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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Griffelschiefer-Formation
ID: 8000170
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: GÜMBEL, 1879
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Gräfenthal-Gruppe
Chronostratigraphie: Arenig (Großbritannien) (Mittelordovizium, Ordovizium, Paläozoikum)
Synonyme: Weitere Beschreibungen bei: LORETZ, 1885a, v. GAERTNER, 1936;

Untere Tonschiefer
Griffelschiefer (GÜMBEL 1879 und folgende Autoren);
Unterer Schiefer (WURM 1925b).
unterer blauer Schiefer (WURM 1925b).
Lithologie: Schwarzburger Antiklinorium:
Dunkelgraue bis schwarze Tonschiefer, wobei durch geringfügige Zunahme des Siltanteils (vor allem erhöhter Grobsiltanteil) die Farbe der Schiefer heller wird und eine ebene Lamination hervortritt;
ganz selten Ausbildung von Wechsellagerungen.
Basaler Eisenerzhorizont ist als Trümmereisenerz, Roteisenerz oder vererzter Tonschiefer bzw. Thuringitschiefer ausgebildet

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
weitgehend reine, milde Tonsiltsteine, örtlich und horizontweise fein laminiert; Tonschiefer sind dunkelblaugrau bis schwarzgrau und verwittern erst nach Jahren zu dunkel-gelbgrauen Handstücken. Gröber klastisches Material fehlt im Gebiet des Frankenwaldes völlig, grober Silt tritt nur untergeordnet auf, meist mit dünnplattiger und ebener Absonderung parallel zur Schichtung, aber häufig mit Transversalschieferung. Möglicherweise einzelne Horizonte quarzitischer Sandsteine.
Untere Erzhorizont: linsenförmig ausgebildet und hält lateral nicht durch; besteht meist aus chloritischen Trümmererzen und ist ein vorherrschend kleinkörniger, stark magnetithaltiger Chloritsandstein, der mit schiefrigen Siltsteinen mit verschieden hohen Gehalten an Thuringit verknüpft ist. An anderen Stellen sind Quarzkörner oder Magnetitkristalle besonders häufig, so dass sie als magnetithaltige Thuringitsandsteine vorliegen. Besonders in Thüringen Beimengungen von Phosphoritkonkretionen. Das Gestein sondert blockig ab. Schichtig eingelagert sind cm- bis dm-mächtige Partien von magnetitfreiem Quarz-Thuringit-Schiefer und kalkige Partien. Gesteine des Thuringit-Magnetit-Horizontes sind dunkelblaugrau bis grüngrau, kalkige Partien verwittern rostfarben.

Mittlere Erzhorizont: im mittleren Abschnitt des Bergaer Antiklinoriums (Schleiz-Zeulenroda) als geringmächtiger chloritischer Schiefer ausgebildet, der häufig Pyritimprägnationen, selten auch Phosphoritkonkretionen führt.
Der Obere Erzhorizont: schiefrige Siltsteine mit meist hohem Thuringit -Gehalt; Gesteine sind dunkellauchgrün bis schwärzlich. Häufiger finden sich 0,1 bis 1 mm große ellipsoidische bis sanduhrförmige Ooide mit einem Chamosit-Saum und einem Kern aus Magnetit oder Quarz-Chlorit-Aggregat. Die Gesteine spalten in unregelmäßig begrenzte Platten. Schichtflächen besitzen häufig Seidenglanz.


Vogtland:
Gesteinsverband aus vorherrschend schwarzgrauem, dunkelgrauem bis dunkelbläulich-grauem, ebenschiefrigem, pyritführendem, glimmerarmem bis glimmerfreiem Tonschiefer und untergeordnet grauem sandigem Schluffschiefer. Lokal mit Einlagerung von oolithischem Eisenerz bzw. thuringitführendem Quarzschiefer (Unterer, Mittlerer, Oberer Erzhorizont).

Erzgebirge:
Gesteinsverband aus vorherrschend schwarzgrauen, dünn- und ebenschiefrigen und untergeordnet mittel- bis grünlichgrauen Tonphylliten bzw. Tonschiefern mit örtlichen Einlagerungen von Metatuffiten und sehr selten von Metakieselschiefer und eisenschüssigem Chloritschiefer.
Im Übergangsbereich zum Hauptquarzit Zunahme der Quarzitstreifigkeit, häufig mit rhythmischer und deutlich gradierter Schichtung. Durch Verwitterung können die Phyllite olivgrau gebleicht sein.

