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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Alzey-Formation
ID: 2004005
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: GRIMM, GRIMM & SCHINDLER 2000
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Selztal-Gruppe; Froidefontaine-Subgruppe; Stockstadt-Gruppe
Chronostratigraphie: Paläogen (Känozoikum)
Oligozän (Paläogen, Känozoikum)
Rupelium (int. Stufe) (Unteroligozän , Oligozän, Paläogen, Känozoikum)
Synonyme: Sand von Weinheim (SANDBERGER 1853); Meeressand von Alzey (WEINKAUF 1860, GROOS 1866,1867); Meeressand (SANDBERGER 1853, 1863, LEPSIUS 1883, ANDREAE 1888, KESSLER 1909, STEUER 1909, 1910, WENZ 1921, WAGNER 1931, MORDZIOL 1911, WITTMANN 1950,1988, WIRTH 1955, DOEBL 1964); Alzeyer Meeresand (SCHOPP 1988, 1913); Kreuznacher mitteloligozäner Meeressand (DELKESKAMP 1906); sandige Anteile der Alzey-Schichten (STRUVE 1973); Unterer Meeresand und Oberer Meeressand (GEIB 1973, ROTHAUSEN & SONNE 1984); Sande von Egiusheim (DELBOS & KOECHLIN-SCHLUMBERGER 1867); Sables marins de Dannemarie (MEYER 1927).
Lithologie: Die Alzey-Formation besteht aus einer Wechsellagerung von Sanden und Kiesen, deren Zusammensetzung in Abhängigkeit vom Untergrund schwankt. Das Korngrößenspektrum reicht von schluffigem Feinsand bis zu Blockkiesen. Die meist durch Verwitterungs-Prozesse geprägte Farbe liegt zwischen gelblich, braun, rötlich und weißgrau, z.T. auch oliv-grünlich. Die Alzey-Formation führt eine hochdiverse marine mediterran geprägte Mikro- und Makrofauna und -flora.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Die Alzey-Formation liegt diskordant auf meist prätertiärem Untergrund, die tiefsten Lagen werden durch einen Transgressionskies gebildet.
Hangendgrenze: Die Obergrenze wird durch einen scharfen Wechsel zu tonig-mergeligen Sedimenten der Bodenheim- oder Stadecken-Formation definiert.
Mittlere Mächtigkeit: wenige Meter bis einige 10er Meter
Maximale Mächtigkeit: 50m in der Sandgrube am Steigerberg bei Eckelsheim
Typusprofile, etc.: Die Typusprofile sind in GRIMM, GRIMM & SCHINDLER (2000) ausführlich beschrieben:
Naturdenkmal Trift bei Alzey-Weinheim (TK 25 Blatt 6214 Alzey R 3433200 H 5511900, ca. 210m NN)
Naturdenkmal Sandgrube Zeilstück NW Alzey-Weinheim (TK 25 6214 Alzey R 3431610 H 5512230, ca. 210m NN)
Sandgrube Müller & Schmidt am Ölberg, SW Wöllstein (TK 25 6113 Bad Kreuznach R 3424100 H 5519600, 150m NN)
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Hessen
Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Mainzer Becken, Hanauer Becken und Oberrheingraben
Zeitgleiche Einheiten: Bodenheim-Formation
Alterseinstufung: Eine radiometrische 87Sr/86Sr-Datierung ergab ein Alter von 30,1 +/- 0,1 Mio.Jahre (GRIMM & GRIMM 2003).Die biostratigraphische Einstufung erfolgt mit kalkigem Nannoplanktion in den höheren Teil der Nannoplanktonzone NP 23 und den tieferen Teil der Zone NP 24. Die Alzey-Formation liegt innerhalb der Foraminiferenzone NSR 7b (vgl. Bodenheim-Formation)
Kommentar: Nach GRIMM (2002) umfasst die Alzey-Formation 2 Foraminiferenzonen.
Versch./Sonstiges: Die Alzey-Formation ist am Rand des Mainzer Beckens, des Hanauer Beckens und am Rand des Oberrheingrabens verbreitet.
Literatur: GRIMM, K.I: (1998): Correlation of Rupelian coastal and basin facies in the Mainz Basin (Oligocene, Germany).- N.Jb. Geol. Paläont. Monatshefte, 1998 (3): 146-156; Stuttgart.
GRIMM, K.I. , GRIMM, M.C. & SCHINDLER, T. (1999): Der Meeressand (Rupelium, Oligozän) der Sandgrube "Faber" bei Siefersheim in Rheinhessen (Mainzer Becken).- Mainzer geowiss. Mitt., 28: 7-32; Mainz.
GRIMM, K.I., GRIMM, M.C. & SCHINDLER, T. (2000): Lithostratigraphische Gliederung im Rupelium / Chattium des Mainzer Beckens, Deutschland.- N.Jb. Geol. Paläont. Abh., 218(3): 343-397; Stuttgart.
GRIMM, K.I. (2002) Foraminiferal zonation of early Oligocene deposits (Selztal-Gruppe, Latdorfian, Rupelian) in the Mainz Basin.- J. Micropal., 21: 67-74; London.
GRIMM, K.I. & GRIMM, M.C. (2003): Die fossilen Wirbellosen des Mainzer Tertiärbeckens, Teil 1-1. Geologischer Führer durch das Mainzer Tertiärbecken.- Mainzer Naturwissenschaftl. Archiv, Beiheft 26: 165 S.; Mainz.
GRIMM, M.C. (2005): Beiträge zur Lithostratigraphie des Paläogens und Neogens im Oberrheingebiet (Oberrheingraben, Mainzer Becken , Hanauer Becken).- Geol. Jb. Hessen, 132: 79-112; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Grimm, Kirsten; Universität Mainz
Erstellt am: 31.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Tertiär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.04.2006
Änderung Datensatz: 25.04.2006


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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 14:39:41.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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