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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Langenthal-Formation (zLa)
ID: 6002021
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: HUG & VERO (2008)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Schieferletten ("su1") im hessischen Odenwald, Bröckelschiefer ("su1") im südlichen Odenwald und Kraichgau (''Baden-Wprttemberg)
Lithologie: Die Langenthal-Formation wird aus rotbraunen, glimmerführenden Ton- und Schluffsteinen aufgebaut, denen einzelne geringmächtige helle Sandsteinlagen eingeschaltet sind. Die Ton- und Schluffsteine sind z. T. rippelgeschichtet, häufig aber ungeschichtet mit zahlreichen Merkmalen pedogener Überprägung und Bioturbation. Im basalen Bereich der Langenthal-Formation wurden im Odenwald (Bohrung Langenthal) Steinkerne von Schizodus sp. Gefunden. Auch die Sandsteinlagen zeigen häufig Grabgänge und andere Bioturbationsspuren (HUG & VERO 2008). Nach Süden nimmt der Sandsteinanteil auf Kosten des Tonsteinanteils zu. Die Formation beginnt in der Fränkischen Senke (Kraichgau, Hohenlohe) vielfach mit bis zu > 1 m mächtigen Feinsandsteinen in Schichtflut-Fazies (z. B. Bohrung Gemmingen: JUNGHANS 2003) und wird in nach Süden immer tieferem Niveau von Schichtflut- und Rinnensandsteinen der Tiegersandstein-Formation ersetzt.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Die Liegendgrenze der Langenthal-Formation ist recht deutlich ausgebildet. Im Odenwald ist sie durch den Einsatz rotbrauner, schluff- und glimmerreicher Ablagerungen über nahezu schluff-freien und deutlich violettroten bis grauen Tonen und oolithischen Dolomitsteinen der liegenden Zechsteindolomit-Formation gekennzeichnet. Weiter südlich liegt häufig Basis-Sandstein erosiv auf grauvioletten Schlufftonsteinen der Zechsteindolomit-Formation. Im Nordschwarzwald und unter dem Schwäbisch-Fränkischen Wald (Bohrung Allmersbach a. W.) sind die südlichsten Ausläufer der Formation (1-6 m) an der Basis der Tigersandstein-Formation eingeschaltet und keilen südlich Calw und Bad Wildbad sowie nördlich Baden-Baden aus. Geringmächtige Einschaltungen (< 2 m) der Tonfazies zwischen Basiskonlomerat und Tigersandstein-Fazies der Tigersandstein-Formation werden im Nordschwarzwald auch als "Bröckelschiefer" zur Tigersandstein-Formation gerechnet.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze der Langenthal-Formation ist durch den Einsatz mächtiger Sandsteine definiert. Im Odenwald folgen unmittelbar bankige bis dickbankige, vorwiegend feinkörnige Sandsteine des Heigenbrückener Sandsteins des Unteren Buntsandsteins. Im Gebiet der Fränkischen Senke wird die Langenthal-Formation zunächst von Feinsandsteinen der Tigersandstein-Formation überlagert. Durch verstärkte Einschaltung von Sandsteinlagen am Top der Langenthal-Formation einerseits und durch lokal eingelagerte etwas mächtigere Tonsteinlagen im Heigenbrückener Sandstein andererseits kann diese Grenze im Bereich einiger Meter unschaft sein.
Mittlere Mächtigkeit: 20-30 m
Maximale Mächtigkeit: 65 m (östlicher Odenwald, Bohrung Bad König), 44 m (südlicher Kraichgau, Bohrung Dürrmenz)
Typusprofile, etc.: Kernbohrung Langenthal, Meißelbohrung Bad König (HUG & VERO 2008); ehemalige Tongrube Vierstöck (BACKHAUS 1979, 1980, SCHWEISS 1984; heute fast vollständig verfüllt)
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Hessen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Mittelgebirge, Odenwald, Spessart, Rhön
Verbreitung (Ergänzung): Der Umfang der zumindest örtlich ausgeprägten Erosionsfläche an der Basis der Langenthal-Formation als Schichtlücke ist noch unklar. Im Odenwald deuten die Funde von marinen Muscheln an der Basis möglicherweise auf eine geringmächtige Zone der obersten Zechsteinton-Fazies, die durch eine schwache pedogene Überprägung rotbraun gefärbt ist und dann zur Langenthal-Formation gerechnet wird.
Zeitgleiche Einheiten: Vermutlich Staßfurt- bis Fulda-Folge (z2-z7); dabei ist insbesondere der Beginn der Ablagerung der Langenthal-Formation noch unklar; sicher scheint nur, dass die Sedimentation nach der Werra-Folge (z1) einsetzte.
Alterseinstufung: Kartierung und Bohrungsaufnahmen; sedimentpetrographische Untersuchungen (SCHWEISS 1984), paläogeographische Vergleiche (SCHWEISS 1984, HUG 2004), Logauswertung (KÄDING 1978); biostratigraphische Untersuchungen an Fauna und Ichnofauna der insgesamt fossilarmen Formation stehen bislang noch aus.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: FRAAS, O. (1859): Vergleichendes Schichtenprofil in den Bohrlöchern Dürrmenz-Mühlacker und Ingelfingen. - Jh. Ver. Vaterl. Naturk. Württ., 15: 329-345; Stuttgart.
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Nitsch, E. & Zelder, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg.- LGRB-Informationen, 22:7-102; Freiberg i. Br.
Autor des Datenblattes: --
Erstellt am: 19.01.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 23.04.2010
Änderung Datensatz: 31.05.2010
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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 12:21:39.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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