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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Phycoden-Gruppe
ID: 8000171
Hierarischer Rang: Gruppe
Erstbeschreibung: GÜMBEL, 1879
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Tremadocium (Unterordovizium, Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: Phykodesschichten [po p.] (LIEBE 1866);
Phycodenschiefer (GÜMBEL 1868);
Phycoden-Schichten, Phycodenschiefer + Phycodenschichten (GÜMBEL 1879);
Phykodeszone (LIEBE 1884);
Phycoden-Serie (v. GAERTNER, 1936 und folgende Autoren);
Phycoden-Serie (seit 1977 veraltet),
Phycoden-Folge (seit 1994 veraltet)
Phykodenschichten (RICHTER 1850, WURM 1925b, HORSTIG 1957);
Phycodenserie, Phycodenquarzit, Phycodenschiefer, Magnetitquarzit und Dachschiefer (v. GAERTNER 1936);
Phycoden-Folge (VOLK 1938); Phycodenquarzit, Phycoden-Formation, Phycodes Formation (ERDTMANN 1991);
Phycodes-Gruppe (ESTRADA et al.1994);
Phycodes Group (HEUSE et al. 1994).
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Rein siliziklastische, bis über 2.000 m mächtige Wechsellagerung von in tieferen Teilen hellgrauen, sonst grünlichgrauen bis dunkelgrauen Peliten (Schiefern) und hellgrauen Psammiten (Quarziten), die im höheren Teil der Gruppe Bänke im m- Bereich bilden

Thüringisches Schiefergebirge:
Quarzitbändrige, schiefrige Tonsiltsteine und Quarzite

Nordsächsisches Schiefergebirge:
Gesteinsverband aus Siltschiefer bzw. phyllitischem Siltschiefer, vorherrschend grobssilt- bis feinsandsteinbändrig, -lagig bis -linsig, überwiegend hellgrüngrau, selten dunkelgrau. Auf Schieferungsflächen häufig schwacher phyllitischer Glanz. Zum Teil deutlich gefaltet. Durch Zunahme des Sandgehaltes im oberen Teil mit m-mächtigen Quarzschiefer- bis "Quarzit"-lagen, grünlichgrau, feinkörnig-flasrig", glimmerreich.
Untergeordnete Einheit: Phycodenquarzit-Formation
Phycodenschiefe-Formation
Phycodendachschiefer-Formation

Äquivalente des Phycodenquarzits
Liegendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium, Thüringer Schiefergebirge, Erzgebirge und Granulitgebirge:
Relativ scharf durch Einsetzen des Dachschiefers über dem Oberen Frauenbachquarzit (lokal Unterer Magnetitquarzit); lokal Ausbildung von Übergangsschichten.

Frankenwald : nicht aufgeschlossen.

Fichtelgebirge: scharfe Grenze zum Frauenbachquarzit.

Nordsächsisches Schiefergebirge:
Nicht exakt definierbar, da vielfach transgressive Auflagerung auf tiefere Einheiten nachgewiesen wurde.
Hangendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium, Thüringer Schiefergebirge, Erzgebirge und Granulitgebirge:
Scharf: Grenze zwischen Phycodenquarzit und Gräfenthal-Gruppe z.T. durch Unteren (Tierberger) Eisenerzhorizont, sonst durch markanten Wechsel zum Griffelschiefer nicht zu übersehen.

Frankenwald, Fichtelgebirge:
Relativ scharfes Einsetzen der Griffelschiefer, z.T. mit Auftreten des Unteren Erzhorizontes.
Bei Ausfall des Phycodenquarzits möglicherweise Erosionsdiskordanz.


Nordsächsisches Schiefergebirge:
Relativ deutlich durch das Einsetzen der dünnschiefrigen, homogenen, schwarzgrauen Tonpelite der Griffelschiefer-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium: bis 200 m; Frankenwald: ca. 800 m (Bl. Hof),
Randbereich des Fichtelgebirges: 500 -
600 m im W, bis 1.000 m im E ansteigend

Nordsächsisches Schiefergebirge: mind. 100 m, nicht durchbohrt
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Schwarzburger Antiklinorium, Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge, Fichtelgebirge und nördlicher Oberpfälzer Wald, Vogtland, Erzgebirge, Mittelsachsen, Granulithgebirge, Nordsächsisches Schiefergebirge, Nordwestsachsen.
Im Frankenwald weit verbreitet, und zwar in der Zone Bergjoditz - Mödlareuth und im Bereich Hirschberg-Rudolphstein (Randbereich der Frankenwälder Querzone: Blätter Naila, Hof, Gefell und Hirschberg), im Bergaer Sattel (Bl. Nordhalben und Naila) und am Gräfenthaler Horst (Bl. Leutenberg und Lehesten). Ein kleines Vorkommen befindet sich bei Stadtsteinach.
Große Verbreitung in der Schieferhülle des Fichtelgebirges: Am Nordwestrand von Nemmersdorf bis über Rehau und weiter in den anschließenden vogtländischen Bereich
Nordsächsisches Schiefergebirge bis NE-Rand der thüringischen Fazies bei Grimma (Bereich der transgressiven Auflagerung von höherem Ordovizium in thüringischer Fazies auf tiefordovizische Grauwackenfazies Nordsachsens). Fazies mit Phycodenquarzit überwiegend SW'lich Meuselwitz/ Altenburg, nach NE auskeilend. Im Raum Pegau transgressiv auf Leipziger Grauwacke in Nordwestsachsen.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Sachsen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Äquivalente in der Elbezone?
Alterseinstufung: Fossilien:
Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge: Graptolithen, Acritarchen, Spurenfossilien
Nordsächsisches Schiefergebirge: Phycodes circinatum
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Chlorit-Serizit-Fazies, gelegentlich Muskovit-Biotit-Fazies
Literatur: GÜMBEL, C.W (1879): Geognostische Beschreibung des Fichtelgebirges mit dem Frankenwalde und dem westlichen Vorlande.- 698 S., Justus Perthes, Gotha.

Berger, H.-J. (1997): 4.10.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 340.

Berger, H.-J., Wiefel, H. (1997): 4.7.2.1 Ordovizium nordwestlich des Granulitgebirges. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 232.

Geyer, G.. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 66-68.

Leonhardt, D., Hoth, K., Berger, H.-J. (1997): 4.6.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 182.

Lützner, H., Mann, M. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 28-34.

Wiefel, H. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 69.

Lützner, H. (2008): Lithostratigraphie der Phycodes-Gruppe im Gebiet von Steinach (Thüringisches Schiefergebirge).- Beitr. Geol. Thüringen N.F., 15: 5-49, Jena.
Autor des Datenblattes: Berger, H.-J., Geyer, G., Hoth, K., Leonhardt, D., Lützner, H., Mann, M., Wiefel, H.
Erstellt am: 11.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 18.01.2012
Änderung Datensatz: 24.01.2012


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Litholex Recherche vom 27.03.2017, 04:54:29.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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