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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Mömbris-Formation
ID: 8002007
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: BÜCKING, 1892 (glimmerreicher, schieferiger Gneis = untere Abteilung der Glimmerschieferformation); HIRSCHMANN & OKRUSCH, 1988 (Mömbris-Formation); Neudefinition HIRSCHMANN & OKRUSCH, 2001
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: entfällt
Chronostratigraphie: Kambrium (Paläozoikum)
Synonyme: Mömbriser Stufe und Glattbacher Stufe (THÜRACH, 1893), Staurolithgneis-Serie (WEINELT, 1962), Zone der staurolithführenden Paragneise (MATTHES & OKRUSCH, 1977)
Lithologie: Staurolith-führender Glimmerschiefer bis Paragneis mit Übergängen in staurolithfreien Paragneis. Einschaltungen von Kalksilikatgestein, Quarz-Plagioklasfels, Amphibolit, Hornblende-Plagioklas-Gneis und lokal Chlorit-Amphibolit bzw.Chlorit-Hornblende-Fels (Hösbachit)
Untergeordnete Einheit: Innerhalb der südlichen (tieferen) Teile der Einheit enthalten sowohl die Paragneise der Mömbris-Formation als auch die mit ihnen verfalteten Granitgneise Einschaltungen von Metabasiten (Metabasitzug von Aschaffenburg-Feldkahl-Rottenberg)
Liegendgrenze: Liegendes unbekannt. Grenze gegen die südlich anschließenden Einheiten des hangenden tektonischen Komplexes ist durch die Granitgneise des Rotgneis-Komplexes verborgen.
Hangendgrenze: Hörstein-Huckelheim-Formation. Grenze wechselnd scharf (Einsetzen der Quarzit- und Metabasiteinschaltungen in der Hörstein-Huckelheim-Formation).
Mittlere Mächtigkeit: Ca. 2000 m (Abschätzung nach Oberflächenausstrich und Lagerungsverhältnissen)
Maximale Mächtigkeit: s. Punkt 9.5.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist ein ca. 8 km breiter, SW-NE-streichender Abschnitt im Zentralteil des Spessartkristallins zwischen Aschaffenburg, Mömbris und Kleinkahl
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Hessen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Odenwald, Spessart, Rhön
Verbreitung (Ergänzung): Geiselbach-, Hörstein- Huckelheim- und Mömbris-Formation gehören zum liegenden tektonischen Komplex des Spessartkristallins (fensterartiger Zentralteil des Kristallins – OKRUSCH & WEBER, 1996). Wahrscheinlich ist das Kristallin der Bohrungen Wiesen 2 und Flörsbach 2 im östlichen Vorland des Spessarts zur Mömbris-Formation zu rechnen.
Zeitgleiche Einheiten: Nach lithologischen Kriterien ist eine Korrelation mit der Gömigenstein-Formation des Ruhlaer Kristallins möglich.
Alterseinstufung: Keine stratigraphisch verwertbaren radiometrischen Daten und paläontologischen Altersbelege
Kommentar: Nach Position im Liegenden der Hörstein-Huckelheim-Formation und als tiefste Einheit des tektonischen Liegendkomplexes des Spessartkristallins sowie nach regionaler Korrelation kommt am ehesten ein kambrisches (bis tiefordovizisches?) Alter in Betracht
Versch./Sonstiges: --
Literatur: BÜCKING, H. (1892): Der nordwestliche Spessart. – Abh. preuß. geol. L.-Anst., N.F. 12: 1 – 274, Berlin
HIRSCHMANN, G. & OKRUSCH, M. (1988): Spessart-Kristallin und Ruhlaer Kristallin als Bestandteile der Mitteldeutschen Kristallinzone - ein Vergleich. - N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 177, 1: 1-39, Stuttgart
OKRUSCH, M. & WEBER, K. (1996): Der Kristallinkomplex des Vorspessart. – Z. geol. Wiss. 24 (1/2): 141 – 174; Berlin
HIRSCHMANN, G. & OKRUSCH, M. (2001): 4.18 Spessart und Rhön (18) – Teil der MKZ. – in: Stratigraphie von Deutschland II. Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum. Teil II: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg. – Courier Forschungsinstitut Senckenberg (CFS) 234: 93 – 108, Stuttgart
Autor des Datenblattes: Hirschmann, G.
Erstellt am: 03.11.2007
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.11.2007
Änderung Datensatz: 13.12.2007
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Litholex Recherche vom 30.04.2017, 09:07:31.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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