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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Hillershausen-Formation
ID: 6004014
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KORN, 2003a
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Drewer-Gruppe
Chronostratigraphie: Tournaisium (Unterkarbon, Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Kieselkalk(e) (HENKE 1912)
Horizont der Lydite und Kieselkalke (pt.) (PAECKELMANN 1921)
Helle Lydite (PAECKELMANN 1926a)
Helle Lydite – Kieselkalke (PAECKELMANN 1926a)
Culmkieselkalke (PAECKELMANN 1926a)
Kieselkalk-Horizont (PAECKELMANN 1928a)
Horizont der Kieselkalke (pt.) (PAECKELMANN in KÜHNE & PAECKELMANN 1929)
Horizont der vorwiegenden Kieselkalke (HAUBOLD 1933)
Zone der Kulm-Lydite (Kieselschiefer) und Kieselkalke (pt) (REICH 1934)
Stufe der Lydite, Kieselschiefer und Kieselkalke (pt.) (SCHMIERER 1934)
Zone der Lydite (pt) (REICH 1935a)
Horizont der Kulmkieselkalke (PAECKELMANN 1936a)
Kulmkieselkalk(e) (BEHREND & STAESCHE 1936)
Kieselkalk, Lydite und Alaunschiefer (PAUL 1937)
Gebänderte Kieselkalkschiefer (PAUL 1937)
Kulm-Kieselkalk (PAECKELMANN & RICHTER 1938)
helle Lydite und Kalkbänderschiefer (KRONBERG et al. 1960)
Horizont der vorwiegend bunten Kieselschiefer mit Kieselkalk-Bänken (HOMRIGHAUSEN 1978)
Kieselkalk-Horizont (pt.) (JACKSON 1985)
Kieselkalk-Folge (BRAUCKMANN 1992a)
Kieselschiefer- und Kieselkalk-Schichten (HEGGEMANN & KULICK 1997)
Hillershausen Formation (KORN 2003a, 2003b)
Hillershausen Kieselkalk Formation (KORN 2010)
Lithologie: Wechsellagerung von kieseligen Tonsteinen und eingekieselten dünnen Kalkturbiditen; bis zu 400 einzelne Turbidite können in einigen Profilen gezählt werden. Variationen in der Mächtigkeit der einzelnen Vorkommen werden hauptsächlich durch den unterschiedlichen Carbonat-Gehalt verursacht; die Pelite haben immer fast dieselbe Gesamtmächtigkeit von 10 bis 14 Metern. Im Gegensatz dazu variiert die Mächtigkeit der Carbonate erheblich zwischen drei Metern (Battenberg) und 11,5 Metern (Beddelhausen). Die Kalksteinbänke sind üblicherweise zwei bis fünf Zentimeter dick; wenige dickere Bänke können bis zu einem Meter stark werden. Diese werden hauptsächlich von Crinoiden-Detritus und zurücktretend von Foraminiferen, Bryozoen, Algen, Calcisphären und Schalen-Material unterschiedlicher Herkunft aufgebaut. Die Hillershausen-Formation zeigt zahlreiche vulkaniklastische Einschaltungen (HOSS 1957), welche eine maximale Mächtigkeit von 20 cm erreichen.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Basis der Hillershausen-Formation ist, abgesehen vom Farbwechsel der Pelite von schwarz nach grau, durch die Einschaltung der ersten hellgrauen Kalkturbidite in die kieselige Sequenz charakterisiert.
Hangendgrenze: Die Obergrenze, also der Kontakt mit der Bromberg-Formation, wurde von NICOLAUS (1963) präzise definiert und an die Basis des Grimmeri-Horizontes gelegt. Diese dunkelgraue bis schwarze kieselige Tonsteinlage von 15 bis 30 cm Mächtigkeit ist in fast allen Profilen in charakteristischer Form nachgewiesen worden.
Mittlere Mächtigkeit: Normalerweise 12 bis 30 Meter (WITTEN 1979). In Profilen mit reduziertem Carbonat-Anteil, z.B. am Ettingerhof bei Rüthen kann die Mächtigkeit auf fünf Meter reduziert sein. Diese Profile zeigen den lateralen Übergang zur Laisa-Formation.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Aufgegebener Steinbruch am Westfuß des Eschenberges 1 km westlich von Hillershausen, Messtischblatt 4718 Goddelsheim, r 3483 650, h 5676 300 (Waldecker Mulde). Die Formation wurde an der Typus-Lokalität von WITTEN (1979) untersucht. / Die Formation ist fast am gesamten Nord- und Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges verbreitet, von der Gegend um Aprath (Herzkamper Mulde) im Nordwesten bis Marsberg im Nordosten und dann bis nach Biedenkopf (Wittgensteiner Mulde) im Südosten. Nur an der Nordflanke des Remscheid-Altenaer Sattels und in der Lüdenscheider Mulde wird die Hillershausen-Formation durch die zeitäquivalenten, an Carbonaten reicheren Becke-Oese- und Hellefeld-Formationen, und in der Dill-Mulde durch die Laisa-Formation (=“Kulm-Kieselschiefer”) vertreten.
