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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Becke-Oese-Formation
ID: 6004015
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KORN, 2003b
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Drewer-Gruppe
Chronostratigraphie: Tournaisium (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: plattenförmiger Kalkstein (pt.) (VON DECHEN 1823)
Horizont der Kieselkalke und der Wechsellagerung von Plattenkalken mit Lyditen (DENCKMANN 1902b)
Horizont der Kieselkalke mit untergeordneten Plattenkalken (DENCKMANN 1905a)
Horizont der vorwiegenden Kieselkalke (DENCKMANN 1909)
Horizont des Kieselkalkes (FUCHS 1911a)
Kieselkalk(e) (pt.) (KÜHNE 1938a)
Kulm-Kieselkalk (PAECKELMANN 1938a)
Westenfelder Kohlenkalk (pt.) (HELMKAMPF 1969)
Hellefelder Kalk (pt.) (WITTEN 1979)
Kieselkalk-Horizont (pt.) (JACKSON 1985)
Kulm-Plattenkalk (pt.) (KÜHN-VELTEN & PAPROTH 1989)
Becke-Oese Formation (KORN 2003b, 2010)
Lithologie: Die Becke-Oese-Formation kann partiell der Hillershausen-Formation ähneln, unterscheidet sich aber durch den erheblich höheren Carbonat-Gehalt. Dieser wird verursacht durch zahlreiche Kalkturbidite mit Mächtigkeiten von wenigen Zentimetern bis etwa zwei Metern. Solche dicken Bänke sind vorwiegend an der Basis der Formation (Deinstrop-Subformation) charakteristisch, wo sie in graue bis grünliche kieselige Tonsteine eingebettet sind. Höher in der Formation (Holzen-Subformation) sind diese Bänke meist dünner und werden hauptsächlich von Crinoiden-Detritus aufgebaut.
Die Formation ähnelt auch der Herdringen-Formation (siehe unten), aber die einzelnen Kalksteinbänke haben gewöhnlich nicht die deutliche Gradierung und enthalten weit weniger organisches Material. Tonige Zwischenlagen sind stets kieselig in der Becke-Oese-Formation; tuffitische Horizonte sind sehr häufig.
Untergeordnete Einheit: Deinstrop-Subformation
Holzen-Subformation
Liegendgrenze: Die Untergrenze der Formation ist schwer bestimmbar; offenbar entwickelt sich die Formation kontinuierlich durch die Einschaltung von zunächst feinkörnigen, gradierten detritischen Kalksteinbänken aus der darunter liegenden Ober-Rödinghausen-Formation. Einige mächtige Kalksteinbänke von mehr als 1,50 Meter Mächtigkeit dienen als Hilfe für das Auffinden der Formationsbasis. Diese Basis kann am besten durch den Farbwechsel der Pelite von schwarz nach grau erkannt werden, wenn auch in den oberen Partien der Hardt-Subformation Kalkturbidite auftreten.
Hangendgrenze: Die Obergrenze ist einfach zu erkennen; sie ist isochron mit der Obergrenze der Hillershausen-Formation und definiert durch die Basis des Grimmeri-Horizontes, welcher der basale Horizont der Retringen-Formation (laterales Cabonatreicheres Äquivalent der Bromberg-Formation) ist. Diese Grenze stimmt mit dem Farbwechsel von vorwiegend grünlichgrauen zu schwarzen Sedimentgesteinen überein. Die Auffällige Tuffitlage k50 hilft bei der Definition der Formationsgrenze.
Mittlere Mächtigkeit: Die Basis der Formation ist nirgends gut aufgeschlossen, daher ist es schwierig, die Gesamtmächtigkeit der Formation zu ermitteln. An der Typus-Lokalität sind wenig mehr als die oberen 40 Meter aufgeschlossen.
Maximale Mächtigkeit: Die Abschätzung der Gesamtmächtigkeit von 122m an der Typuslokalität durch GURSKY (1997) ist wahrscheinlich zu hoch.
Typusprofile, etc.: Aufgegebener Steinbruch nördlich von Becke-Oese, westlich der Straße Hemer – Menden, Messtischblatt 4512 Menden, r 3415 750, h 5697 200 (Nordflanke des Remscheid-Altenaer Sattels). Beschreibungen und Profildarstellungen wurden bereits von NICOLAUS (1963) und HELMKAMPF (1969) vorgelegt. / Nordflanke des Remscheid-Altenaer Sattels zwischen Hagen und Arnsberg; möglicherweise auch Südflanke (= Nordflanke der Lüdenscheider Mulde) zwischen Arnsberg und Mellen, aber nicht gut aufgeschlossen in diesem Gebiet.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Hellefeld-Formation (Lüdenscheider Mulde)
Laisa-Formation (Dill-Mulde)
Hillershausen-Formation (Normalfazies)
Alterseinstufung: siehe bei Subformationen
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: EDER, Franz Wolfgang, ENGEL, Wolfgang, FRANKE, Wolfgang & SADLER, Peter M. (1983): Devonian and Carboniferous Limestone-Turbidites of the Rheinisches Schiefergebirge and Their Tectonic Significance. – In: Henno MARTIN & Franz Wolfgang EDER [Eds.]: Intracontinental Fold Belts: 93-124, Abb. 1-13, Taf. 1-2; Berlin, Heidelberg (Springer).
GURSKY, Hans-Jürgen (1997): Die Kieselgesteine des Unterkarbons im Rhenoherzynikum. Sedimentologie, Petrographie, Geochemie und Paläozeanographie. – Geologische Abhandlungen Hessen, 100: 1-117, Abb. 1-24; Wiesbaden.
HELMKAMPF, Klaus (1969): Zur Sedimentpetrographie und Stratinomie des Westenfelder Kohlenkalkes (Sauerland). – Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen, 16: 473-528, Abb. 1-14, Tab. 1-6, Taf. 1-7; Krefeld.
HEUSER, Heinrich (1978): Das Unterkarbon am Ostende des Remscheid-Altenaer Sattels (Rheinisches Schiefergebirge). – Diplom-Arbeit der Georg-August-Universität zu Göttingen: 1-110, Abb. 1-50; Göttingen. [unveröffentlicht]
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
WITTEN, Wolfgang (1979): Stratigraphie, Sedimentologie und Paläogeographie der Kieselkalke im Unterkarbon Iig/d bis IIIa des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Geologische Abhandlungen Hessen, 80: 1-132, Abb. 1-26, Tab. 1-12, Taf. 1-4; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 19.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:27:18.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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