Granulitgebirge:
Tonschiefer, dunkelgrau, glimmerarm bis glimmerfrei, vorwiegend ungeschichtet. Lokal im Klosterholz bei Remse etwa 20 m mächtige grüngraue chloritreiche Tonschiefer (Äquivalente eines Erzhorizontes)

Nordwestsachsen:
Gesteinsverband aus vorherrschend schwarzgrauem, dunkelgrauem bis dunkelbläulichgrauem, ebenschiefrigem, pyritführendem, glimmerarmem bis glimmerfreiem Tonschiefer und untergeordnet grauem, sandigem Siltschiefer.
Lokal mit Einlagerung von oolithischem Eisenerz bzw. thuringitführendem Quarzschiefer (Unterer, Mittlerer Erzhorizont).
Untergeordnete Einheit: Oberer Erzhorizont - Schmiedefeld-Formation
Oberer Griffelschiefer
Mittlerer Erzhorizont
Griffelschiefer - Wechsellagerung
Unterer Griffelschiefer
Übergangsschichten
Unterer Erzhorizont - Tierberg-Erzhorizont
Liegendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Relativ scharf: Grenze zur Phycodenquarzit-Formation ist entweder durch Unteren (Tierberg-) Eisenerzhorizont oder durch markanten Wechsel von Quarzitbänken zu überwiegend dunklen Tonschiefern;
Untergrenze dort unscharf, wo ausgeprägte
Übergangsschichten auftreten

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Frankenwald: nicht bekannt, zwischen Phycoden-Gruppe und Gräfenthal-Gruppe Diskordanz. Die Basis wird durch einen Thuringit-Magnetit-Horizont (Unterer Erzhorizont) markiert (Lützner et al., 1990).

Vogtland:
Relativ deutlich durch das Einsetzen der dünnschiefrigen homogenen schwarzgrauen Tonpelite über den sandbändrigen
Siltschiefern der Phycodenschiefer-Formation.

Erzgebirge:
relativ schneller Übergang der grünlichgrauen Phycodenschiefer in die feinschichtigen, dunkel- bis schwarzgrauen Tonphyllite des Griffelschiefers. Häufig tektonische Grenzen infolge Verfaltung bzw. Verschuppung innerhalb der Lößnitz-Zwönitzer Synklinale.

Granulitgebirge:
Vermutlich im Westteil tektonischer Kontakt bzw. im Nordteil wahrscheinlich tektonisch überprägte Diskordanz.

Nordwestsachsen:
Relativ deutlich durch das Einsetzen der dünnschiefrigen homogenen schwarzgrauen Tonpelite über den sandbändrigen Siltschiefern der Phycoden-Gruppe.
Hangendgrenze: Schwarzburger Antiklinorium:
Scharf: Markanter Wechsel von Tonschiefer zu den oolithischen Eisenerzen der Schmiedefeld-Formation

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Grenze zwischen unterster Quarzitbank und den Tonsiltsteinen der Griffelschiefer-Formation gezogen.

Vogtland:
Z.T. relativ deutlich durch Zunahme des Quarzit- bzw.
Sandsteinanteiles, häufig aber auch mit fließendem Übergang zur Hauptquarzit-Formation.

Erzgebirge:
Scharf durch das plötzliche Einsetzen der ausgesprochen quarzitischen Entwicklung der Hauptquarzit-Formation.

Granulitgebirge:
Durch Lockersedimente bzw. Molasse verdeckt

Nordwestsachsen:
Relativ deutlich durch rasche Zunahme des Quarzit- bzw. Sandsteinanteils, nicht selten auch mit fließendem Übergang zur Hauptquarzit-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: Schwarzburger Antiklinorium: 60 (NE) - 170 m (SW)

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
Griffelschiefer-Formation: Ost-Thüringen 80-120 m
Frankenwald starke Schwankung:
Blatt Hof ca. 125 m, Blatt Nordhalben ca. 80 m,
Blatt Naila ca. 20 - 80 m.
Verringerung in Nähe der Münchberger Gneismasse von 70 auf 20 m.
Untere Erzhorizont: vermutlich < 1 m Mächtigkeit
Mittlere Erzhorizont: im Raum Schleiz-Zeulenroda mehrere dm möglich.
Obere Erzhorizont: Blatt Hof ca. 0,6 - ca. 1 m, (örtlich bis 10 m, keilt lokal aus) Blatt Nordhalben <1 m, bei Bruck auf BL Naila 2,2 m.
Ost-Thüringen 0,5 - > 2 m

Vogtland: (50-)100-150 m
Raum Hauptmannsgrün: 70 -130 m


Erzgebirge: 90-120 m

Granulitgebirge: >/= 50 m

Nordwestsachsen: 0 - 50 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Schwarzburger Antiklinorium:
SE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums. Hier ist die Griffelschiefer-Formation durchgehend mit unterschiedlich breitem Ausstrich vorhanden.

