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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Oppenau-Formation
ID: 5000034
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Kohlen-Arkosen-Untergruppe
Chronostratigraphie: Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Stefanium (Oberkarbon (Silesium), Karbon (Euro.), Paläozoikum)
Synonyme: Steinkohlenformation [bei Oppenau], Unterrotliegendes nebst Oberkarbon [bei Oppenau]; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: coO
Lithologie: Die Formation besteht aus grauen bis grauvioletten Arkosen, oft geröllführend bis konglomeratisch mit Übergängen in Arkosekonglomerat (Gerölle bis 20 cm), in Rinnenfüllungen und unregelbäßigen Bänken, und dazwischen eingeschalteten grauen bis schwarzgrauen (kohligen) Schluffsteinen bis Schlufftonsteinen, in denen Rippelzüge aus Arkose eingelagert sein können. Örtlich treten sehr geringmächtige Kohlelagen auf. In den jüngsten Abschnitten (Holzplatz, Durbachtal) treten rotbraune Schlufftonsteine und rötlichviolette Arkosen hinzu. Der Geröllbestand leitet sich von den benachbarten Kristallinschwellen im Norden (Nordschwarzwald-Schwelle) und Süden (Nordrach-Schwelle) ab.
Untergeordnete Einheit: Die drei wichtigsten Vorkommen bei Hinterohlsbach, am Durbach und im Lierbachtal und Holzplatz weisen unterschiedliche Floren auf und sind möglicherweise von geringfügig unterschiedlichem Alter. Eine lithologisch begründete Unterscheidung ist nicht erkennbar.
Liegendgrenze: Einsetzen von grauvioletten Arkosen oder Geröllarkosen ohne Quarzporphyrgerölle über Kristallin.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Rotliegend-Vulkanite, Arkosen mit Quarzporphyrgeröllen (Rotliegend) oder Quartär.
Mittlere Mächtigkeit: 10–50 m.
Maximale Mächtigkeit: Bis > 90 m (Lierbachtal).
Typusprofile, etc.: Noch nicht festgelegt; Referenzvorkommen sind jene an der Villa Lindle (Hinterohlsbach), im Steinbruch am Durbach, im Lierbach- und Rothenbachtal bei Oppenau (Nitsch & Zedler 2009).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Das kleine Oppenau-Becken liegt über einer postvariskischen transtensiven Scherzone E Offenburg und ist diskordant von den Rotliegend-Sedimenten des Offenburg-Beckens (i. e. S.) überdeckt.
Zeitgleiche Einheiten: Stefanische Sedimente in anderen postvariskischen Becken.
Alterseinstufung: Spätes Karbon (Gzhelium), Stefan A/B nach Makrophyten und Schabenflügel (Hinterohlsbach: Maass & Vogellehner 2005, Brauckmann & Hahn 1983), bis wahrscheinlich NBM-Palynomorphenzone (Lierbachtal: Hartkopf-Fröder in Nitsch & Zedler 2009).
Kommentar: Biostratigraphische Hinweise auf permische Alter fehlen. Die Sedimente werden von Vulkaniten der Geisberg-Formation durchschlagen und z. T. überdeckt, die nach radiometrischen Altersbestimmungen aus dem Zeitraum 296–291 Ma stammen.
Versch./Sonstiges: Aus dem Lierbachtal und vom Holzplatz (Rothenbachtal) wurden Reste des krautigen Pterophyllum blechnoides bekannt, z. T. in Gesellschaft mit Palynomorphen karbonischen Charakters.
Literatur: Brauckmann, C. & Hahn, G. (1983): Ein Schaben-Flügel aus dem Ober-Karbon des Schwarzwaldes. – Oberrhein. Geol. Abh. 32: 69–74; Karlsruhe.
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Maass, R. & Vogellehner, D. (2005): Das Oberkarbon des Schwarzwaldes. In: DSK (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland V: Oberkarbon. – Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 254: 395–402; Frankfurt.
Moosbrugger, G., Moosbrugger, V. & Vogellehner, D. (1981): Die Floren des Oberkarbons im Schwarzwald. Ein Beitrag zu ihrer Erforschungsgeschichte. – Mitt. Bad. Landesver. Naturk. Natursch., NF 12: 205–220; Freiburg.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Regelmann, K. (1907): Erläuterungen zu Blatt Obertal-Kniebis (Nr. 91 und 104). – Erl. Geol. Spezialkt. Kgr. Württ., Bl. 91 & 104: 162 S.; Stuttgart. [Reprint 1934, 1972, 1981: Erl. Geol. Kte. 1 : 25 000 von Baden-Württ., Bl. 7415 Seebach und 7515 Oppenau; Stuttgart]
Sittig, E. & Nitsch, E. (in Druck): Stefan und Rotliegend zwischen Odenwald und Alpenrand. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland. Rotliegend, Teil I: Innervariszische Becken. – Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss., 61; Hannover. – [2011]
Sterzel, J.T. (1899): Die Flora des Rotliegenden von Oppenau im badischen Schwarzwalde (Blatt Peterstal-Reichenbach). – Mitt. Ghz. Bad. geol. Landesanst., 3: 259–352; Heidelberg.
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Großherzogl. Bad. Geol. Landesanst., 5: 345–892; Heidelberg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 28.05.2017, 16:48:59.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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