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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Wennemen-Formation
ID: 6004031
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KORN, 2003b
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Medebach-Gruppe
Chronostratigraphie: Pendleium (Namurium, Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Plattenkalk (pt.) (RUPRECHT 1937)
Kulmplattenkalk (THOME 1968)
Kulm-Plattenkalk (pt.) (ENGEL 1975)
Wennemen Formation (KORN 2003b)
Wennemen Limestone Formation (KORN 2010)
Lithologie: Oberflächlich gesehen ähnelt die Wennemen-Formation der Herdringen-Formation; auch sie wird von Kalkstein-Bänken und Tonstein-Zwischenlagen aufgebaut und zeigt eine fast regelmäßige Wechsellagerung. Allerdings sind einige deutliche Unterschiede zu erkennen:
Die Carbonat-Bänke der Wennemen-Formation sind häufig grobkörnig. Viele von ihnen sind gut sortierte Crinoiden-Grainstones und -Packstones, sie sind erheblich häufiger als in der Herdringen-Formation.
Die Unterseiten zahlreicher Kalkstein-Bänke sind deutlich erosiv und zeigen Hinweise auf Channelling. Die Bänke besitzen häufig eine Eisenkruste an ihrer Basis.
Viele der Kalkstein-Bänke zeigen keine deutliche Gradierung.
Die tonigen Zwischenlagen gehören häufig nicht zu den Turbidit-Strömen, sondern repräsentieren die Hintergrund-Sedimentation. Viele von ihnen sind fein-laminiert und sehr fossilreich. In einigen Horizonten treten große Anhäufungen von Posidonia becheri auf.
Tuffitische Lagen sind viel besser erhalten als in der Herdringen-Formation.
Untergeordnete Einheit: Geitenberg-Subformation
Berge-Subformation
Liegendgrenze: Die Basis ist durch die Oberkante des höchsten Alaunschiefer-Paketes (Einheit M9) über dem Crenistria-Horizont definiert und deshalb isochron mit der Dieken- sowie der Herdringen-Formation.
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Formation ist wahrscheinlich heterochron und gekennzeichnet durch das Ausbleiben der Carbonat-Sedimentation.
Mittlere Mächtigkeit: Es ist kein Aufschluss mit der vollständigen Abfolge der Formation bekannt. In der Gegend von Wennemen beträgt die Mächtigkeit schätzungsweise 70 Meter; sie keilt nach Westen sowie Osten aus.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Oberer Teil des aufgegebenen Steinbruches auf der Westseite des Geitenberges 750 m ostsüdöstlich von Wennemen, Messtischblatt 4615 Meschede, r 3444 700, h5 690 775 (zentraler Teil der Südflanke der Lüdenscheider Mulde). / Südflanke der Lüdenscheider Mulde zwischen Sundern und Meschede.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Herdringen-Formation (Remscheid-Altenaer Sattel)
Lelbach-Formation (Briloner Sattel, Waldecker Mulde)
Dainrode-Formation (Wittgensteiner Mulde)
Dieken-Formation (Normalfazies)
Alterseinstufung: Die Wennemen-Formation ist reich an Fossilien, welche aber fast ausschließlich in fein-laminierten Tonsteinen auftreten. Die Faunen-Zusammensetzung und ihre Verbreitung ist fast identisch mit der Dieken Formation. In den Profilen zwischen Westenfeld und Wennemen sind die Goniatiten-Zonen zwischen der Goniatites spirifer-Zone und der Edmooroceras pseudocoronula-Zone fast vollständig nachgewiesen worden (RUPRECHT 1937; H. SCHMIDT 1942; KULICK 1960; KORN & M. HORN 1997).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: KORN, Dieter (2002): Faziesbereiche im Unterkarbon am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges. – Tagung der Subkommission für Karbonstratigraphie in der DUGW, Warstein, 26.-28. April 2002, Exkursionsführer: 1-35, fig. 1-19, tab. 1; Tübingen.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.KULICK, JENS (1960): Zur Stratigraphie und Palaeogeographie der Kulm-Sedimente im Eder-Gebiet des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 3,1: 243-288, Abb. 1-11, Tab. 1-3, Taf. 1; Krefeld.
NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
RUPRECHT, Leo (1937): Die Biostratigraphie des obersten Kulm im Sauerlande. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 57 (für 1936): 238-283, Abb. 1-18, Taf. 9-10; Berlin.
SCHMIDT, Hermann (1942): Nach Goniatiten gegliederte Profile im sauerländischen Kulm. – Decheniana, Festschrift, 101: 49-63, Abb. 1-9; Bonn.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015
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Litholex Recherche vom 24.04.2017, 21:04:14.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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