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge:
In Ost-Thüringen, im Bergaer Antiklinorium als auch im Lobensteiner Horst, in der Hirschberg-Gefeller Antiklinale und im Ronneburger Horst weit verbreitet. Selten anzutreffen ist dagegen der linsenförmig ausgebildete Untere Erzhorizont.
Im Frankenwald als Einheit der Thüringischen Faziesreihe relativ weit verbreitet, besonders im Zwickel zwischen Münchberger Gneismasse und Fichtelgebirge. Isolierte Vorkommen liegen im Stadtsteinacher Fenster, in der Zone Berg-Joditz-Mödlareuth (Blätter Naila, Hof und Gefell), in der Zone Hirschberg-Rudolphstein (Bl. Hirschberg), am Bergaer Sattel (Bl. Nordhalben und Naila) und am Gräfenthaler Horst (Bl. Leutenberg und Lehesten).

Vogtland:
Vogtländisches Synklinorium, Südvogtländische Querzone

Erzgebirge:
Innerhalb der Lößnitz-Zwönitzer Synklinale (Dreihansen, Affalter, Leukersdorf, Hormersdorf, Auerbach), der Neustädteler Mulde (Lerchenberg bei Zschorlau, Albernau) sowie bei Burkhardtsdorf, Einsiedel.

Granulitgebirge:
Lokal im westlichen und nördlichen Teil des Schiefermantels des Granulitgebirges.

Nordwestsachsen:
Nordsächsisches Schiefergebirge, u.U. transgressiv im Raum Pegau auf Leipziger Grauwacke in Nordwestsachsen.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Sachsen
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Fossilien:
Schwarzburger Antiklinorium: Graptolithen, Trilobiten, Acritarchen, Chitinozoen

Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge: Trilobiten (nur Thüringen), Graptolithen, Acritarchen, Brachiopoden
Unterer Erzhorizont: Brachiopoden, Graptolithenreste
Oberer Erzhorizont: Conodonten, Trilobiten, Cystoideen, Conularien, Graptolithen,

Vogtland: Brachiopoden, Conodonten, Radiolarien, Acritarchen, Chitinozoen

Erzgebirge: Zahlreiche Reste nicht bestimmbarer Chitinozoen und Acritarchen

Nordsächsisches Schiefergebirge: Acritarchen
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Schwarzburger Antiklinorium: anchimetamorph
Fränkisch-thüringisches Schiefergebirge: anchimetamorph, Übergang zur Grünschieferfazies
Vogtland: anchimetamorph
Erzgebirge: Maximal grünschieferfaziell regionalmetamorph (LP-LT)
Granulitgebirge: anchimetamorph
Literatur: GÜMBEL, C.W (1879): Geognostische Beschreibung des Fichtelgebirges mit dem Frankenwalde und dem westlichen Vorlande.- 698 S., Justus Perthes, Gotha.

LORETZ, H. (1885a): Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preußen und den Thüringer Staaten 1:25.000. Blatt Steinheid, 30. Lfg., Nr. 35.- 49 S., Berlin.

GAERTNER, H.-R.von (1936): Über Magnetitquarzite im Tremadoc des Schwarzburger Sattels und Vogtlandes.Jahrb. preuß. geol. Landesanst. für das Jahr 1935.- 56, 444-459, Berlin.

Berger, H.-J. (1997): 4.10.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 339.

Berger, H.-J., Hoth, K. (1997): 4.5.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 151-152.

Berger, H.-J., Wiefel, H. (1997): 4.7.2.1 Ordovizium nordwestlich des Granulitgebirges. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 231.

Geyer, G., Wiefel, H. (1997): 4.2.2.1 Ordovizium der Thüringischen Faziesreihe. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 62-65.

Leonhardt, D., Hoth, K., Berger, H.-J. (1997): 4.6.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 180-181.

Mann, M. (1997): 4.1.2 Ordovizium. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion K. Hoth, H.-J. Berger & G. Mund) (1997): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum -Teil I - Thüringen, Sachsen, Ostbayern. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 200: 1–437, 50 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 21-27.
Autor des Datenblattes: Berger, H.-J., Geyer, G., Hoth, K., Leonhardt, D., Mann, M., Wiefel, H.
Erstellt am: 10.02.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.01.2012
Änderung Datensatz: 19.01.2012


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Litholex Recherche vom 23.04.2017, 16:00:46.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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