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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Staufenberg-Formation
ID: 5000035
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Löffler, 1992; revidiert in Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kohlen-Arkosen-Untergruppe
Chronostratigraphie: Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Stefanium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Jüngere Steinkohlenbildung; Oberes Steinkohlengebirge und unteres Rothliegendes; Obercarbon und Unterrotliegendes; Staufenberg- und Gernsberg-Formation; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: coS
Lithologie: Die Formation besteht überwiegend aus grauen und violettgrauen Arkosen, Geröllarkosen und Arkosekonglomeraten mit Geröllen aus den Graniten und Ganggesteinen der Nordschwarzwald-Schwelle und z. T. aus Gesteinen der Battert-Schwelle. In unterschiedlichem Umfang sind graue bis schwarzgraue Schluffsteine und Schlufftonsteine zwischengeschaltet, in denen lokal geringmächtige Steinkohleflöze eingelagert sein können (ehem. Abbau bei Varnhalt und Umwegen). In unterschiedlichen Niveaus sind im höheren Teil rotbraune Schluffsteine und Schlufftonsteine eingeschaltet. Untergeordnet treten Aschen- und Lapillituffe, kohlige Hornsteine und tonig-geröllführende Debrite auf. Nahe am Beckensüdrand (Gernsberg) sind die Arkosen sekundär verkieselt.
Untergeordnete Einheit: Eine Gliederung in formale Subformationen ist bislang nicht gelungen. Nach Löffler (1992) und Sittig (in Sittig & Nitsch, in Druck) können die Ablagerungen wenigstens Faziesräume als Zimmerplatz-, Müllenbild- und Träufelbach-Fazies unterschieden werden, die zunehmend distalere Schwemmfächer-Fazeis darstellen. In verschiedenen Niveaus sind im höheren Abschnitt Tuffe eingeschaltet, darunter der Müllenbild-Tuff und der Träufelbach-Tuff.
Liegendgrenze: Einsetzen von grauvioletten Arkosen, Geröllarkosen und Arkosekonglomeraten über Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Vulkanite der Lichtental-Formation oder rotbraune Arkosen mit Quarzporphyrgeröllen (Rotliegend).
Mittlere Mächtigkeit: > 200 m.
Maximale Mächtigkeit: Wahrscheinlich > 650 m südlich Baden-Baden, wegen blocktektoniischer Zerlegung nicht sicher zu ermitteln.
Typusprofile, etc.: Referenzprofil ist die Bohrung Staufenberg T3a (Backfisch 1984; Nitsch & Zedler), weitere Referenzprofile gibt Sittig (in Sittig & Nitsch, in Druck).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Die Verbreitung beschränkt sich auf das karbonische Baden-Baden-Becken zwischen Nordschwarzwald-Schwelle und Battert-Schwelle im Nordschwarzwald
Zeitgleiche Einheiten: Stefanische Sedimente in anderen postvariskischen Becken.
Alterseinstufung: Spätes Karbon (Kasimovium – Ghzelium): Im tieferen Teil Stefan A/B nach Makrophyten (Maass & Vogellehner 2005); im höheren Abschnitt Ar-Ar-Alter des Tuffs T3a-159/71 von 300+/-3,7 Ma.
Kommentar: Ob die Karbon-Perm-Grenze überschritten wird, ist unklar, ebenso die Altersbeziehung zum (undatierten) Gallenbach-Quarzporphyr der Lichtental-Formation, da Rhyolith-Gerölle in der oberen Staufenberg-Formation möglicherweise diesem, möglicherweise aber auch unterkarbonischen Ganggesteinen entstammen (Fröhler & Lebede 1994).
Versch./Sonstiges: Die Arkosen der Staufenberg-Formation sind, wahrscheinlich im Mesozoikum und besonders im S des Beckens, hydrothermal alteriert, dabei teilweise verkieselt und schwach mit Uranerzen inprägniert. Eine zeitweilige Prospektionstätigkeit auf Uran erbrachte Einblicke in die Sedimentologie der Abfolge (Sessler 1979), wurde jedoch bald darauf wieder eingestellt.
Literatur: Bilharz, A. (1934): Erläuterungen zu Blatt Baden (Nr. 67). – Geol. Spezialkt. Baden, 67: 144 S., 2 Beil.; Freiburg. [Nachdruck 1985: Geol. Kt. 1:25.000 Baden-Württ., Bl. 7215 Baden-Baden; Stuttgart].
Fröhler, S. & Lebede, S. (1994): Das vulkanosedimentäre Permokarbon südwestlich von Baden-Baden, Nordschwarzwald. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i.Br., 82/83: 47–77; Freiburg.
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Löffler, M. (1992): Das Permokarbon des Nordschwarzwaldes – Eine Fallstudie am Beispiel des Beckens von Baden-Baden. – Diss. Univ. Karlsruhe: 284 S.; Karlsruhe [Selbstverlag].
Maass, R. & Vogellehner, D. (2005): Das Oberkarbon des Schwarzwaldes. In: DSK (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland V: Oberkarbon. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 254: 395–402; Frankfurt.
Moosbrugger, G., Moosbrugger, V. & Vogellehner, D. (1981): Die Floren des Oberkarbons im Schwarzwald. Ein Beitrag zu ihrer Erforschungsgeschichte. – Mitt. Bad. Landesver. Naturk. Natursch., NF 12: 205–220; Freiburg.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Sessler, G. (1979): Sedimentologie der Uran-führenden Oberkarbonschichten des Kirchheimer- und Sauersbusch-Stollens in der Senke von Baden-Baden. – Diss. Univ. Heidelberg: XI+311 S. – [unveröff.]
Sittig, E. & Nitsch, E. (in Druck): Stefan und Rotliegend zwischen Odenwald und Alpenrand. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland. Rotliegend, Teil I: Innervariszische Becken. – Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss., 61; Hannover. – [2011]
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Großherzogl. Bad. Geol. Landesanst., 5: 345–892; Heidelberg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:22:36.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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