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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Phycodendachschiefer-Formation
ID: 8000175
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: LIEBE, 1884
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Phycoden-Gruppe
Chronostratigraphie: Tremadocium (Unterordovizium, Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: Dachschiefer-Horizont der Phycodenschichten (GÜMBEL,C.W.,1879: 382-383), Helle Dachschiefer, tonschieferähnliche Phyllite (GRAUPNER 1928/1929), Dachschiefer (NAUMANN & DEUBEL, 1930),
Dachschieferzone (HEMPEL 1958),
Hundsgrüner Schichten (1970 bzw. 1972).
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Sehr monotone, ungeschichtete bis undeutlich geschichtete, grünlichgraue Schiefer mit deutlichem, dispers verteiltem Grobsiltgehalt (Siltschiefer) , hellgrau angewittert.
Oberer Magnetitquarzit: Lokal in den höchsten Teilen der Folge auftretender dunkler, immaturer, stark bioturbater Glimmer- und Fe-reicher Sandstein, deutlich geschiefert und im angewitterten Zustand typisch silbergrau.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Monotone grünlich-graue, dünn- und ebenspaltende Siltschiefer bis Phyllite; im tiefsten und höchsten Teil stark sandstreifig, nahe der Obergrenze linsenhaft; Oberer "Magnetitquarzit" (bei Berga) als bläulichgrauer, typisch silbergrau verwitternder detritusreicher Quarzit, z.T. mit Phylliteinlagerungen oder als magnetitführende Schiefer (bei Lobenstein).

Vogtland:
Gesteinsverband aus grüngrauen, lithologisch und sedimentologisch eintönigen, relativ massig erscheinenden und dichten, meist schichtungsarmen Siltschiefern bis phyllitischen Siltschiefern

Erzgebirge:
Siltschiefer bzw. Siltphyllit, überwiegend einheitlich grüngrau, vereinzelt bläulich- und dunkelgrau, schichtungsarm, kaum quarzitstreifig

Granulitgebirge:
Siltschiefer, hellgrünlichgrau, ebenschiefrig, dickschiefrig, ungeschichtet.
Untergeordnete Einheit: Oberer Magnetitquarzit-Horizont
Dachschiefer-Horizont
Liegendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Relativ scharf: Einsetzen des Dachschiefers über dem Oberen Frauenbachquarzit (lokal Unterer Magnetitquarzit); lokal Ausbildung von Übergangsschichten.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
relativ scharf

Vogtland:
nicht exakt definierbar, da teilweise transgressive Auflagerung auf ältere Einheiten

Erzgebirge:
Unscharf und häufig mit fließendem Übergang aus den tieferen Abfolgen; teilweise transgressiv, mehrfach auch tektonisch begrenzt, eingefaltet und verschuppt. lm Nordwesten der Erzgebirgsnordrandzone bei Hartenstein-Beutha relativ scharfe Grenze gegen die dort nur auf die höheren Teile der Frauenbach-Gruppe beschränkten violetten Phyllite.

Granulitgebirge:
Relativ deutlich durch das Einsetzen von hellgrünlichen dick- und ebenschiefrigen
Siltschiefern über deutlich quarzstreifigen Tonschiefern.
Hangendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Relativ scharf durch Auftreten des Oberen Magnetitquarzits im oberen Teil bzw. deutlich dunkler gefärbter Schiefer der Rosenberg-Subformation (unterster Abschnitt der Phycodenschiefer-Fm.) im Hangenden.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Relativ scharf bei Ausbildung des (Oberen) Magnetitquarzits bzw. seiner schiefrigen oder rein quarzsandigen Äquivalente.

Vogtland:
Nicht exakt definierbar, da vielfach transgressive Auflagerung von Phycodenschiefer-Formation

Erzgebirge:
Im allgemeinen deutlich durch das Einsetzen der verstärkten Quarzitstreifigkeit bis -bändrigkeit des Phycodenschiefers.
Lokal (z.B. am Ziegenberg bei Zwönitz oder bei Zschorlau) geringmächtige Quarzite bis Quarzitschiefer, z.T. magnetitführend, als Äquivalente des Oberen Magnetitquarzit Thüringens an der Hangendgrenze der Phycodendachschiefer-Formation.

Granulitgebirge:
Relativ deutlich durch das Einsetzen von grüngrau gebändertem Phycodenschiefer.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium: 150 - 200 m

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
200 bis 250 m im Bergaer Antiklinorium, 50 bis 90 m im Lobensteiner Horst

Vogtland: 100 - 200 m

Erzgebirge: 150 - 200 m Granulitgebirge: ca. 200 m
Maximale Mächtigkeit: Erzgebirge: 300 m
Typusprofile, etc.: Schwarzburger Antiklinorium:
SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums. Hier ist die Phycodendachschiefer-Formation vom NE- bis SW-Rand durchgehend vorhanden. Die Magnetitquazite treten nur im nordöstlichen Teil der SE-Flanke auf

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Kerngebiet des Bergaer Antiklinoriums N von Greiz, Kerngebiet des Lobensteiner Horstes (als Äquivalente, die auch eine etwas tiefere Einstufung erlauben).

Vogtland:
Südvogtländische Querzone, Südrand und Untergrund des Vogtländischen Synklinoriums.

Erzgebirge:
In der Erzgebirgsnordrandzone an deren Nordwestflanke nördlich Stollberg sowie im Bereich der Lößnitz-Zwönitzer Synklinale: Niederlößnitz, Affalter (Schnepfenberg), Kühnhaide, Zwönitz, Gornsdorf, Andreas-Berg

Granulitgebirge:
Westlicher Teil des Schiefermantels des Granulitgebirges
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Sachsen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Fossilien: Schwarzburger Antiklinorium: Spurenfossilien
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Schwarzburger Antiklinorium: anchimetamorph

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge: epimetamorph

Vogtland: anchimetamorph

Erzgebirge: grünschieferfaziell metamorph,
im Bereich der Westerzgebirgischen Granite und des Eibenstocker Granits kontaktmetamorph.

Granulitgebirge: Schwache Grünschieferfazies
Literatur: LIEBE, K.TH. (1884): Übersicht über den Schichtenaufbau Ostthüringens.- Abh. z. geol. Spezialkarte v. Preußen u. d. Thür. Staaten. - Berlin 5 (1884) 4., 130 S., 2 Karten.

NAUMANN, E. & DEUBEL, F. (1930): Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern 1:25.000. Blatt Blankenburg, Lfg. 301.- Preuß. Geol. Landesanst. , 121 S., Berlin.

Berger, H.-J., Hoth, K. (1997): 4.5.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 155.

Berger, H.-J., Wiefel, H. (1997): 4.7.2.1 Ordovizium nordwestlich des Granulitgebirges. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 233.

Leonhardt, D., Hoth, K., Berger, H.-J. (1997): 4.6.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 183.

Lützner, H., Mann, M. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 28-34.

Wiefel, H. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 71.

Lützner, H. (2008): Lithostratigraphie der Phycodes-Gruppe im Gebiet von Steinach (Thüringisches Schiefergebirge).- Beitr. Geol. Thüringen N.F., 15: 5-49, Jena.
Autor des Datenblattes: Berger, H.-J., Hoth, K., Leonhardt, D., Lützner, H., Mann, M., Wiefel, H.
Erstellt am: 11.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.01.2012
Änderung Datensatz: 24.01.2012


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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 03:13:27.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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