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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Speyerbach-Formation
ID: 51
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: DITTRICH, 2003
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Obere Leberschiefer (SPUHLER 1957)
[Zusammengefasst mit dem unterlagernden Annweiler bzw. Annweilerer Sandstein (= Annweiler-Formation) und den Unteren Leberschiefern (obere Rothenberg-Formation) galten die Oberen Leberschiefer jahrzehntelang als linksrheinisches Äquivalent des Unteren Buntsandsteins]
Speyerbach-Schichten (HORNUNG 1999, DITTRICH et al. 2003)
Speyerbach-Schichten (zSp) (LGB 2005)
Lithologie: Die Speyerbach-Formation umfasst eine Wechselfolge von dunkelbraunroten oder rötlich-graubraunen Tonsteinen und hellorangebraunen oder „zimtfarbenen“ Fein- oder Mittelsandsteinen. Die Sandsteine sind lithoklastenreich und feldspatführend, partienweise enthalten sie Tongerölle. Die Gesteine sind wechselnd stark dolomitisch zementiert und vereinzelt bioturbat. Röntgenographisch konnte Chamosit nachgewiesen werden (JENTSCH 2002). Im Vertikalprofil zeigen sich undeutlich entwickelte Zyklen mit gelegentlicher (Oben-fein-)-Gradierung. Bei Landau und Annweiler dominieren dunkelbraunrote, graurote oder violette bröckelige dolomitische Tonsteine („Leberschiefer“).
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die zyklisch gegliederten, vorwiegend feinklastischen Abfolgen der Speyerbach-Formation überlagern die relativ geschlossene Sandsteinabfolge der Annweiler-Formation. Im unmittelbaren Grenzbereich dokumentiert sich mit Ausbleichung und partieller Aufarbeitung des Liegenden eine gewisse Schichtlücke. Unmittelbar darüber dominieren Tonsteine. Die Farben der Pelite sind etwas dunkler und die Feldspatgehalte der Sandsteine etwas geringer als im Liegenden.
Hangendgrenze: Oberhalb einer scharfen Schichtfuge mit Bleichung und Verhärtung der liegenden und hangenden Gesteinslagen werden die Wechselfolgen der Speyerbach-Formation überlagert von teilweise geröllführenden Sandsteinen der Trifels-Schichten (Unterer Buntsandstein). Schichtausfälle unterhalb der Buntsandstein-Auflagerung sind nicht auszuschließen.
Die hangenden Trifels-Schichten sind deutlich gröber, meist schräggeschichtet und weitestgehend karbonatfrei ausgebildet.
Mittlere Mächtigkeit: Im östlichen Pfälzerwald schwanken die Mächtigkeiten der Speyerbach-Formation zwischen 5 und 8 Metern (LGB 2005).
Maximale Mächtigkeit: Im Oberrheingraben (Bohrung Landau 207) wurden etwa 12 m erbohrt (KRAUSE 1988).
Typusprofile, etc.: Ein Typusprofil ist noch unbestimmt, da Tagesaufschlüsse der
wenig verwitterungsbeständigen Speyerbach-Formation im namengebenden Speyerbachtal (TK25 6614 Neustadt) meist nur von geringer Profilhöhe und wenig dauerhaft sind.
Referenz-Profil: Kernbohrung Kunzental, ca. 3 km nördlich Wilgartswiesen (NW Annweiler), TK25 6713 Annweiler, R: 34 18 040, H: 54 56 220 (JENTSCH 2002) [Bohrarchiv u. Kernlager LGB RP]
Verbreitung (Bundesländer): Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Verbreitung (Ergänzung): Die relativ geringmächtige Speyerbach-Formation ist im östlichen Pfälzerwald (Haardtrand) weit verbreitet, entlang der dortigen steilen Taleinschnitte zeigt sie jedoch nur schmale Ausbissbereiche. Im (südlichen) Saar-Nahe-Bergland wird die Speyerbach-Formation von den höchsten, teilweise erodierten Bereichen der Stauf-Formation vertreten.
Zeitgleiche Einheiten: ?/--
Alterseinstufung: Lithofaziesbefunde, Profilparallelisierungen, Log-Korrelationen
Kommentar: Die Log-Korrelation der verfügbaren Bohrprofile (K.-Chr. KÄDING) deutet auf eine Zuordnung der Speyerbach-Formation zur (mittleren und höheren?) Folge z7.
