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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Kraak-Formation
ID: 1006017
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: W. v. BÜLOW (2004)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Saalium-Komplex (Mittelpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Holsteinium (Mittelpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Die Kraak-Formation besteht aus einer Abfolge von Sedimenten unterschiedlicher Faziesbereiche. In einer vorwiegend sandigen Serie treten fossilhaltige marine tonige Schluffe, limnische Schluff-, Kalk- und Diatomeenmudden, dünne Torflagen, Geschiebemergel sowie fluviatile Kiessande auf, wobei letztere sowohl aus nordöstlicher (Grabower Typ) als auch südlicher (Goldenitzer Typ) Richtung geschüttet wurden. Nur selten sind alle Faziesbereiche in einzelnen Bohrungen vertreten. Durch Pollenanalysen wurden stadiale bis interglaziale Klimabedingungen nachgewiesen. Eine deutliche marine Ingression erfolgte im Klima-Optimum des Holsteins s. str. Hinweise auf Marinität wurden auch nahe bzw. unter der Liegendgrenze der Formation gefunden.
Untergeordnete Einheit: Goldenitzer und Grabower Flussschotter (v. BÜLOW 1991)
Fuhne-Geschiebemergel (v. BÜLOW 1992) (siehe 15), Cardium-Sand
Liegendgrenze: Die Kraak-Formation beginnt über der Hagenow-Formation (dem Lauenburger Ton bzw. dem jüngsten Elster-Geschiebemergel).
Hangendgrenze: Die Kraak-Formation endet unterhalb der Ablagerungen des ältesten Drenthe-Vorstoßes des Saale-Komplexes.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: 200 m
Typusprofile, etc.: Ein Typusprofil ist die Bohrung Kb Kraak 6/63 (TK 25: 2534 Rastow, H: 59 20828, R: 44 58528).
Verbreitung (Bundesländer): Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Die Verbreitung der Kraak-Formation ist im Wesentlichen an die Norddeutsch-Polnische Senke gebunden, insbesondere an die Brandenburger Wanne.
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleiche lithostratigraphische Einheiten lassen sich über Geröllzählungen der Flussschotter und über Klimaaussagen der Pollenanalysen ermitteln.
Alterseinstufung: Pollenanalysen, Lithologische Korrelationen
Kommentar: Pollenstratigraphisch wurden vor allem durch ERD (zuletzt in v. BÜLOW 2000) Holstein-Interglazial s. str., Fuhne A-Stadial, Pritzwalk-Interstadial, Fuhne B-Stadial und Dömnitz-Interglazial nachgewiesen. Geschiebemergel (siehe 15) lagert zwischen Fuhne B-Stadial und Dömnitz-Interglazial.
CEPEK (1981) hat die Schichten der Kraak-Formation insgesamt seiner klimastratigraphischen Kategorie "Holstein-Komplex" zugeordnet, was nach Ansicht des Autors eine gewisse Berechtigung hat. Nach LITT et al. (2007) sollte der Begriff "Holstein-Komplex" jedoch nicht weiter verwendet werden.
Versch./Sonstiges: Der vom Autor als autochthon angesehene Fuhne-Geschiebemergel ist aufgrund geringer Mächtigkeit und nur weniger Nachweise umstritten.
Literatur: BÜLOW, W. V. (1970): Abschlußbericht Neogen SW-Mecklenburg. – unveröff., Schwerin.
BÜLOW, W. V. (1991): Präpleistozäne und Holstein-zeitliche Flußschotter im südwestlichen Mecklenburg. – Z. geol. Wiss., 19, 3: 252-260; Berlin.
BÜLOW, W. V. (1992): Fuhne-Vergletscherung im westlichen Mecklenburg ? – DEUQUA 92, Kurzfassungen; Kiel.
BÜLOW, W. V. (1998): Die Paläohydrographie im nordostdeutschen Flachland vom Ober-Miozän bis zum Holozän. – 50 Jahre DEUQUA, Kurzfassungen; Hannover.
BÜLOW, W. V. (Hrsg.) (2000): Geologische Entwicklung Südwest-Mecklenburgs seit dem Ober-Oligozän. – Schriftenr. f. Geowiss., H. 11, 413 S.; Berlin.
BÜLOW, W. V. (2004): Die Kraaker Schichten (Holstein-Komplex) im südwestlichen Mecklenburg und nordwestlichen Brandenburg. – Brandenburgische Geowiss. Beitr., 11: 97-110; Kleinmachnow.
CEPEK, A. G. (1981): Fachbereichsstandard TGL 25234: Stratigraphische Skala der DDR, Quartär. – Berlin.
LITT, T. & TURNER, C. (1993): Arbeitsergebnisse der Subkommission für Europäische Quartärstratigraphie: Die Saalesequenz in der Typusregion. – Eiszeitalter u. Gegenwart, 43: 125-128; Hannover.
LITT, T., BEHRE, K.-E., MEYER, K.-D., STEPHAN, H.-J. & WANSA, S. (2007): Stratigraphische Begriffe für das Quartär des norddeutschen Vereisungsgebietes. - Eiszeitalter u. Gegenwart, 56/1-2: 7-65; Hannover.
MÜLLER, G. (1899): Praeglaciale marine und Süßwasserablagerungen bei Boizenburg a. d. Elbe. – Archiv d. Vereins d. Freunde d. Naturgesch. Meckl., 53, Güstrow.
Autor des Datenblattes: Werner von Bülow
Erstellt am: 21.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 08.11.2007
Änderung Datensatz: 05.12.2007


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Litholex Recherche vom 27.07.2017, 02:37:00.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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