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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Schriesheim-Formation
ID: 5000022
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rotliegend
Chronostratigraphie: Asselium (Unterperm (Cisuralium), Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Mittleres Rotliegendes (im Odenwald), Älterer und Jüngerer Porphyr (im Odenwald), Wagenberg-Porphyr: Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: rMS.
Lithologie: Die Formation besteht aus grauen bis rotbraunen Ignimbriten und Laven rhyolithischer Zusammensetzung und assoziierten Tuffen, Lapillitufen und Lapillisteinen. Die Rhyolithe sind felsitisch mit wechselndem Gehalt an Einsprenglingen und Xenolithen. Die Gesteine sind in wechselndem Umfang hydrothermal alteriert, und teilweise verkieselt.
Untergeordnete Einheit: Bisher sind drei Subformationen definiert: die Altenbach-Subformation (rTa) umfasst die mehr oder weniger verfestigten Pyroklastika und untergeordnete Tuffite ohne ignimbritische Merkmale. Sie überlagern vielfach einen permischen Paläoboden mit Kieselkrusten, der in die Formation als Basis-Paläosolit einbezogen ist. Als Dossenheim-Quarzporphyr (DQ) werden massive rhyolithische Gesteine (Laven, autoklastische Brekzien, Ignimbrite) zusammengefasst, die deckenförmig auf den Tuffen oder auf Grundgebirge liegen; als Wachenberg-Quarzporphyr (WQ) gelten Rhyolithstöcke in Förderschloten.
Liegendgrenze: Verwitterungszone des Basis-Paläosolits oder Auflagerung auf Grundgebirge.
Hangendgrenze: Überlagerung durch das Schlossgraben-Fanglomerat (Michelbach-Formation), Zechstein oder jüngere Sedimente.
Mittlere Mächtigkeit: 50-100 m.
Maximale Mächtigkeit: Ca. 120 m (Dossenheim)
Typusprofile, etc.: Typusvorkommen ist der Ölberg bei Schriesheim (TK25 Nr. 6518 Heidelberg-Nord, R 34 76 500, H 54 81 700).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Odenwald, Spessart, Rhön
Verbreitung (Ergänzung): Südlicher Odenwald, kleines Randschollenbecken am Nordrand des Kraichgau-Beckens mit überwiegend vulkanischer Füllung sowie einzelne Förderschlote im Odenwald-Kristallin nördlich davon, Karten bei Prier (1969, 1975), Nitsch & Zedler (2009)
Zeitgleiche Einheiten: Bezüge zu den Vulkaniten der Donnersberg-Formation noch ungeklärt. Teile der Lichtental-Formation am Südrand des Kraichgau-Beckens möglicherweise altersgleich oder etwas älter.
Alterseinstufung: Ar-Ar-Altersbestimmungen an Biotit und Sanidin aus Lapillituffen der Altenbach-Subformation ergaben nach Hess & Lippolt (1996) ein wahrscheinliches Eruptionsalter von 290 Ma (höheres Asselium). Für Wachenberg- und Dossenheim-Quarzporphyr liegen bislang noch keine Datierungen vor.
Kommentar: Altersdaten aus Sanidin-Proben um 296 und 300 Ma gehen offenbar auf Aufnahme von Fremdmaterial zurück, Muskovitkristalle mit Ar-Ar-Altern um 325 bis 330 Ma sind wohl aus dem umgebenden Heidelberg-Granit aufgenommen (Hess & Lippolt 1996).
Versch./Sonstiges: Die hydrothermale Alteration der Gesteine fand offenbar überwiegend im späten Jura statt, eine Reaktivierung im Paläogen im Rahmen der Oberrheingraben-Tektonik (Literaturhinweise s. Nitsch & Zedler 2009).
Literatur: Benecke, E.W. & Cohen, E. (1881): Geognostische Beschreibung der Umgegend von Heidelberg, zugleich als Erläuterungen zur geognostischen Karte der Umgegend von Heidelberg (Sectionen Heidelberg und Sinsheim). – 622 S.; Straßburg (Trübner).
Bross, H. (1910): Der Dossenheimer Quarzporphyr. Ein Beitrag zur Kenntnis der Umwandlungserscheinnungen saurer Gesteinsgläser. – Jh. Ver. Vaterl. Naturk. Württ., 66: 64-114; Stuttgart.
Fuchs, K. & Flick, H. (1986): Ein permokarboner Ignimbrit-Förderschlot im Wachenberg bei Weinheim/Bergstraße. – Jh. Geol. LA Baden-Württ., 28: 31–42; Freiburg.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Prier, H. (1963): Das pyroklastische Rotliegende im südlichen Odenwald. – Jh. Geol. LA Baden-Württ., 6: 301–335; Freiburg.
Prier, H. (1969): Das pyroklastische und sedimentäre Rotliegende im Bereich der Bergstraße des südlichen Odenwalds. – Jh. Geol. LA Baden-Württ., 11: 279–298, 2 Abb. ohne pag., Taf. 13–15; Freiburg.
Prier, H. (1975): Tuffe und Sedimente des Rotliegenden im Odenwald. – Aufschluss, Sonderbd. 27, 285-298; Heidelberg.
Sauer, A. (1893): Porphyrstudien. – Mitt. Ghzgl. Bad. Geol. Landesanst., 2: 793–836; Heidelberg.
Voelcker, I. (1926): Die Ausbruchsstellen der Heidelberger Porphyre. – Cbl. Miner. Geol. Palaeont., 1926 B: 257–259; Stuttgart.
Voelcker, I. (1927): Untersuchungen über die Klüfte und Fluidaltexturen der Porphyre im östlichen Odenwald und mittleren Schwarzwald. – Cbl. Miner. Geol. Paläont., 1927 B: 251–263; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 07.10.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.10.2011
Änderung Datensatz: 07.10.2011


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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 03:20:22.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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