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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Silurberg-Formation
ID: 8006001
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung:  BECKER (1928: 23/24); Namensgebung: KURZE (1997:237)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Äquiv. des Ordoviziums in
Chronostratigraphie: Oberordovizium (Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Folge aus quarzitischen Sandsteinen (Fabrikberg-Sandstein) oben und dunklen Schiefern mit Sandteinlagen (Schiefer-Plattensandstein) unten. Beide Teile sind durch Übergänge miteinander verbunden. In der Wismut-Bohrung 2652/70 sind die unteren Teile des Fabrikberg-Sandsteins und Sandsteine im Übergang zum Schiefer-Plattensandstein oft kalkig zementiert. Die dunklen Schiefer des Schiefer- Plattensandsteins führen auffällig viel Hellglimmer.
Nach LEMKE (1985) besitzen der Fabrikberg-Sandstein und die Sandsteine des Schiefer-Plattensandsteins übereinstimmende Schwermineralspektren mit viel Rutil, Zirkon und Turmalin sowie etwas Granat, Mineralen der Epidot-Zoisit-Gruppe, Apatit und Anatas.
Untergeordnete Einheit: Fabrikberg-Sandstein (nach dem Fabrikberg bei Langenstriegis, KURZE 1997:237)

Schiefer-Plattensandstein (Schiefer-Plattensandstein-Serie KURZE 1966)
Liegendgrenze: Der Fabrikberg-Sandstein geht durch Zunahme der Schieferlagen in den Schiefer-Plattensandstein über. Infolge intensiver Störung ist die stratigraphische Untergrenze des Schiefer-Plattensandsteins nicht bekannt.
Hangendgrenze: Die Silurberg-Formation (benannt nach dem Silurberg in Obermühlbach bei Frankenberg , KURZE 1997:237) wird von Kiesel- und Alaunschiefern des Silur überlagert. Oft sind die Kieselschiefer im unmittelbaren Grenzebreich zur Silurberg Formation hell gefärbt.
Mittlere Mächtigkeit: In der Wismut-Bohrung 2652/70 bei Obermühlbach wird der Fabrikberg-Sandstein 40 m mächtig. Die Abfolge des Schiefer-Plattensandsteins wurde mit ca 50 m Mächtigkeit angetroffen, ist jedoch an der Basis durch intensive Störungen abgeschnitten. Meist sind vom Schiefer-Plattensandstein nur wenige Meter aufgeschlossen.
Maximale Mächtigkeit: Fabrikberg-Sandstein 40 - 45 m ; Schiefer-Plattensandstein unbekannt
Typusprofile, etc.: Profil am Silurberg in Obermühlbach südlich Frankenberg/Sa (KURZE 1966, JAEGER 1977)
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Paläozoikum am Südrand des Zwischengebirges von Frankenberg-Hainichen und Paläozoikum an der "Klinge" nördlich Hainichen (Nordostteil des Zentralsächsischen Lineaments);in Teilen des Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges und des Elbtalschiefergebirges (Elbezone).
Zeitgleiche Einheiten: Eichberg-Formation(Lausitz); Döbra-Formation (Frankenwald)
Alterseinstufung: Glyptograptus bohemicus in einer dunkelgrauen Schieferzwischenlage im obersten Teil des Fabrikberg-Sandsteins am Silurberg in Obermühlbach (JAEGER 1977); eine reiche und relativ gut erhaltene Acritarchen-Association im Schiefer-Plattensandstein von Obermühlbach (HEUSE 1990, REITZ & HEUSE 1994)
Kommentar: Einstufung ins Caradoc-Ashgill ; möglicherweise bis ins unterste Silur reichend
Versch./Sonstiges: Die Folge enthält vielfach Anzeichen subaquatischer Rutschungen. Ihre Ablagerung ist wahrscheinlich mit einer Meeresspiegelabsenkung im Gefolge der "Sahara-Vereisung" verbunden.
Literatur: BECKER,H.(1928): Das Zwischengebirge von Frankenberg in Sachsen,- Abh. Sächs. Geol. Landesamt 8, Leipzig.

HEUSE,Th.(1990): Acritarchen - Biostratigraphie des Jungproterozoikums und Altpaläozoikums im Saxothuringikum.- unveröff. Diss., Bergakademie Freiberg.

JAEGER,H.(1977): Das Silur/Lochkov-Profil im Frankenberger Zwischengebirge (Sachsen).- Freiberger Forschungsheft C 326, 45 - 59, Leipzig.

KURZE,M. (1966): Die tektonisch-fazielle Entwicklung im Nordostteil des Zentralsächsischen Lineaments.- Freiberger Forschungsheft C 201, 5 - 89, Leipzig.

KURZE,M. (1997): Silurberg-Folge: in CFS 200: 237 - 239.- Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Frankfurt a. M..

LEMKE,W (1985): Sedimentpetrographische Untersuchungen an quarzitischen Gesteinen des Paläozoikums im Südteil der DDR.- Unveröff. Diss., Bergakademie Freiberg.

REITZ,E.; HEUSE, Th. (1994): Palynofazies im Oberordovizium des Saxothuringikums.- Neues Jahrbuch Geol. Paläontol. Mon.h. 6, 348 - 360, Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Kurze, M.
Erstellt am: 23.07.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.11.2009
Änderung Datensatz: 22.01.2010


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Litholex Recherche vom 30.03.2017, 10:53:27.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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