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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hagenow-Formation
ID: 1006015
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: W. v. BÜLOW (2000)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Elsterium (Mittelpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Cromerium-Komplex (Mittelpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: Rinnenpleistozän
Lithologie: Die Hagenow-Formation beginnt mit mächtigen nordischen feinsandigen bis kiesigen Mittelsanden glazifluviatiler Genese mit möglichen glazigenen Anteilen. Zum Hangenden gehen sie in grünlichgraue schluffige geschichtete Feinsande über, die einzelne quartäre (kalt-) marine Elphidien enthalten. Darüber folgt mit fließendem Übergang der 140 m mächtige Lauenburger Ton. Er ist weitgehend ungeschichtet, dunkelbraungrau, mit dunkelbraunen Partien, kalkhaltig, schlierig bis brekziös mit feinsandig-schluffigen Nestern und Linsen. Im Hangenden wird er geschichtet bis gebändert. Vor allem für seine symmikten Partien wird (glazi-) marine Fazies angenommen.
Untergeordnete Einheit: Lauenburger Ton (MÜLLER 1899)
Liegendgrenze: Die untere Begrenzung der Hagenow-Formation sind unterschiedliche präpleistozäne Ablagerungen an der Rinnenbasis.
Hangendgrenze: Im Hangenden wird die Hagenow-Formation von der Kraak-Formation begrenzt.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Die Gesamtmächtigkeit kann 400 m übersteigen.
Typusprofile, etc.: Das Typusprofil ist die Bohrung Kb NSWM 4/65 Hagenow (TK 25: 2533 Hagenow, H: 59 23219, R: 44 46453).
Verbreitung (Bundesländer): Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Die Verbreitung der Hagenow-Formation ist an die übertiefen altpleistozänen Rinnen im Bereich der Norddeutsch-Polnischen Senke, insbesondere der Brandenburger Wanne gebunden.
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Lithologische Korrelationen
Kommentar: Die Hagenow-Formation ist älter als das Holstein-Interglazial und wurde zum größten Teil im Elster-Glazial gebildet. Wahrscheinlich beginnt ihre Ablagerung bereits im Prä-Elster (Cromer-Komplex).
Versch./Sonstiges: Der Lauenburger Ton, der die Rinnenfüllung weitgehend abschließt, reicht in der Größenordnung bis -50 m NN hinauf. Je tiefer die Rinne, umso größer sind die Mächtigkeiten der Hagenow-Formation.
Die Füllungen der verschiedenen Rinnen können korreliert werden.
Literatur: BÜLOW, W. V. (1970): Abschlußbericht Neogen SW-Mecklenburg. – unveröff., Schwerin.
BÜLOW, W. V. (1998): Die Paläohydrographie im nordostdeutschen Flachland vom Ober-Miozän bis zum Holozän. – 50 Jahre DEUQUA, Kurzfassungen, Hannover.
BÜLOW, W. V. (Hrsg.) (2000): Geologische Entwicklung Südwest-Mecklenburgs seit dem Ober-Oligozän. – Schriftenr. f. Geowiss., 11, Berlin.
CEPEK, A. G. (1981): Fachbereichsstandard TGL 25234: Stratigraphische Skala der DDR, Quartär. – Berlin.
LITT, T. & TURNER, C. (1993): Arbeitsergebnisse der Subkommission für Europäische Quartärstratigraphie: Die Saalesequenz in der Typusregion. – Eiszeitalter u. Gegenwart, 43, Hannover.
MÜLLER, G. (1899): Praeglaciale marine und Süßwasserablagerungen bei Boizenburg a. d. Elbe. – Archiv d. Vereins d. Freunde d. Naturgesch. Meckl., 53, Güstrow.
Autor des Datenblattes: Werner von Bülow
Erstellt am: 18.04.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 11.05.2007
Änderung Datensatz: 07.06.2007


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Litholex Recherche vom 20.07.2017, 20:46:44.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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