Verbreitung (Bundesländer): Hessen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Becke-Oese-Formation (Remscheid-Altenaer Sattel)
Hellefeld-Formation (Lüdenscheider Mulde)
Laisa-Formation (Dill-Mulde)
Alterseinstufung: Die Hillershausen-Formation lieferte nur wenige Fossilien mit biostratigraphischem Wert. Mehrere Horizonte in den höchsten 1,50 Metern lieferten im Aufschluss am Bromberg bei Medebach das Leitfossil Entogonites grimmeri (KITTL, 1904) in flachgedrückter Erhaltung (NICOLAUS 1963; KORN 2003a).
Die Hillershausen-Formation am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges besitzt ein Visé-Alter. WITTEN (1979: 22) fand Gnathodus bilineatus (ROUNDY, 1926) in mehreren Profilen in der oberen Hälfte des “Kieselkalkes” und betonte, dass die Grenze zwischen den Zonen mit M. beckmanni und Gn. bilineatus im “Kieselkalk” liegt.
Durch LEUTERITZ (1972, 1981) untersuchte Proben aus dem “Kieselkalk” von den Messtischblättern Hallenberg und Niedersfeld (östliches Rheinisches Schiefergebirge) lieferten Conodonten-Faunen aus dem “anchoralis-bilineatus-Interregnum”, manche mit der Art Gnathodus texanus ROUNDY, 1926.
Trilobiten-Faunen wurden hauptsächlich in den Gegenden von Aprath (BRAUCKMANN 1992a), Rüthen und Nehden (HAHN & HAHN), bekannt gemacht.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: EDER, Franz Wolfgang, ENGEL, Wolfgang, FRANKE, Wolfgang & SADLER, Peter M. (1983): Devonian and Carboniferous Limestone-Turbidites of the Rheinisches Schiefergebirge and Their Tectonic Significance. – In: Henno MARTIN & Franz Wolfgang EDER [Eds.]: Intracontinental Fold Belts: 93-124, Abb. 1-13, Taf. 1-2; Berlin, Heidelberg (Springer).
HOSS, Hildegard (1957): Untersuchungen über die Petrographie kulmischer Kieselschiefer. – Beiträge zur Mineralogie und Petrographie, 6: 59-88, Abb. 1-13, Tab. 1-20; Göttingen.
JACKSON, Peter J. (1985): Sedimentology, stratigraphy and palaeoceanography of some Lower Carboniferous hemipelagic sequences. – D. Phil. Thesis University of Oxfürd: 1-292, Abb. 1-50, Taf. 1-6; Oxfürd (unpublished).
KORN, Dieter (2003a): Medebach-Bromberg, Late Viséan Standard Reference Section of the Rhenohercynian. – Geologica et Palaeontologica, 37: 77-88, fig. 1-8; Marburg.
KORN, Dieter (2003b): Die Formationen der Kulm-Fazies im Rheinischen Schiefergebirge. – Senckenbergiana lethaea, 83 (1/2): 236-242; Frankfurt a. M.
KORN, Dieter (2006): Lithostratigraphische Neugliederung der Kulm-Sedimentgesteine im Rheinischen Schiefergebirge. – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 41: 379-383, Abb. 1; Hannover.
KORN, Dieter (2010): Lithostratigraphy and biostratigraphy of the Kulm succession in the Rhenish Mountains. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 161 (4):431-453, Abb. 1-9; Stuttgart.NICOLAUS, Hans-Joachim (1963): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. – Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 53: 1-246, Abb. 1-32, Tab. 1-15, Taf. 1-22; Hannover.
WITTEN, Wolfgang (1979): Stratigraphie, Sedimentologie und Paläogeographie der Kieselkalke im Unterkarbon Iig/d bis IIIa des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges. – Geologische Abhandlungen Hessen, 80: 1-132, Abb. 1-26, Tab. 1-12, Taf. 1-4; Wiesbaden.
Autor des Datenblattes: Korn, D.
Erstellt am: 19.07.2005
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 04.03.2015
Änderung Datensatz: 08.04.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:13:09.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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