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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Heisdorf-Formation
ID: 7016030
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: HAPPEL (1930)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Oberemsium (Emsium (Euro.), Unterdevon (Euro.), Devon, Paläozoikum)
Synonyme: cultrijugatus-Stufe (KAYSER 1871);
cultrijugatus-Stufe (QUIRING 1914), unterer Teil
Lithologie: Wechselfolge von Sandsteinen, Kalksandsteinen, biodetritischen Kalksteinen (z.T. mit Hämatitooiden) und grauen Tonsteinen, die sich im oberen Teil häufen.
Untergeordnete Einheit: Unterschiedliche Fazieseinheiten und Untergliederungen: Sötenicher Mulde (DICKFELD 1969, PAULUS 1959, NOWAK 1956), Blankenheimer Mulde (OCHS & WOLFART 1961), Rohrer Mulde (GLINSKI 1961); Hillesheimer und Ahrdorfer Mulde (WERNER 1972), Prümer Mulde (WERNER 1969), Gerolsteiner Mulde (HEIBEL 1969).
Ursprünglich ist bereichsweise eine Dreigliederung in einen unteren und einen oberen silziklastisch/karbonatklastischen Horizont mit einem dazwischen liegenden Schiefer-Horizont (Ehberg-Fazies der südlichen Kalkmulden) erkannt worden. Nach der faunistisch begründeten Abtrennung des oberen Horizontes (Horizont 3) durch WERNER (1972) verbleibt eine lithologische Zweigliederung.
Liegendgrenze: Im Typusgebiet der Prümer Mulde das erste Aufreten von Tonsteinen und Kalksteinlagen teilweise mit Hämatitooiden oberhalb des Wetteldorfer Sandsteins; zusätzlich wird eine biostratigrafisch definierte Untergrenze diskutiert.
Im Gebiet des „unvollständigen“ Oberems der Nordeifel ebenfalls das Erstauftreten von Tonsteinen und/oder Kalksteinen mit mariner Makrofauna über Schichten in Klerfer Fazies.
Hangendgrenze: HAPPEL (1932) diskutiert im Typusgebiet eine Obergrenze anhand der Oberkante der Roteisenkalke; er zieht dann aber eine Obergrenze durch die Änderung des Fauneninhalts vor.
Mittlere Mächtigkeit: 10-25 m (nördliche Kalkmulden)
Maximale Mächtigkeit: ca. 50 m (Prümer Mulde, Wetteldorfer Richtschnitt)
Typusprofile, etc.: Sötenicher Mulde: Weganschnitte östlich Gemarkung Görresburg, südlich Nettersheim (R 44 200, H 94 450, Blatt 5505 Blankenheim). Blankenheimer Mulde: Bahneinschnitt westlich Blankenheimerdorf (R 43 350, H 89 570, Blatt 5505 Blankenheim. Dollendorfer Mulde: Profil am Ahrtalweg, R 49 820, H 85 450, Blatt 5506 Aremberg. Weitere gut dokumentierte Profile bei den o.g. Autoren, insbesondere der Wetteldorfer Richtschnitt (WERNER & ZIEGLER 1982).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): Eifeler Kalkmuldenzone
Zeitgleiche Einheiten: Faunistisch korrelierbar mit dem unteren Teil der Hohenhof-Formation (Hohenhöfer Kalkstein-Folge, JUX 1982) im südlichen Bergisches Land, rechtsrheinisches Schiefergebirge)
Alterseinstufung: Biostratigrafisch mittels Mikro- und Makrofauna (insbesondere Conodonten, Brachiopoden, Trilobiten), daneben Tephrochronologie (WERNER & WINTER 1975); detailierte faunistische Bearbeitungen von Richtschnitten an der Ems/Eifel-Grenze in der südlichen Kalkmuldenzone (WERNER & ZIEGLER 1982).
Kommentar: Die Grenze zwischen der Heisdorf- und der Lauch-Formation liegt in der Eifel sehr nahe der Stufen- bzw. Seriengrenze (STRUVE 1961). Die Unterdevon/Mitteldevon-Grenze (Ems/Eifel-Grenze), die partitus-Grenze nach Conodonten, liegt im Wetteldorfer Richtschnitt im obersten Teil der Heisdorf-Formation etwa 2 m unterhalb der litologischen Obergrenze eines tonig-schluffigen, oberen Horizontes der Heisdorf-Formation zu Kalksteinen der Lauch-Formation (WERNER & ZIEGLER 1982: Abb. 3 a,b).
Versch./Sonstiges: Erstnennung in der Prümer Mulde: HAPPEL (1930); Erstdefinition: HAPPEL (1932) ebendort.Sedimentologische Bearbeitung durch UTESCHER (1992).
Literatur: DICKFELD, L. (1969): Stratigraphie und Fazies im Westteil der Sötenicher Mulde (Devon/Eifel). – Diss. Univ. Frankfurt, 205 S., 25 Abb., 44 Taf., 3 Beil.; Frankfurt [unveröff.]
GLINSKI, A. (1961): Die Schichtenfolge der Rohrer Mulde (Devon der Eifel). – Senck. leth., 42: 273 - 289, 1 Abb., 1 Taf.; Frankfurt a. M.
HAPPEL, L. (1932): Das Unterdevon der Prümer Mulde. - Senckenbergiana, 14:331-358,12 Abb.; Frankfurt/M.
HEIBEL, B. (1969): Zur Stratigraphie und Sedimentation des Oberemsiums der Gerolsteiner Mulde (Eifel). - Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf.,-16: 529-576, 9 Abb., 4Tab., 2Taf.; Krefeld.
NOWAK, H.-J. (1956): Stratigraphische Untersuchungen im nordöstlichen Abschnitt der Sötenicher Mitteldevonmulde (Eifel). - Decheniana Beih., 2: 1 -68, 11 Abb., 1 Kte.; Bonn.
OCHS, G., & WOLFART, R. (1961): Geologie der Blankenheimer Mulde (Devon/Eifel). - Abh. senckenb. naturforsch. Ges., 501:100 5., 16 Abb., 3 Tab., 5 Taf.; Frankfurt/M.
PAULUS, B. (1959): Der mittlere Teil der Sötenicher Mulde (Devon, Eifel). Teil I. Unterdevon und tiefes Eifelium. – Senck. leth., 40: 333 - 365, 6 Abb., 2 Tab., 2 Taf.; Frankfurt a. M.
UTESCHER, T. (1992): Sedimentologische Untersuchungen Fe-Oolith-führender Karbonate (Heisdorf-Erze) an der Unter-/Mitteldevon-Grenze im Westlichen Rheinischen Schiefergebirge. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1992: 303 - 320, 5 Abb., 2 Tab.; Stuttgart.
WERNER, R. (1969): Ober-Ems und tiefstes Mitteldevon am N-Rand der Prümer Mulde (Devon, Eifel). - Senck. Ieth., 50(2/3): 161-237, 7 Abb., 6 Tab., 7 Taf.; Frankfurt/M.
WERNER, R. (1972): Zur Ausbildung der Heisdorf-Schichten in der Hillesheimer und Ahrdorfer Mulde (Devon, Eifel). -Senck. Ieth., 53(5): 439-454,2 Abb.; Frankfurt/M.
WERNER, R. & WINTER, J. (1975): Bentonit-Horizonte im Grenzbereich Unterdevon/Mitteldevon in den Eifeler Richtschnitten. – Senck. leth., 56: 335 – 364; Frankfurt/M.
WERNER, R., & ZIEGLER,W. [Hrsg.] (1982): Proposal of a Boundary-Stratotype for the Lower/Middle Devonian Boundary (partitus-Boundary). - Cour. Forsch.-lnst. Senckenberg, 55:13-83,17 Abb., 2 Taf.; Frankfurt/M.
Autor des Datenblattes: Ribbert, Karl-Heinz
Erstellt am: 23.01.2007
Zuständige Subkommission: Subkommission Devon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.05.2007
Änderung Datensatz: 06.06.2007


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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 03:23:27.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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