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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Vulkanit-Komplex
ID: 5000029
Hierarischer Rang: nicht klassifiziert
Erstbeschreibung: Symbolschlüssel Baden-Württemberg, 1995
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: Unterkarbon von Badenweiler-Lenzkirch
Chronostratigraphie: Unterkarbon (Mississippium) (Karbon (int.), Paläozoikum)
Synonyme: Vulkanit-Subvulkanit-Komplex der Badenweiler-Lenzkirch-Zone, Andesit-Komplex und Rhyodazit-Komplex, einschließlich Stockberg- und Münsterhalden-Quarzporphyr; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: cVK
Lithologie: Die Einheit besteht einerseits aus (älteren) Andesiten und andesitischen Pyroklastika, andererseits aus (jüngeren) rhyodacitischen Laven, Pyroklastika und Subvulkaniten. Die Andesite sind kleinporphyrisch mit Einsprenglingen von Plagioklas, Hornblende und Pyroxen in einer dunkel- bis schwarzgrünen feinkörnigen Grundmasse. Nach geochemischen Merkmalen treten Übergänge in basaltische Andesite und Trachyandesite auf. Die Laven sind mit Lapillitufen vergleichbarer Zusammensetzung vergesellschaftet.
Die Rhyodacite sind hellgraue, rötliche oder bräunliche dichte Vulkanite in Gängen, Schlotfüllungen oder als effusive Laven. Sie enthalten teilweise kleine (2–5 mm) bis sehr kleine Einsprenglinge von Plagioklas, Kalifeldspat, chloritisierten Biotiten und z. T. Pyroxenen oder Amphibolen, teilweise auch Quarzeinsprenglinge. Besonders in den Subvulkaniten können Fluidalgefüge augebildet und Nebengesteinstrümmer eingeschlossen sein. Geochemisch lassen sich Rhyolithe, Rhyodacite s. str. und Dacite unterscheiden (Güldenpfennig 1997). Hinzu treten bis mehrere 100 m mächtige Tuffe, Lapillituffe und Ignimbrite mit Nebengesteinstrümmern (Sedimentite, Vulkanite).
Untergeordnete Einheit: Die Kartiereinheit Intermediäre Vulkanite (An’; Sawatzki & Hann 2003) entspicht dem Andesit-Komplex bei Geyer et al. (2011). Sie bildet das stratigraphisch Liegende zum Rhyodacit-Komplex aus Sauren Subvulkaniten (cSV), Sauren Vulkaniten (cV), Sauren Pyroklastiten (cP) sowie der außerhalb der BLZ liegenden Einheiten Stockberg-Quarzporphyr (SQ) und Münsterhalden-Quarzporphyr (MQ).
Liegendgrenze: Einsetzen einer vorherrschend aus vulkaniten Gesteinen bestehenden Abfolge über Sedimenten oder Rahmengestein der BLZ.
Hangendgrenze: Überlagerung durch Sedimente (v.a. Konglomerate und Grauwacken) der Badenweiler-Konglomerat-Formation (oder jüngeren Sedimenten).
Mittlere Mächtigkeit: Unsicher wegen tektonischer Deformation, wahrscheinlich mehrere 100 m.
Maximale Mächtigkeit: Möglicherweise > 500 m (Lenzkirch).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Schönau.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): In der Zone von Badenweiler-Lenzkirch (BLZ) vom Schnelling SW Münsterhalden bis Kappel bei Lenzkirch sowie am Stockberg südlich und am Scharfenstein nördlich der BLZ.
Zeitgleiche Einheiten: Kulm des Rhenoherzynikums, teilweise.
Alterseinstufung: Oberdevon bis Viséum nach Verzahnung mit Sedimenten (Schönau-Tonstein und Protocanitesgrauwacken-Formation) und Datierungen zwischen 363 Ma (K/Ar, Andesit) bis 333 Ma (Pb/Pb, Rhyodacit; Literatur s. Sawatzki & Hann 2003).
Kommentar: Alter aus Devon und Tournaisium liegen aus den Andesiten vor, Viséum-Alter aus den Rhyodaciten. Die jüngsten Alter stammen aus Subvulkaniten der BLZ und vom Münsterhalden-Quarzporphyr (333 Ma; Schaltegger 2000), der wie der (bisher nicht direkt datierte) Stockberg-Quarzporphyr auch geochemische Verwandtschaft mit den BLZ-Vulkaniten zeigt (Murad 1975). Die früher übliche Einstufung der beiden außerhalb der BLZ liegenden sauren Vulkanite in das Perm (wegen ihres Erhaltungszustandes) ist damit überholt.
Versch./Sonstiges: Unter den zahlreichen sauren Ganggesteinen mit dichtem, porphyrischem oder granophyrischem Gefüge (Kartiereinheit Granitporphyr) kann es weitere Altersäquivalente neben jüngeren Gesteinen (Ganggefolge der Granitplutone, Rotliegend-Magmatismus) geben, hier liegen jedoch bisher erst wenige Untersuchungen vor.
Literatur: Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg (5. Aufl.). – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Güldenpfennig, M. (1997): Geologische Neuaufnahme der Zone von Badenweiler-Lenzkirch (Südschwarzwald) unter besonderer Berücksichtigung unterkarbonischer Vulkanite und Grauwacken. – Tübinger geowiss. Arb., 32: 120 S.; Tübingen.
Güldenpfennig, M. (1998): Zur geotektonischen Stellung unterkarbonischer Grauwacken und Vulkanite der Zone von Badenweiler-Lenzkirch (Südschwarzwald). – Z. dt. geol. Ges., 149: 213–232; Stuttgart.
Güldenpfennig, M. & Loeschke, J. (1991): Petrographie und Geochemie unterkarbonischer Grauwacken und Vulkanite der Zone von Badenweiler-Lenzkirch in der Umgebung von Präg (Südschwarzwald). – Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 33: 5–32; Freiburg i.Br.
Maus, H. (1963): Der Münstertäler Porphyr – Deutung als Ignimbrit. – N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 118: 85–102; Stuttgart.
Murad, E. (1975): Note on the geochemistry of Hercynian dykes and volcanics from Münstertal, Black Forest, Germany. – N. Jb. Mineral. Mh., 1975: 57–70; Stuttgart.
Sawatzki, G. & Hann, H.P. (2003): Erläuterungen zur Geologischen Karte der Badenweiler-Lenzkirch-Zone im Südschwarzwald (1 : 50 000) mit Hinweisen für Exkursionen. – 182 S, 2 Beil.; Freiburg i.Br. (LGRB).
Sittig, E. (1969): Zur geologischen Charakterisierung des Moldanubikums am Oberrhein (Schwarzwald). – Oberrhein. Geol. Abh., 18: 119–161; Karlsruhe.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 02.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Karbon
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.12.2012
Änderung Datensatz: 02.07.2012


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Litholex Recherche vom 23.06.2017, 10:40:07.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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