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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hellefeld-Formation
ID: 6004018
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: GAUGLITZ, 1967
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Drewer-Gruppe
Chronostratigraphie: Tournaisium (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: plattenförmiger Kalkstein (pt.) (VON DECHEN 1823)
dickbankige Krinoidenkalke (HENKE 1912)
Kohlenkalk (HENKE & W.E. SCHMIDT 1922a)
Linsen von Kohlenkalk (PAECKELMANN 1938b)
“Kohlenkalk” des Kieselkalk-Horizontes (PAPROTH 1960)
Hellefelder Kalk (GAUGLITZ 1967)
Westenfelder Kohlenkalk (HELMKAMPF 1969)
Hellefeld Kalkstein (MEISCHNER 1971)
“Kohlenkalk-Einschaltungen” (GWOSDZ 1972)
Hellefelder Kalke und Kulm-Kieselkalke (MERSMANN 1993)
Hellefeld Formation (KORN 2003b, 2010)
Lithologie: Durch die Einschaltung von ungefähr 80 bis 100 Meter mächtigen, vorwiegend kompakten detritischen Kalksteinen hat der “Kieselkalk” in der Gegend von Hellefeld eine erheblich höhere Mächtigkeit als in der “normalen” Fazies. Einzelne Kalkstein-Bänke der Hellefeld-Formation können eine Mächtigkeit von mehr als 5 Metern erreichen (GAUGLITZ 1967; HELMKAMPF 1969). Für diese Kalksteine wurde eine Herkunft von einer Carbonat-Plattform im Süden angenommen. Die Mächtigkeit der Kalkstein-Bänke und der gesamten Formation ist in der Umgebung von Westenfeld am höchsten und nimmt sowohl nach Westen als nach Osten ab (HELMKAMPF 1969: 514). HELMKAMPF (1969: 480) unterteilte Hellefeld-Formation in fünf Einheiten, welche durch eine interne zyklische Sedimentation gekennzeichnet sind. (siehe Subformationen)
Untergeordnete Einheit: Stemmberg-Subformation
Ober-Röhre-Subformation
Liegendgrenze: Die Basis der Hellefeld-Formation ist selten gut aufgeschlossen und daher ist wenig über die Abgrenzung nach unten bekannt. An der nordöstlichen Seite des Kehling bei Wennemen ist ein abrupter Übergang von hellen “Kieselschiefern” in die Hellefeld-Formation am Ufer der Ruhr aufgeschlossen (HELMKAMPF 1969: 479).
Hangendgrenze: Die Obergrenze der Formation, also der Kontakt zur darüber folgenden Bromberg-Formation, wird an die Basis des Grimmeri-Horizontes über dem meist weißen Tuffit k50 gelegt. Das bedeutet, dass die Hillershausen-, Becke-Oese- und Hellefeld-Formationen eine isochrone Obergrenze besitzen.
Mittlere Mächtigkeit: 60 bis 80 m
Maximale Mächtigkeit: Nach HELMKAMPF (1969: 514) bis zu 125 Meter im Raum Westenfeld - Hellefeld.
Typusprofile, etc.: Steinbruch am Stemmberg 1 km westsüdwestlich von Hellefeld, Messtischblatt 4614 Arnsberg, r3 435 550, h 5688 400 (Südflanke der Lüdenscheider Mulde). Der Aufschluss und sein Profil wurde bereits von NICOLAUS (1963), GAUGLITZ (1967), HELMKAMPF (1969) und KORN (2002) beschrieben. / Südflanke der Lüdenscheider Mulde zwischen Allendorf und Eversberg. Kleinere Vorkommen, die möglicherweise den unteren Abschnitt der Hellefeld-Formation repräsentieren, befinden sich bei Niederhelden in der Attendorn-Elsper Mulde (GWOSDZ 1972).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Becke-Oese-Formation (Remscheid-Altenaer Sattel)
Laisa-Formation (Dill-Mulde)
Hillershausen-Formation (Normalfazies)
Alterseinstufung: Unter den zeitäquivalenten Formationen ist die Hellefeld-Formation diejenige mit den reichsten Goniatiten-Faunen. Nachweise der Zonenfossilien Entogonites nasutus und E. grimmeri erlauben die Unterscheidung von zwei aufeinanderfolgenden Zonen innerhalb der oberen Partie der Formation (Ober-Röhre-Subformation).
Mehrere Wissenschafter studierten Conodonten aus der Hellefeld-Formation. Da das Zonenfossil Scaliognathus anchoralis im basalen Anteil der Formation an Lokalitäten in der Umgebung von Meschede nachgewiesen wurde (GAUGLITZ 1967: 16-18; THOME 1968: 138, Bestimmung von W. ZIEGLER), wurde eine Sedimentation angenommen, die bereits im jüngsten Teil der Tournai-Stufe begann. GAUGLITZ (1967) hielt eine heterochrone Basis der Formation für wahrscheinlich; sie (1967: 25) postulierte eine wandernde Achse der Turbidit-Schüttung von östlichen Vorkommen (Eversberg) in Richtung Westen (Hellefeld), wo dann der Hauptanteil des Sedimentmaterials zur Ablagerung gelangte. VOGES (1960: 222) untersuchte Proben der unteren Hellefeld-Formationen aus der Umgebung von Hellefeld und Sundern, welche alle ein Visé-Alter anzeigten (anchoralis-bilineatus-Interregnum und bilineatus-Zone). Eine dieser Proben stammt vom unteren Teil (60 Meter unter dem ersten E. grimmeri) der Hellefeld-Formation am Stemmberg. Aus Kalkstein-Bänken innerhalb der “Bunten Kieselschiefer” unterhalb der Hellefeld-Formation im Profil des Bönkhauserbachstollens hatte VOGES (1960: 217) eine Conodonten-Fauna der anchoralis-Zone nachgewiesen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: EDER, Franz Wolfgang, ENGEL, Wolfgang, FRANKE, Wolfgang & SADLER, Peter M. (1983): Devonian and Carboniferous Limestone-Turbidites of the Rheinisches Schiefergebirge and Their Tectonic Significance. – In: Henno MARTIN & Franz Wolfgang EDER [Eds.]: Intracontinental Fold Belts: 93-124, Abb. 1-13, Taf. 1-2; Berlin, Heidelberg (Springer).
GAUGLITZ, Renate (1967): Der Hellefelder Kalk (sogenannter “Kohlenkalk”) am Südrand der Nuttlarer und Lüdenscheider Mulde im Zusammenhang mit einem altersgleichen Konglomerat-Horizont am Nordostrand der Elsper Kulm-Mulde. – Dissertation der Georg-August-Universität zu Göttingen: 1-67, Abb. 1-12; Göttingen.
HELMKAMPF, Klaus (1969): Zur Sedimentpetrographie und Stratinomie des Westenfelder Kohlenkalkes (Sauerland). – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 16: 473-528, Abb. 1-14, Tab. 1-6, Taf. 1-7; Krefeld.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.
NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
WITTEN, Wolfgang (1979): Stratigraphie, Sedimentologie und Paläogeographie der Kieselkalke im Unterkarbon Iig/d bis IIIa des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Geologische Abhandlungen Hessen, 80: 1-132, Abb. 1-26, Tab. 1-12, Taf. 1-4; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 19.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:13:43.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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