und Biofazies der Oberkreide im südwestlichen Münsterland nach neuen Kernbohrungen. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 421 – 478; Krefeld.
Hiss, M. (2007): Recklinghausen-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 105 - 106; Hannover.
Schlüter, C. (1876): Die Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, 2. – Palaeontographica, 24 (1 – 4): 1 – 144; Kassel.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 28.04.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

es existiert eine frühere Version:
diese 
anzeigen


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 18.08.2017, 18:20:35.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID