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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Bromberg-Formation
ID: 6004022
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KORN, 2003a
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Medebach-Gruppe
Chronostratigraphie: Viséum (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Posidonienschiefer (pt.) (BEYRICH 1837)
Posidonomyenschiefer (pt.) (KOCH 1858)
Hangende(r) Alaunschiefer (HENKE 1912)
Kieselschiefer (pt.) (ANDREE 1924)
Hangende Culmtonschiefer (pt.) (HENKE 1924)
Kalkbänderschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1926a)
Mischzone der Posidonienschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1926b)
Alaunschiefer (KEGEL 1928)
kieselige Übergangsschichten an der Basis der Hangenden Alaunschiefer (PAECKELMANN in FUCHS & PAECKELMANN 1928)
Horizont der Hangenden Culm-Alaun- und Tonschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1928c)
Horizont der vorwiegenden Alaunschiefer (HAUBOLD 1933)
Obere Alaunschiefer (SCHMIERER 1934)
Kulm-Posidonienschiefer (pt.) (PAECKELMANN 1936a)
Kulmtonschiefer (pt.) (KRONBERG et al. 1960).
Kieselige Übergangsschichten (NICOLAUS 1957)
cu IIIa-b-Posidonienschiefer (pt.) (STASCHEN 1968)
Kulm-Tonschiefer (pt.) (LIPPERT et al. 1970)
Horizont der Kieselkalke (pt.) (GWOSDZ 1972)
kieselige Alaunschiefer (pt.) (RATHMANN & AMLER 1992)
Bromberg Formation (KORN 2003a, 2003b, 2010)
Lithologie: Die Bromberg-Formation wird von vier wesentlichen Lithologien aufgebaut, welche in ihrer Bedeutung geringfügig zwischen den untersuchten Aufschlüssen variieren. Die wichtigsten Gesteine sind kieselige, splitterige oder feinlaminierte Alaunschiefer, welche Pakete von 40 to 120 Zentimeter Mächtigkeit aufbauen. Diese wechsellagern mit dunkelgrauen bis grünlichgrauen kieseligen Tonsteinen. NICOLAUS (1963) benutzte diese Wechsellagerungen, um 14 lithostratigraphische Einheiten in den “Kieseligen Übergangsschichten” zu postulieren, von L1 bis L5 (für den unteren, eher kieseligen Anteil) und M1 bis M9 (für den oberen, mehr schiefrigen Anteil). Der Carbonat-Gehalt der Bromberg-Formation ist niedrig in den “normalen” Profilen am Ostrand des Rheinisches Schiefergebirge. An der Typus-Lokalität am Bromberg sind wenige Kalkstein-Bänke von maximal 15 Zentimeter Mächtigkeit sporadisch in die kieselige Sequenz eingeschaltet. Sie sind splitterig im unteren Abschnitt der Abfolge (und ähneln hier den Kalkstein-Bänken der Hillershausen-Formation) und bituminös und grobkörnig im oberen Abschnitt, wo sie den Calciturbiditen der folgenden Hesseberg-Subformation ähneln). Besonders in Einheit M6 sorgen dünne Carbonat-Horizonte für eine Bänderung der Tonsteine. Die vierte Lithologie sind Tuffit- und Metabentonit-Lagen, von welchen ungefähr 30 in der Bromberg-Formation gezählt werden können. Sie erreichen eine maximale Mächtigkeit von 10 cm und sind die besten Indexhorizonte für die regionale Korrelation (NICOLAUS 1963; KORN 2003a).
Untergeordnete Einheit: Linnepe-Subformation
Retringen-Subformation
Liegendgrenze: Die Bromberg-Formation ist die einzige Formation der Visé-Stufe welche, über weite Erstreckung im Rheinischen Schiefergebirge und Harz, eine isochrone Basis sowie auch eine isochrone Obergrenze aufweist. Die Bromberg-Formation beginnt mit dem Grimmeri-Horizont (also mit der kieseligen dunkelgrauen bis schwarzen Bank kieseliger Pelite unmittelbar über dem oft weißen Tuffit k50)
Hangendgrenze: Sie endet mit dem letzten dicken Alaunschiefer-Paket über dem Crenistria-Horizont, das ist direkt über der Einheit M9 und unmittelbar unterhalb des Doppel-Tuffits n1/n2.
