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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Glindfeld-Subformation
ID: 6004038
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: KORN, 2003a
Gültigkeit des Namens: ungültig
Übergeordnete Einheit: Lelbach-Formation
Chronostratigraphie: Pendleium (Namurium, Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Culm-Tonschiefer (pt) (DENCKMANN 1902c)
Culmtonschiefer (pt.) (BEYSCHLAG & SCHRIEL 1923)
Rauhe Bänderschiefer (PAECKELMANN 1926a)
Gebänderte Culm-Tonschiefer (KÜHNE 1928)
Horizont der Bänderschiefer (HAUBOLD 1933)
Posidonienschiefer (pt.) (EBERT in REICH et al. 1935)
Kulmtonschiefer (pt.) (BEHREND & STAESCHE 1936)
Kulm-Tonschiefer (pt.) (HORN 1960b)
Tonschiefer-Schichten (pt.) (HEGGEMANN 2003)
Glindfeld Member (KORN 2003b, 2010)
Lithologie: Die Glindfeld-Subformation ist eine monotone Einheit und wird fast vollständig von fossilarmen Tonsteine und Siltsteinen aufgebaut. Spuren-Fossilien kommen hingegen relativ häufig vor. Nach oben in der Subformation wird sandiges Material in Form von dünnen Bändern häufiger und geht der folgenden Grauwacken-Sedimentation voraus.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis der Glindfeld-Subformation ist heterochron, weil sie von der Distanz zur orogenen Front abhängig ist. In proximalen Profilen (z.B. Elsoff) beginnt die Subformation in der Arnsbergites falcatus-Zone und in distalen Profilen (z.B. Enkenberg) in der basalen Serpukhov-Stufe.
Hangendgrenze: Die Obergrenze ist ebenfalls heterochron und die Glindfeld-Subformation ist gewöhnlich von den “Kulmgrauwackenschiefer” (= Bredelar-Formation) und “Kulmgrauwacken” (= Dainrode-Formation) überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: schwer abzuschätzen, weil keine vollständigen Aufschlüsse bekannt sind
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Der nordwestliche der drei aufgegebenen Steinbrüche am Bromberg zwei Kilometer ostnordöstlich von Medebach, Messtischblatt 4718 Goddelsheim, r3476 925 h5675 400 (Waldecker Mulde). / Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges; Waldecker Mulde und Südflanke des Briloner Sattels
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Die Glindfeld-Subformation ist gewöhnlich sehr arm an Fossilien. Makrofossilien sind beschränkt auf wenige Horizonte, etwa der “Kalkgeröllbank” im Gebiet von Elsoff (CLAUS 1928; KULICK 1960). KULICK (1960: 257) lieferte eine Fossilliste aus diesem fossilreichen Horizont und stufte ihn in die “IIIbmu” Subzone ein. Die Revision dieser Fauna führte allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Fauna der Paraglyphioceras rotundum-Zone vorliegt, und zwar mit den Arten Paraglyphioceras rotundum BRÜNING 1923 und Girtyoceras brueningianum (SCHMIDT 1925). Die Basis der Glindfeld-Formation lieferte bei Deisfeld Lusitanites circularis KORN, 1988; diese Lagen sind in die Lusitanoceras poststriatum-Zone zu stellen.
Auf der Südflanke des Briloner Sattels hat die Glindfeld-Subformation ein jüngeres stratigraphisches Alter. Rauhe Tonsteine lieferten hier mehrere Goniatiten-Faunen, welche die Grenze Visé/Serpukhov überspannen (FIGGE 1968).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: CLAUS, Rudolf (1928): Die Elsoffer Kulm-Mulde. Ein Beitrag zur Stratigraphie und Petrographie des Unterkarbons am Ostrande des Rheinischen Schiefergebirges. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 79 (für 1927): 235-279, Abb. 1-6, Taf. 5; Berlin.
FIGGE, Klaus (1968): A goniatite fauna from the Visean/Namurian boundary. – Palaeontology, 11: 264-274, Abb. 1, 2, Taf. 46,47; London.
KORN, Dieter (2003a): Medebach-Bromberg, Late Viséan Standard Reference Section of the Rhenohercynian. – Geologica et Palaeontologica, 37: 77-88, fig. 1-8; Marburg.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.KULICK, Jens (1960): Zur Stratigraphie und Palaeogeographie der Kulm-Sedimente im Eder-Gebiet des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 3,1: 243-288, Abb. 1-11, Tab. 1-3, Taf. 1; Krefeld.
PAECKELMANN, Werner (1926a): Der Briloner Massenkalksattel, die Devon-Carbonmulde von Nehden und das Oberdevon-Culmgebiet von Rixen, Scharfenberg und Wülfte. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 47 (für 1925): 19-35, Taf. 1,2; Berlin.
PICKEL, Wilhelm (1937): Stratigraphie und Sedimentanalyse des Kulms an der Edertalsperre.- Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 89: 233-280, Abb.1-9, Taf.11-14; Berlin.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 05:18:05.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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