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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Grießbach-Formation
ID: 8004005
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: HOTH & LORENZ (1966), Definiton der Einzelglieder HOTH (1967)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Joachimsthal-(Jáchymov-)Gruppe
Chronostratigraphie: Ordovizium (Paläozoikum)
Kambrium (Paläozoikum)
Synonyme: Grießbacher Schichten
Grießbacher Folge
Schichten von Jáchymov für Zechengrund-Subformation
Lithologie: Bunter Gesteinsverband aus Muskowit- bis Zweiglimmerschiefer (mehr oder weniger stark feldspatführend, meist granatführend, z. T. chloritoidführend), z. T. Biotitglimmerschiefer und Biotitfeldspatglimmerschiefer sowie Muskowitgneis (Metarhyolithoid, max. bis 50 % der Gesamtfolge, bis 70 m mächtig) mit Einlagerungen von graphitführendem Schiefer (Metaschwarzschiefer), Graphitquarzit, feinkörnigem Gneis (Metagrauwacke), Kalzitmarmor bzw. Kalksilikatfels (Skarn) und lokal Quarzit, Metabasit, und Metakonglomerat. Im böhmischen Erzgebirge monotoner.
Für die Subformationen charakteristische Lithologien sind in der Zechengrund-Subformation: Graphitführende Schiefer, in der Plavno-Subformation: Marmor-/Kalksilikatfelslager, südwestlich Jáchymov Metagrauwacken und einzelne Metakonglomeratvorkommen, in der Boží Dar-Subformation: Hauptteil der Metarhyolithoide (Muskowitgneis), z. T. verknüpft mit Marmorlager.
Untergeordnete Einheit: Boží Dar-Subformation
Plavno-Subformation
Zechengrund-Subformation
Liegendgrenze: Im Allgemeinen relativ deutlich. In Gebieten mit verstärkter Quarzitführung in der liegenden Fichtelberg-Formation durch das Aussetzen der Quarzite scharf, ansonsten meist deutlich durch das Auftreten von Feldspatglimmerschiefer bzw. dem Einsetzen lithologisch bunter Einschaltungen der unterschiedlichen Subformationen.
Hangendgrenze: Bei charakteristischer Entwicklung der Boží Dar-Subformation scharf mit dem letzten mächtigen Muskowitgneiszug, ansonsten deutlich bei Einsetzen einer verstärkten Amphibolitführung bzw. weiterer bunter Einlagerungen der hangenden Breitenbrunn-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: sehr variabel, zwischen 300 und 800 m; im Raum Oberwiesenthal 460 - 600 m, Gebiet Johanngeorgenstadt - Aue 250 - 350 m, Erzgebirgsnordrandzone 500 - 1000 m, in Böhmen bis über 1000 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Grießbach südwestlich Zschopau (Erzgebirgs-Nordrandzone), Blatt 5254: Zschopau.
Für die Subformationen das Gebiet südwestlich und südlich vom Fichtelberg mit Zechengrundtal, Plavno südöstlich Jáchymov und Boží Dar (HOTH 1967), Blatt 5543: Kurort Oberwiesenthal.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Erzgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Saxothuringikum (sächsisches und böhmisches Erzgebirge)
Zeitgleiche Einheiten: Die lithologische Buntheit der Formation ist im Saxothuringikum unikat.
Alterseinstufung: Nach lithostratigraphischem Gesamtkonzept Kambroordovizium. Die Muskowitgneise (Metarhyolithoide) sind vielfach datiert und liefern stark streuende 207Pb/206Pb-Einzelzirkonalter zwischen 460 und 490 Ma (TICHOMIROWA 2003: 81-86, LEONHARDT 1999: 33, u.a.).
Kommentar: Die Muskowitgneise sind extrusive Bildungen eines frühpaläozoischen rhyolithischen Vulkanismus. Die Grießbach-Formation kann demnach als Gesamtheit in das untere bis mittlere Ordovizium gestellt werden.
Versch./Sonstiges: --
Literatur: HOTH, K. (1967): Die Gliederung der Joachimsthaler Serie zwischen Oberwiesenthal und Tellerhäuser. – Geologie, 16, 5: 528 - 533, Berlin.
HOTH, K. & LORENZ, W. (1966): Die skarnhöffigen Horizonte des westlichen Erzgebirges (Geologische Fragen der Skarnprognose im Erzgebirge - Teil 1). – Geologie, 15, 7: 769-799; Berlin.
LEONHARDT, D. (1999): Geologische Karte des Freistaates Sachsen 1 : 25 000. Erläuterungen zu Blatt 5543 Kurort Oberwiesenthal. – Sächs. Landesamt für Umwelt und Geologie, Bereich Boden und Geologie, 3. Aufl.: 111 S., 1 Anl., Freiberg.
LEONHARDT, D.; HOTH, K.; BERGER, H.-J. & KOCH, E.A. (1997): Erzgebirge (6). – In: HOTH, K. & BERGER, H.-J. (Red.): Stratigraphie von Deutschland II: Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum/Stratigraphische Kommission Deutschlands. Teil I: Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 176-227; Frankfurt a. M.
LORENZ, W. & HOTH, K. (1990): Lithostratigraphie im Erzgebirge - Konzeption, Entwicklung, Probleme und Perspektiven. – Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden, 37: 7-35; Dresden.
RÖTZLER, K. (1995): Die PT-Entwicklung der Metamorphite des Mittel- und Westerzgebirges. –Scientific Technical Report STR 95/14: 220 S., Potsdam.
TICHOMIROWA, M. (2003): Die Gneise des Erzgebirges – hochmetamorphe Äquivalente von neoproterozoisch-frühpaläozoischen Grauwacken und Granitoiden der Cadomiden. – Freiberger Forschungshefte C 495: 222 S., Freiberg.
Autor des Datenblattes: Leonhardt, D.
Erstellt am: 26.02.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 01.09.2008
Änderung Datensatz: 01.09.2008


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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 09:17:12.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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