In der mittleren Speyerbach-Formation ist die dolomitische Zementationszone VI ausgebildet (vgl. Stauf-Formation). In relativ distal gelegenen Bohrprofilen der nordpfälzischen Randfazies liegt deren Äquivalent in den Oberen Formsanden der obersten Schwedelbach-Subformation.
Versch./Sonstiges: Die Speyerbach-Formation entstand in einer relativ niederenergetischen fluviatilen Tiefebene am Südwestrand des Zechstein-Beckens. Abgesehen von diffusen Wühlgefügen und vereinzelten (nicht näher bestimmbaren) Grabgängen sind bisher keine Fossilien bekannt geworden. Die Zunahme von Sandstein-Einschaltungen in westliche Richtungen zeigt die Lage des Hinterlandes.
Nach Nordwesten hin verzahnt sich die Speyerbach-Formation mit der obersten Stauf-Formation (obere Schwedelbach-Subformation). Bei Eisenkehl (TK25 6513 Hochspeyer) treten bereits etwas gröberklastische Äquivalente der Speyerbach-Formation zutage. Es sind zyklisch aufgebaute, teilweise geröllführende, fein- bis mittelkörnige Sandsteine mit trogförmiger Schrägschichtung, abgeschlossen von einer 20 cm starken dünnplattigen Schluffstein-Feinsandsteinlage. Diese obertage erschlossenen Gesteine wurden von DACHROTH (1988: Abb. 2 u. 3: „Eisenkehl-Schichten”) als Beleg für einen Braided-River-Faziesbereich der gesamten dortigen Zechstein-Abfolge gewertet.
Literatur: SPUHLER, L. (1957): Einführung in die Geologie der Pfalz. – Veröff. pfälz. Ges. Förd. Wiss., 34, 432 S., 67 Abb., 4 Ktn., Speyer.
DACHROTH, W. (1988): Genese des linksrheinischen Buntsandsteins und Beziehungen zwischen Ablagerungs-bedingungen und Stratigraphie. – Jber. Mitt. oberrhein. Geol. Ver., N.F., 70, S. 267-333, 17 Abb., 10 Taf., Stuttgart.
KRAUSE, T. (1988): Geologische Untersuchungen des Buntsandsteins im Raum Landau (Pfalz) anhand von Bohrungen und Geländeaufschlüssen. – Diplomarbeit T.H. Clausthal-Zellerfeld, 111 S., 38 Abb., 6 Tab., 16 Taf., Clausthal. – [unveröff.].
HORNUNG, J. J. (1999): Eine Ichnofauna aus dem klastischen Zechstein (oberes Perm) vom Wolfsberg bei Neustadt a.d. Weinstraße und Anmerkungen zur Paläogeographie/Paläo-ökologie des kontinentalen Zechstein in der Pfälzer Synform (Pfalz). – Mitt. Pollichia, 86, S. 7-33, 13 Abb., 2 Tab., Bad Dürkheim.
JENTSCH, H. J. (2002): Sedimentpetrographische Untersuchungen an Sandstein-Bohrkernen zweier Bohrungen aus dem Grenzbereich Perm/Trias bei Annweiler am Trifels (Pfälzerwald). – Diplomarbeit Univ. Mainz, 81 S. + Anh., zahlr. Abb. u. Taf., Mainz. – [unveröff.].
DITTRICH, D., FRANKE, W. R., GAD, J., HANEKE, J., REQUADT, H., SCHÄFER, P. & WEIDENFELLER, M. (2003): Geologische Übersichtskarte von Rheinland-Pfalz 1: 300 000. (Landesamt für Geologie und Bergbau) Mainz.
DITTRICH, D. (2003): Speyerbach-Formation. – 2 S., unveröff. Mskrt. für: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg., in Vorb.): Stratigraphie von Deutschland. Zechstein. – Schriftenreihe deutsch. geowiss. Ges., Hannover.
LGB (Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz) (Hrsg.)(2005): Geologie von Rheinland-Pfalz, 400 S., Mainz.
Autor des Datenblattes: Dittrich, Dr. Doris
Erstellt am: 30.09.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 08.07.2010
Änderung Datensatz: 01.08.2012
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Litholex Recherche vom 24.04.2017, 20:55:25.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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