Mittlere Mächtigkeit: ungefähr 10 bis 12 Meter in der “normalen” Fazies am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Der nordwestliche der drei aufgegebenen Steinbrüche am Bromberg zwei Kilometer ostnordöstlich von Medebach, Messtischblatt 4718 Goddelsheim, r 3476 925, h 5675 400 (Waldecker Mulde). / Die Formation ist weit verbreitet in fast dem gesamten Rheinischen Schiefergebirge (Herzkamper Mulde, Warsteiner Sattel, Briloner Sattel, Attendorn-Elsper Mulde, Waldecker Mulde, Wittgensteiner Mulde und Dill-Mulde) sowie im Nordwest-Harz. Sie wird lediglich auf dem Nordflügel des Remscheid-Altenaer Sattels sowie dem mittleren Bereich der Lüdenscheider Mulde durch die deutlicher karbonatischen Retringen- und Linnepe-Formationen vertreten.
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Retringen-Subformation (Remscheid-Altenaer Sattel)
Linnepe-Subformation (Lüdenscheider Mulde)
Alterseinstufung: Die Bromberg-Formation ist reich an Fossilien; einige der Lokalitäten, wie Aprath und Herborn, gehören zu den klassischen Fossil-Lagerstätten des Unter-Karbons. Unter den Makrofossilien ist Posidonia becheri BRONN, 1828 die häufigste Art, welche periodisch ganze Schichtflächen bedeckt. Weitere Fossilien benthischer Organismen sind in den meisten Profilen selten; nur die Vorkommen bei Aprath, Rüthen, Herborn und Erdbach lieferten artenreiche Faunen mit Trilobiten, Brachiopoden, rugosen und tabulaten Korallen, Bivalven, Gastropoden etc. Nektonische Organismen, wie orthocone Cephalopoden und Ammonoideen sind hingegen in allen Regionen häufig. Die Goniatiten-Zonierung ist recht gut bekannt (NICOLAUS 1963; KORN 1996), obwohl sie sich weitgehend auf flachgedrücktes Material gründet. Die Bromberg-Formation entspricht in ihrer vertikalen Ausdehnung fast perfekt den Goniatites hudsoni-, Gon. globostriatus-, Gon. crenistria- und Gon. fimbriatus-Zonen.
Conodonten datieren die gesamte Bromberg-Formation in die Gnathodus bilineatus-Zone (VOGES 1960: 225; MEISCHNER 1970: 1176).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: JACKSON, Peter J. (1985): Sedimentology, stratigraphy and palaeoceanography of some Lower Carboniferous hemipelagic sequences. – D. Phil. Thesis University of Oxfürd: 1-292, Abb. 1-50, Taf. 1-6; Oxfürd (unpublished).
KORN, Dieter (1996): Revision of the Late Visean goniatite stratigraphy. – Annales de la Société géologique de Belgique, 117 (1): 205-212, Abb. 1-3; Bruxelles.
KORN, Dieter (2003a): Medebach-Bromberg, Late Viséan Standard Reference Section of the Rhenohercynian. – Geologica et Palaeontologica, 37: 77-88, fig. 1-8; Marburg.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.
MEISCHNER, Dieter (1970): Conodonten-Chronologie des deutschen Karbons. – Compte Rendue Sixième Congrès International de Stratigraphie et de Géologie du Carbonifère, Sheffield 11th to 16th September 1967, 3: 1169-1180, Abb. 1-3; Maastricht.
MESTERMANN, Bernd (1998): Mikrofazies, Paläogeographie und Eventgenese des crenistria-Horizontes (Obervisé, Rhenohercynicum). – Kölner Forum für Geologie und Paläontologie, 2: 1-77, Abb. 1-14, Taf. 1-8; Köln.
NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
THOMAS, Erich & ZIMMERLE, Winfried (1992): Geologie der Baustelle B224n bei Aprath, vom Tunnel “Im großen Busch” bis “Straßeneinschnitt Kohleiche”. – in THOMAS, Erich (Ed.): Oberdevon und Unterkarbon von Aprath im Bergischen Land (Nördliches Rheinisches Schiefergebirge); ein Symposium zum Neubau der Bundesstraße 224: 8-100, Abb. 1-13, Tab. 1-2, Taf. 1-9; Köln (von Loga).
VOGES, Adolf (1960): Die Bedeutung der Conodonten für die Stratigraphie des Unterkarbons I und II (Gattendorfia- und Pericyclus-Stufe) im Sauerland. – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 3,1: 197-228, Abb. 1-5, Tab. 1-5; Krefeld.
WARNKE, Klaus (1997): Microbial carbonate production in a starved basin: The crenistria Limestone of the upper Viséan German Kulm facies. – Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 130: 209-255, Abb. 1-10; Amsterdam.
WITTEN, Wolfgang (1979): Stratigraphie, Sedimentologie und Paläogeographie der Kieselkalke im Unterkarbon Iig/d bis IIIa des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Geologische Abhandlungen Hessen, 80: 1-132, Abb. 1-26, Tab. 1-12, Taf. 1-4; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 19.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 03:18:18.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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