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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Lichtental-Formation
ID: 5000021
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Sittig, 2003
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rotliegend
Chronostratigraphie: Asselium (Unterperm (Cisuralium), Perm, Paläozoikum)
Gzhelium (Oberkarbon (Pennsylvanium), Karbon (int.), Paläozoikum)
Synonyme: Mittelrotliegendes [Nordschwarzwald]; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: rML
Lithologie: Die Formation besteht überwiegend aus Tuff, Lapillituff, Lapillistein und vulkanogenen Brekzien rhyolithischer Zusammensetzung, teilweise tonig zersetzt, sowie Quarzporphyr (hydrothermal überprägter Rhyolith) mit ignimbritischen und fluidalen Gefügen. In verschiedenen Niveaus sind vulkanoklastische Grobsedimente (Konglomerate, Lahare) und Tuffite eingeschaltet. Petrographische Untersuchungen durch Maus (1965, 1967), Lebede & Fröhler (1994).
Untergeordnete Einheit: Die pyroklastischen und epiklastischen Ablagerungen der Formation werden hier nicht weiter untergliedert und als Oostal-Subformation (rTO) zusammengefasst (Nitsch & Zedler 2009). Sittig (2003) unterscheidet darin fünf stratigraphische Zyklen sowie drei isolierte Vorkommen.
Eingelagert in diesen Verband und mit ihm verzahnt sind mehrere deckenartig (Bilharz 1934), evtl. auch Lakkolith-artig (Lebede & Fröhler 1994) ausgebreitete Körper von Quarzporphyr, die unter dem Namen Baden-Baden-Quarzporphyr (BQ) im Sinne einer Subformation zusammengefasst werden. Seit Sandberger (1861) werden zwei lithologische Typen unterschieden: Gallenbach-
Quarzporphyr (BQg) und Pinitporphyr (BQp), über deren Unterscheidung in konkreten Einzelvorkommen und weitere Untergliederung jedoch teilweise abweichende Ansichten vorgebracht wurden (Bilharz 1934, Maus 1965, 1967, Löffler 1992, Lebede & Fröhler 1996, Sittig 2003). Der zweifellos ältere Gallenbach-Quarzporphyr ist noch nicht datiert, aber möglicherweise altersgleich mit jüngeren Anteilen der Staufenberg-Formation – die entsprechenden Befunde werden noch kontrovers diskutiert (Bilharz 1934, Lebede & Fröhler 1996, Sittig 2003; vgl. Nitsch & Zedler 2009).
Liegendgrenze: Die Einheit lagert diskordant auf vulkanogenen Gesteinen auf den Arkosefolgen der Staufenberg-Formation oder auf Grundgebirge.
Hangendgrenze: Die Einheit wird diskordant von der Michelbach-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: mehrere hundert Meter.
Maximale Mächtigkeit: ca. 900 m (Sittig 2003).
Typusprofile, etc.: Wegen der örtlich wechselhaften Ausbildung ist kein zusammenfassendes Typusprofil vorhanden; Typusregion ist die Region zwischen Baden-Baden-Lichtental und dem Iberst, TK 25-Nr. 7215. Referenzprofile für den Nordteil des Verbreitungsgebietes sind das Schlossberg-Profil (R 34 44 140, H 54 03 770; Sittig 2003), für den Ostteil die Bohrung Staufenberg T3 A (R 34 48 696, H 54 03 089, 0 – 548,5 m u. A.; Sittig 2003) und für den Südwestteil der Südhang des Iberges (R 34 41 200, H 53 98 800 bis R 34 41 240, H 53 99 540).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Verbreitung (Ergänzung): Die Formation nimmt den Westabschnitt des Baden-Badener Ausstrichgebietes ein.
Zeitgleiche Einheiten: Ähnliches Alter dürften die Vulkanite der Geisberg-Formation besitzen, die bisherigen Datierungen erlauben noch keine sichere Korrelation.
Alterseinstufung: Die Rb-Sr-Alter von Einzelmineralen aus dem Baden-Baden-Quarzporphyr streuen zwischen 298 und 293 Ma (Drach 1978; Zerfallskonstante von 1977).
Kommentar: Die Formation enthält wahrscheinlich die Karbon-Perm-Grenze. Der ältere Gallenbach-Quarzporphyr ist jedoch bislang noch nicht datiert. Leitfossilien fehlen.
Versch./Sonstiges: Aus Zwischensedimenten der Formation stammt der einzige bisher bekannte Fund von Autunia conferta aus dem Schwarzwald, zusammen mit weiteren Pflanzenresten (Sterzel 1907).
Literatur: Bilharz, A. (1934): Erläuterungen zu Blatt Baden (Nr. 67). – Geol. Spezialkt. Baden, 67: 144 S., 2 Beil.; Freiburg. [Nachdruck 1985: Geol. Kt. 1:25.000 Baden-Württ., Bl. 7215 Baden-Baden; Stuttgart].
Lebede, S. & Fröhler, S. (1996): Die permischen Vulkanite der Badener Senke. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i.Br., 84/85: 151–176; Freiburg.
Maus, H. (1965): Petrogenetische Typen der Schwarzwälder Quarzporphyre. – Diss. Univ. Freiburg i.Br.: 214 S. [unveröff.].
Maus, H. (1967): Ignimbrite des Schwarzwaldes. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1967: 461–489; Stuttgart.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br.
Sauer, A. (1893): Porphyrstudien. – Mitt. Ghzgl. Bad. Geol. Landesanst., 2: 793–836; Heidelberg.
Sittig, E. (2003): Die Lichtental-Formation von Baden-Baden und das Normalprofil des Schwarzwälder Rotliegenden. – Jh. Geol. LA Baden-Württ., 39: 177–238; Freiburg.
Sterzel, J.T. (1907): Die Karbon- und Rotliegendfloren im Großherzogtum Baden. – Mitt. Großherzogl. Bad. Geol. Landesanst., 5: 345–892; Heidelberg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Zedler, H.
Erstellt am: 07.10.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.10.2011
Änderung Datensatz: 07.10.2011


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Litholex Recherche vom 27.03.2017, 04:55:31.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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