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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Klerf-Formation
ID: 7016035
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: RUD. RICHTER 1919
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Emsium (Euro.) (Unterdevon (Euro.), Devon, Paläozoikum)
Synonyme: Vichter Schichten (KAYSER 1871)
Schistes rouges de Clervaux (GOSSELET 1885)
Reifferscheider Schichten (WUNSTORF 1931)
Klerfer Fazies (SCHMIDT & SCHRÖDER 1962)
Schichten Klerfer Fazies (DICKFELD 1969)
Lithologie: Wechselfolge von grünlichen und roten, untergeordnet auch grauen Ton- und Schluffsteinen mit fein- bis mittelkörnigen, mehr oder weniger tonhaltigen Sandsteinen; die Sandsteine können zu kartierfähigen Horizonten zusammentreten.
Liegendgrenze: das erste Einsetzen von Rotschiefern in Lagen größer 1 dm
Hangendgrenze: das erste Einsetzen von grauen Quarziten
Untergeordnete Einheit: Unterschiede in der Gesteinsausbildung ermöglichen eine Dreiteilung vom Hangenden zum Liegenden in:
Reifferscheidt-Subformation (RIBBERT 1993): Sandsteine, grün, oft dickbankig, mittel- bis grobkörnig; Tonsteine vorwiegend rot-rotviolett-rotbraun und grün.
Altenberg-Subformation (RIBBERT 1993): Sandsteine grünlichgrau, fein- bis mittelkörnig; Tonsteine rot, grün und grau.
Unterpreth-Subformation (RIBBERT 1993): Sandsteine grau und graublau, zum Teil karbonathaltig, auch hellgrau und quarzitisch; Tonsteine grau und rot.
Liegendgrenze: Einsetzen von kartierfähigen Rotschieferhorizonten wenige Dekameter oberhalb der Brandschiefer-Horizonte der Schleiden-Fm.
Hangendgrenze: Einsetzen der weißen Quarzite des Ems-Quarzits bzw. wo dieser fehlt, das erste Auftreten von fossilführenden Kalksandsteine der Heisdorf-Fm.
Mittlere Mächtigkeit: insgesamt etwa 1300 m, davon entfallen 300 m auf die Reifferscheid-Subf., 750 m auf die Altenberg-Subf. und 250 m auf die Unterpreth-Subf.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Ehem. Steinbruch am Westfuß des Hohleberges (R 33 440, H 93 520, Blatt 5504 Hellenthal).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): Westlich und östlich der Eifeler Kalkmuldenzone
Zeitgleiche Einheiten: Der unterer Teil der Klerf-Fm. dürfte mit den Verschneid-Schichten bei MENTZEL (1966) zu korrelieren sein.
Alterseinstufung: Der Fossilinhalt hat fast ausschließlich faziesweisenden Charakter. In der Unterpreth-Sfm. sehr vereinzelt Brachiopoden (Mutationella sp.), Muscheln, Tentakuliten, Ostrakoden und Bryozoen; in der Reifferscheid-Sfm. nur noch Muscheln (Modiola, Limoptera) und Fischreste.
Die Hauptmasse der Klerf-Formation gehört der Sporenzone AB, der jüngste Teil der Zone FD an (Zonierung nach Streel et al. 1987). Das bedeutet in der Hauptsache Unteremsium, vielleicht bis ins Oberemsium hineinreichend (s.u.).
Kommentar: Es ist noch nicht sicher geklärt, ob im Bereich außerhalb des „gut gegliederten Ober-Ems“ der Südeifel die Klerf-Formation in das Oberemsium hineinreicht und Teile dieser Schichten vertritt oder ob eine Schichtlücke im tieferen Oberemsium vorliegt. Die Ergebnisse von ASHRAF & UTESCHER (1991) sprechen für Faziesvertretung.
Versch./Sonstiges: Bei den gegebenen Mächtigkeiten der Subformationen erscheint auch eine Klerf-Gruppe mit entsprechen Formations-Untergliederungen sinnvoll.
Literatur: ASHRAF, A. R. & UTESCHER, T. (1991), mit einem Beitrag von RIEGEL, W.: Sporen-Assoziationen aus dem Oberems der mittleren Eifel (Rheinisches Schiefergebirge). – Paläontographica, Abt. B, 221: 153 – 170; Stuttgart.

GOSSELET, J. M. (1885): Aperçu géologique sur le terrain dévonien du Grand-Duché de Luxembourg. – Ann. Soc. géol. Nord, 12: 260-300, 1 Kt.; Lille.

MENTZEL, R. (1966): Das Unter-Devon des Schneifel-Gebietes (Rheinisches Schiefergebirge, Eifel). – Diss. Univ. Frankfurt: XIII + 125 S., 14 Abb., 1 Anl.; Frankfurt am Main. – [Unveröff.]

RIBBERT, K.-H. (1993), mit Beitr. von REINHARDT, M., SCHALICH, J. & VIETH-REDEMANN, A.: Erläuterungen zu Blatt 5504 Hellenthal. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 5504: 91 S., 14 Abb., 5 Tab., 1 Taf.; Krefeld.

SCHMIDT, WO. & SCHRÖDER, E. (1962): Erläuterungen zur Geologischen Übersichtskarte der nördlichen Eifel 1 : 100 000 (Hochschul-Umgebungskarte Aachen). - 110 S., 12 Abb.; Krefeld (Geol. L.-Amt Nordrh.-Westf.).

WUNSTORF, W. (1931): Über das Unterdevon auf dem Südflügel des Venn-Sattels. – Sitz.-Ber. preuß. geol. L.-Anst., 6: 157-168, 1 Abb.; Berlin.
Autor des Datenblattes: Ribbert, Karl-Heinz
Erstellt am: 24.01.2007
Zuständige Subkommission: Subkommission Devon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 23.05.2007
Änderung Datensatz: 06.06.2007


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:21:52.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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