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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Griesenbrauck-Subformation
ID: 6004028
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: KORN, 2003b
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Herdringen-Formation
Chronostratigraphie: Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Vier Lithologien setzen die Abfolge der Griesenbrauck-Subformation zusammen:
Turbiditische, feinkörnige Kalksteine (Partikel meist kleiner als 0,5 Millimeter). Mergel und mergelige Tonsteine stellen das feine Material derselben Trübeströme dar.
Debrite mit umgelagertem Material, vorwiegend des Crenistria-Horizontes. Diese sind sehr charakteristisch für diese Subformation und sind in der westlichen Region ihres Vorkommens (Profile Iserlohn-Griesenbrauck und Becke-Oese) besonders auffällig.
Feinlaminierte Tonsteine reich an Posidonia becheri; diese Tonsteine werden interpretiert als Hintergrund-Sedimentation. In dieser unteren Subformation der Herdringen-Formation ist noch ein ziemlich hoher Tonanteil vorhanden.
Tuffit- und Metabentonit-Horizonte. Einige von ihnen, besonders der “Beddelhausener Tuff”, sind auffällig und werden von grobkörnigem Material mit großen Glimmer-Schuppen aufgebaut.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis wird definiert durch die Obergrenze des letzten zusammenhängenden Alaunschiefer-Paketes (Einheit M9) der Retringen-Formation über dem Crenistria-Horizont und ist damit isochron mit der Basis der Dieken-Formation.
Hangendgrenze: Die Obergrenze liegt über einer 15 bis 20 Zentimeter dicken, etwas kieseligen Tonsteinbank mit zahlreichen 0,5 bis 1,5 mm dicken Metabentonit-Bändern. Diese Grenze stimmt fast perfekt mit einem Wechsel in der Sedimentation in der Herdringen-Formation überein: Unter diesem charakteristischen multiplen Metabentonit-Horizont sind Tonstein-Zwischenlagen häufig, aber über diesem Leit-Horizont wird die Abfolge fast vollständig aus detritischen, reinen Kalksteinen mit geringmächtigen Tonstein-Zwischenlagen aufgebaut (Wicheln-Subformation).
Mittlere Mächtigkeit: ungefähr 15 Meter an der Typus-Lokalität
Maximale Mächtigkeit: In Richtung Osten nimmt die Mächtigkeit zu; in den östlichsten Profilen bei Herdringen und Müschede-Wicheln beträgt sie 22 Meter.
Typusprofile, etc.: Großer Steinbruch am Nordhang der Seiler, 500 m südlich von Iserlohn-Griesenbrauck, Messtischblätter 4612 Iserlohn und 4512 Menden, r 3410 600, h 5696 700 (Nordflanke des Remscheid-Altenaer Sattels).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Geitenberg-Subformation, unterer Teil (Lüdenscheider Mulde)
Scharfenberg-Subformation (Briloner Sattel)
Hesseberg-Subformation (Waldecker Mulde)
Alterseinstufung: Der unterste der Resediment-Horizonte der Griesenbrauck-Subformation liegt bereits an der Basis der Herdringen-Formation und gehört in die Goniatites spirifer-Zone; er kann mit der Brigant-Regression (HERBIG 1998; HERBIG et al. 1999) in Verbindung gebracht werden. In derselben biostratigraphischen Position sind Resediment-Horizonte auch aus der Wittgensteiner Mulde (PIECHA et al. 2004) und sogar aus Südwest-Portugal bekannt geworden (HERBIG et al. 1999). Die Griesenbrauck-Subformation reicht bis in die Arnsbergites gracilis-Zone.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: HEUSER, Heinrich (1978): Das Unterkarbon am Ostende des Remscheid-Altenaer Sattels (Rheinisches Schiefergebirge). – Diplom-Arbeit der Georg-August-Universität zu Göttingen: 1-110, Abb. 1-50; Göttingen. [unveröffentlicht]
KORN, Dieter (1988): Die Goniatiten des Kulmplattenkalkes (Cephalopoda, Ammonoidea; Unterkarbon; Rheinisches Schiefergebirge). – Geologie und Paläontologie in Westfalen, 11: 1-293, Abb. 1-88, Taf. 1-60; Münster/Westf.
KORN, Dieter (2002): Faziesbereiche im Unterkarbon am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges. – Tagung der Subkommission für Karbonstratigraphie in der DUGW, Warstein, 26.-28. April 2002, Exkursionsführer: 1-35, fig. 1-19, tab. 1; Tübingen.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 23.04.2017, 15:59:23.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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