litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Phycodenquarzit-Formation
ID: 8000172
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: DEUBEL, 1929
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Phycoden-Gruppe
Chronostratigraphie: Arenig (Großbritannien) (Mittelordovizium, Ordovizium, Paläozoikum)
Tremadocium (Unterordovizium, Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: Oberste Quarzitzone des Cambriums (veraltet seit DEUBEL, F., 1929)
Guttenberger Quarzit (KAUTER, K. 1938: 3f.);
veraltet;
Zwergauer Quarzitschiefer (GÜMBEL, c.w. 1868: 625),
Phycodenquarzit-Folge (CSF 200, 1997)
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Wechsellagerung von hellen maturen Quarzitlagen, -platten und -bänken und meist dunklen silthaltigen Schiefem, wobei eine generelle Tendenz der Zunahme der Mächtigkeiten der Quarzite und eine Abnahme des Anteils der Schieferzwischenlagen zum Hangenden hin zu beobachten ist, so dass schließlich die Folge lokal fast nur noch aus Quarzitbänken im m-Bereich besteht.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Wechselfolge aus tonbändrigen Siltsandsteinen bis Serizitquarziten und untergeordneten dunklen sandstreifigen Tonschiefern (Raum Hatzenreuth) bzw. dunkel- bis violettgrauen, plattigbankigen bis schiefrigen feinkörnigen Quarziten (Raum Guttenberg bei Kemnath). Fe-Erz-Gehalte (z. T. Magnetit) bedingen im Raum Waldsassen eine regionale magnetische Anomalie.
Untergeordnete Einheit: Lokal an der SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums (Lützner, 2008):
Quarzitbank-Schichten
Quarzitplatten-Schichten
Liegendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Relativ unscharf: Grenze zwischen Phycodenschiefern und Phycodenquarzit wird dort gezogen, wo der Anteil der feinsandigen Lagen in den Wechsellagerungen 50 % übersteigt.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Relativ deutlich durch das Einsetzen der verstärkten psammitischen Sedimentation des Phycodenquarzites. Im westlichen Steinwald Übergang von stärker quarzitisch gebändertem Phycodenschiefer in Quarzit-Tonschiefer- Wechsellagerung im unteren Abschnitt des Guttenberg-Quarzits.
Hangendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Scharf: Grenze zwischen Phycodenquarzit und Gräfenthaler Gruppe z.T. durch Unteren (Tierberger) Eisenerzhorizont, sonst durch markanten Wechsel zum Griffelschiefer nicht zu übersehen.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Scharf, oft nicht aufgeschlossen. Im Raum Hatzenreuth von sandig feingebänderten Tonschiefern überlagert, welche möglicherweise noch zur Phycoden-Gruppe gehören und in denen die absätzigen Erze des Unteren Erzhorizontes auftreten.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium: 450-550 m

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
50-100 m bzw. 100-200 m (Guttenberg-Quarzit)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Schwarzburger Antiklinorium: SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums. Hier ist die Phycodenquarzit-Folge vom NE- bis zum SW-Rand durchgehend in unterschiedlich breitem Ausstrich vorhanden.

Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald:
Kern der Waldsassener Synklinale (Hatzenreuth) und Gebiet des "Erbendorfer Paläozoikums" zwischen Bingarten und Zwergau (westlicher Steinwald).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): Weitere Vorkommen im Nordsächsischen Schiefergebirge?
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Fossilien:
Schwarzburger Antiklinorium:
Graptolithen, Spurenfossilien, Trilobiten
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Schwarzburger Antikinorium, Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald: anchimetamorph
Literatur: DEUBEL, F. (1929): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern 1:25.000, Lfg. 301 Blatt Gräfenthal.- Preuß. Geol. Landesanst. , 139 S., Berlin.

Lützner, H., Mann, M. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 28-34.

Stettner, G. (1997): 4.4.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 119.

Lützner, H. (2008): Lithostratigraphie der Phycodes-Gruppe im Gebiet von Steinach (Thüringisches Schiefergebirge).- Beitr. Geol. Thüringen N.F., 15: 5-49, Jena.
Autor des Datenblattes: Lützner, H., Mann, M., Stettner, G.
Erstellt am: 11.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 23.01.2012
Änderung Datensatz: 23.01.2012


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:25:39.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID