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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Dieken-Formation
ID: 6004026
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KORN, 2003b
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Medebach-Gruppe
Chronostratigraphie: Pendleium (Namurium, Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Posidonienschiefer (pt.) (BEYRICH 1837)
Posidonomyenschiefer (pt.) (KOCH 1858)
Horizont der Hangenden Alaunschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1921)
Hangende Culmtonschiefer (pt.) (HENKE & W.E. SCHMIDT 1922a)
Culmtonschiefer (pt.) (ANDREE 1924)
Hangende Alaunschiefer (pt.) (FUCHS & PAECKELMANN 1928)
Milde Culm-Tonschiefer (KÜHNE 1928)
Horizont der Hangenden Culm-Alaun- und Tonschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1928b)
Stufe der Posidonienschiefer (pt.) (CORRENS 1934)
Kulm-Tonschiefer (pt.) (PAPROTH 1960)
cu IIIalpha-beta-Posidonienschiefer (pt.) (STASCHEN 1968)
kieselige Alaunschiefer (pt.) (RATHMANN & AMLER 1992)
Tonschiefer-Schichten (pt.) (HEGGEMANN 2003)
Dieken Formation (KORN 2003b)
Dieken Posidonienschiefer Formation (KORN2010)
Lithologie: Die Dieken-Formation kann als “normale” Hintergrund-Sedimentation des Rhenoherzynischen Beckens am Ende der Visé-Stufe angesehen werden. Sie wird hauptsächlich von fein-laminierten Tonsteinen mit dünnen kalkigen Horizonten von wenigen Millimetern Mächtigkeit aufgebaut. Diese Tonsteine sind häufig sehr fossilreich; ihre Lamination wird recht häufig von Konzentrationen von Schalen der Muschel Posidonia becheri sowie von dünnen vulkaniklastischen Zwischenlagen verursacht.
Kalkstein-Einschaltungen spielen eine nur untergeordnete Rolle in der Dieken-Formation. Wenige Carbonat-Bänke sind dicker als einen Zentimeter; diese sind normalerweise organisch-reiche Turbidite, welche den dünneren Bänken der Herdringen-Formation ähneln. Einige der mergeligen Tonstein-Lagen mit geringem Fossil-Gehalt haben ebenfalls eine turbiditische Herkunft.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis ist durch das Ende des höchsten zusammenhängenden Alaunschiefer-Paketes (Einheit M9) der Bromberg-Formation definiert. Das bedeutet, dass in “normalen” Profilen die Basis der Dieken-Formation 1,00 bis 1,50 Meter über dem Crenistria-Horizont liegt und deshalb leicht zu bestimmen ist. Die Grenze stimmt überein mit dem charakteristischen Doppel-Tuffit n1/n2, das sind zwei fünf Zentimeter auseinander stehende Metabentonit-Horizonte von jeweils einem Zentimeter Mächtigkeit.
Fast unmittelbar über dem Metabentonit-Leithorizont n1/n2 beginnt die Goniatites spirifer-Zone, gekennzeichnet durch das erste Vorkommen der Leitart.
Hangendgrenze: Im Gegensatz zur Untergrenze ist die Obergrenze der Formation heterochron; die biostratigraphische Position ist abhängig von der Entfernung der Profile von der orogenen Front.
n den Profilen bei Aprath und Warstein liegt der Übergang von der Dieken-Formation in die darüber folgende Eisenberg-Formation in der Neoglyphioceras suerlandense-Zone; im Profil In den Dieken hingegen liegt der Übergang in der Edmooroceras pseudocoronula-Zone der basalen Serpukhov-Stufe.
Mittlere Mächtigkeit: 5 bis 20 Meter, abhängig von der internen Zusammensetzung und der stratigraphischen Reichweite der Formation.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Straßenböschung bei In den Dieken 1,75 km südöstlich Langenholthausen, Messtischblätter 4713 Plettenberg und 4613 Balve, r 3423 030, h 5685 475 (westlicher Teil der Südflanke der Lüdenscheider Mulde). / Die Dieken-Formation ist weit verbreitet am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges vom Velberter Sattel über die Herzkamper Mulde, die Lüdenscheider Mulde und den Warsteiner Sattel sowie dem nördlichen Briloner Sattel. Relativ ähnliche Abfolgen können in den Profilen von Aprath, am Westende der Lüdenscheider Mulde (In den Dieken) und auf dem Warsteiner Sattel studiert werden.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Herdringen-Formation (Remscheid-Altenaer Sattel)
Wennemen-Formation (Lüdenscheider Mulde)
Lelbach-Formation (südlicher Briloner Sattel, Waldecker Mulde)
Dainrode-Formation (Wittgensteiner Mulde)
Alterseinstufung: Die Dieken-Formation ist sehr reich an Fossilien, von welchen außer Posidonia becheri BRONN, 1828 (im unteren Teil) und Posidonia membranacea RUPRECHT 1937 (im oberen teil) die Goniatiten die häufigsten Fossilien sind. Deshalb kann die Dieken-Formation sehr detailliert untergliedert werden; in vollständigen Profilen wie In den Dieken können ungefähr zehn Goniatiten-Zonen mit ihren Leitarten nachgewiesen werden. Mehrere Lagen lieferten verkieselte, körperlich erhaltene Goniatiten.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: KORN, Dieter (1988): Die Goniatiten des Kulmplattenkalkes (Cephalopoda, Ammonoidea; Unterkarbon; Rheinisches Schiefergebirge). – Geologie und Paläontologie in Westfalen, 11: 1-293, Abb. 1-88, Taf. 1-60; Münster/Westf.
KORN, Dieter (1990): Weitere Goniatiten aus dem Ober-Visé des Rheinischen Schiefergebirges. – Geologie und Paläontologie in Westfalen, 15: 11-69, fig. 1-15, pl. 1-15; Münster/Westf.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
RUPRECHT, Leo (1937): Die Biostratigraphie des obersten Kulm im Sauerlande. – Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 57 (für 1936): 238-283, Abb. 1-18, Taf. 9-10; Berlin.
SCHMIDT, Hermann (1942): Nach Goniatiten gegliederte Profile im sauerländischen Kulm. – Decheniana, Festschrift, 101: 49-63, Abb. 1-9; Bonn.
THOMAS, Erich & ZIMMERLE, Winfried (1992): Geologie der Baustelle B224n bei Aprath, vom Tunnel “Im großen Busch” bis “Straßeneinschnitt Kohleiche”. – in THOMAS, Erich (Ed.): Oberdevon und Unterkarbon von Aprath im Bergischen Land (Nördliches Rheinisches Schiefergebirge); ein Symposium zum Neubau der Bundesstraße 224: 8-100, Abb. 1-13, Tab. 1-2, Taf. 1-9; Köln (von Loga).
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 20.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:16:15.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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