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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Rothenburg-Biotit-Plagioklas-Gneis-Einheit
ID: 8000099
Hierarischer Rang: nicht klassifiziert
Erstbeschreibung: GIRARD, 1847
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kyffhäuser-Gruppe
Chronostratigraphie: Ordovizium (Paläozoikum)
Synonyme: Schiefriger, glimmerreicher Gneis (GIRARD 1847; BEYRICH 1865);
Glimmergneis (STRENG 1867);
schiefrige Gneisse (MOESTA & DATHE 1884);
Paragneis, Grauer Gneis, schiefriger Gneis (SCHRIEL & v. BÜLOW 1926; HESEMANN 1930; KLAUS 1964);
Granitgneis (SCHÜLLER 1952);
Biotit-Plagioklasgneis (SEIM 1967; KLAUS 1968; NEUMANN 1968, 1974);
Biotit-Plagioklas-Gneiszone (ZEH 1992a, b; KATZUNG & ZEH 1994; WUNDERLICH 1995)
Lithologie: dunkle Biotit-Plagioklas-Gneise,
im südlichen Verbreitungsgebiet metablastisch bis metatektisch überprägt,
Einlagerungen von Silikatmarmoren, Kalksilikatlagen, Biotit-Hornblende-Gneislagen sowie gelegentlich Amphibolitlinsen und -schmitzen
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: nicht identifizierbar
Südgrenze: Durch zunehmende Hornblendegehalte besteht ein fließender Übergang zu den Steintal - Biotit-Hornblende-Gneisen (HESEMANN 1930; KLAUS 1964)
Hangendgrenze: nicht identifizierbar
Nordgrenze: zu den Sumpftal - Amphiboliten zieht vom unteren Tannenbergstal im Nordwesten über den Nordabhang der Rothenburg bis zum Ausgang des Steintales im Südosten. Sie ist scharf ausgebildet und lokal tektonisch stark überformt
Mittlere Mächtigkeit: ca. 130 m
Maximale Mächtigkeit: = 200 m
Typusprofile, etc.: ca. E-W verlaufenden Zug vom Westhang des Tannenbergstales über die Sommerwand und den nördlichen Teil der Rothenburg bis zum westlichen Kahntal, wo sie von Hangschutt und Löss des nördlichen Kyffhäuser-Vorlandes bedeckt werden
Typusaufschlüsse finden im Burghof der Ruine Rothenburg, im Tannenbergstal, an der Sommerwand und im unteren Steintal
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen-Anhalt
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): Kyffhäuser-Gebirge
Zeitgleiche Einheiten: in Teilen der metablastischen Biotit-Plagioklas-Gneise aus dem Brotterode-Komplex des Ruhlaer Kristallins, Marmore dort jedoch nur aus kleinen Einzelvorkommen bekannt.
Äquivalente in den Paragesteinen des Kristallins von Hohnsdorf (Mitteldeutsche Kristallinzone im Abschnitt Halle-Guben) zu vermuten
Alterseinstufung: Nach radiometrischen Altersdaten erfolgte die Sedimentation der Protolithe nach 475 Ma, wahrscheinlich im frühen Ordovizium (ZEH et al. 2005).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: regionale Mitteldruck-Metamorphose in Amphibolitfazies, gefolgt von Niederdruck-Hochtemperatur-Metamorphose
Literatur: GIRARD, H. (1847): Über den Bau des Kyffhäuser-Gebirges.– N. Jb. Mineral. Geol. Paläont.: 687-696; Stuttgart.

Wunderlich, J., Zeh, A. (2001): 4.24.4 Kambrium im Kyffhäuser. In Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.; Redaktion: K. Hoth & D. Leonhardt) (2001a): Stratigraphie von Deutschland II - Ordovizium, Kambrium, Vendium, Riphäikum - Teil II: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 234: 1–236, 22 Abb., 3 Tab.; Frankfurt a.M., 173-183.

Zeh, A., Gerdes, A., Will, Th. M. & Millar, I. L. (2005): Provenance and Magmatic-Metamorphic Evolution of a Variscan Island-Arc Complex: Constraints from U-Pb Dating, Petrology, and Geospeedometry of the Kyffhäuser Crystalline Complex, Central Germany. – J. Petrol., 46(2005)7: 1393 – 1420; Oxford.
Autor des Datenblattes: Wunderlich, J., Zeh, A.
Erstellt am: 31.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Proterozoikum-Silur
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 02.11.2009
Änderung Datensatz: 10.11.2009


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Litholex Recherche vom 27.03.2017, 20:25:36.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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