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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hesseberg-Subformation
ID: 6004036
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: KORN, 2003a
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Lelbach-Formation
Chronostratigraphie: Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Culmtonschiefer (pt.) (BEYSCHLAG & SCHRIEL 1923)
Horizont der Tonschiefer (HAUBOLD 1933)
non Posidonienkalk (H. SCHMIDT 1942)
Posidonienkalk (MEISCHNER 1962)
Posidonia-Kalkstein (MEISCHNER 1971)
Posidonienschiefer (CLAUSEN 1985)
Tonschiefer-Schichten (pt.) (HEGGEMANN 2003)
Hesseberg Member (KORN 2003b, 2010)
Lithologie: Die Hesseberg-Subformation ist weitgehend die Dieken-Formation mit zusätzlich eingeschalteten, an organischem Material reichen, grobkörnigen Kalkstein-Turbiditen. Der Hauptunterschied gegenüber der karbonatischen Herdringen-Formation ist die dunklere Farbe der Kalksteine, ihre im Durchschnitt gröbere Körnung und das Vorhandensein der Hintergrund-Sedimente, also der fein-laminierten, fossilreichen Tonsteine. Weit ähnlicher ist die Wennemen-Formation, welche allerdings durch dicke Crinoiden-Grainstones charakterisiert ist.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis der Subformation stimmt mit der Basis der Dieken-Formation überein; im Profil an der Nordwestseite des Bromberges bei Medebach ist sie durch den Doppel-Tuffit n1/n2 deutlich erkennbar.
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Formation ist durch das gleichzeitige Ausdünnen der detritischen Kalksteine und der feingebänderten Tonsteine gekennzeichnet. Am Bromberg bei Medebach wird die Hesseberg-Subformation von der Glindfeld-Subformation überlagert. Der Übergang der beiden Subformationen liegt in der Neoglyphioceras spirale-Zone.
Mittlere Mächtigkeit: 12 Meter im Profil an der Nordwestseite des Bromberges bei Medebach. In anderen Profilen ist die Formation geringmächtiger.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Der nordwestliche der drei aufgegebenen Steinbrüche am Bromberg zwei Kilometer ostnordöstlich von Medebach, Messtischblatt 4718 Goddelsheim, r 3476 925, h 5675 400 (Waldecker Mulde). / Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges; Waldecker Mulde zwischen Lelbach und Medebach. Die Subformation ist am mächtigsten in der Region zwischen Medebach und Hillershausen. In der Wittgensteiner Mulde kommen zeitäquivalente Kalksteine nahe Beddelhausen und Wallau vor; es ist aber nicht klar, ob diese von derselben Sediment-Quelle stammen.
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Geitenberg-Subformation (Lüdenscheider Mulde)
Scharfenberg-Subformation (Briloner Sattel)
Griesenbrauck-Subformation
Alterseinstufung: In der Hesseberg-Subformation treten zahlreiche feinlaminierte Tonsteine auf, welche so fossilreich sind wie in der Dieken- und der Wennemen-Formation. Makrofossilien sind weitgehend auf diese Tonsteine beschränkt (KULICK 1960); die Kalkstein-Bänke sind ziemlich arm an gut erhaltenen Makrofossilien (MEISCHNER 1962: 29).
Im Profil an der Nordwestseite des Bromberges bei Medebach reicht die Hesseberg-Subformation von der Goniatites spirifer-Zone bis in die Neoglyphioceras spirale-Zone (KULICK 1960: 249; KORN 2003a). Die vier Zonen dieses Intervalls sind repräsentiert durch die jeweiligen Leit-Goniatiten sowie durch gemeinsam mit ihnen vorkommende Arten. Insgesamt konnten in der erneuten Untersuchung des Profils (KORN 2003a) 70 Fossil-Horizonte unterschieden werden, 50 von ihnen mit Goniatiten. Das häufigste Fossil ist Posidonia becheri; diese Art bedeckt gelegentlich ganze Schichtflächen. Es ist auffallend, dass andere benthische Organismen, wie Trilobiten, sehr selten sind.
Conodonten aus der Abfolge im Aufschluss am Bromberg wurden von MEISCHNER (1962) studiert. Nach diesen Untersuchungen gehört die gesamte Hesseberg-Subformation in den oberen Abschnitt der Gnathodus bilineatus-Zone, also mit Gnathodus girtyi girtyi HASS, 1953, aber ohne Lochriea nodosa (BISCHOFF, 1957).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: KORN, Dieter (2003a): Medebach-Bromberg, Late Viséan Standard Reference Section of the Rhenohercynian. – Geologica et Palaeontologica, 37: 77-88, fig. 1-8; Marburg.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.KULICK, Jens (1960): Zur Stratigraphie und Palaeogeographie der Kulm-Sedimente im Eder-Gebiet des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 3,1: 243-288, Abb. 1-11, Tab. 1-3, Taf. 1; Krefeld.
MEISCHNER, Klaus-Dieter (1962): Rhenaer Kalk und Posidonienkalk im Kulm des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges und der Kohlenkalk von Schreufa (Eder). – Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenfürschung, 39: 1-47, Abb. 1-15, Tab. 1-2, Taf. 1-7; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:15:18.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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