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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Tigersandstein-Formation
ID: 5000018
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Quenstedt, 1843.
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Tigersandstein, Löchersandstein, Unterer Buntsandstein (im Schwarzwald vor 1993), Bröckelschiefer-Folge ind Sandsteinfazies.
Lithologie: Die Formation besteht aus einer Abfolge fein- bis mittelkörniger, lagenweise auch grobkörniger grauer Sandsteine („Tigersandstein“ i. e. S.) in metermächtigen Bänken und breiten Rinnenfüllungen, in die mit vertikal und horizontal wechselnder Häufigkeit und Mächtigkeit rotbraune Schluff- und Schlufftonsteine („Bröckelschiefer“; „Rote Fein-Fazies“ bei Dimas 1999) eingeschaltet sind. Untergeordnet treten rotbraune Feinsandsteine auf. Nahe der Schwellengebiete treten örtlich in unterschiedlichen Niveaus Geröllsandsteine auf, die an der Basis der Formation auch aufgearbeitetes Arkosematerial aus der Kirnbach-Formation, aus Rotliegendem oder aus dem Grundgebirge führen können. Die Sandsteine sind dolomitisch oder kieselig zementiert und führen vielfach Dolomitkonkretionen. Bei deren Verwitterung bleiben als Lösungsreste schwarzviolette Wadflecken zurück, von denen die Sandsteine ihren Namen haben (Quenstedt 1843). Am Beckenrand (Schramberg) geht die Formation in rotbraune konglomeratische Brekzien mit dünnen Karneoldolomiten über (Verzahnung mit Kirnbach-Formation).
Untergeordnete Einheit: Die fazielle Gliederung in Grobfazies, Sandsteinfazies und Rote-Fein-Fazies wechselt regional in ihrer Abfolge und lässt sich daher entgegen früherer Hoffnungen nicht für eine regionale stratigraphische Untergliederung nutzen.
Liegendgrenze: Im Süden (Schwarzwald) beginnt die Tigersandstein-Formation mit quarzreichen Sandsteinen oder mit Geröllsandsteinen („Basiskonglomerat“ bei Eissele 1957) auf Fanglomeraten oder der obersten Dolomitkruste der Kirnbach-Formation, wobei aufgearbeitetes Arkosematerial den Übergang örtlich undeutlich machen kann. In Schwellenpositionen liegt die Formation gebietsweise direkt auf Grundgebirge und beginnt dann oft mit einem geringmächtigem Basisfanglomerat (Typusprofil). Im Norden des Verbreitungsgebiets greifen die Tigersandsteine progradierend über die Ton- und Schluffsteine der Langenthal-Formation nach Norden über. Im Gebiet der Fränkischen Senke kann die Grenze gegen die Langenthal-Formation mit dem ersten Sandstein gesetzt werden, über dem Schluffsteine weniger als die Hälfte des Profils ausmachen. Geringmächtige Ausläufer der Langenthal-Formation (bis ca. 3 m rote Schluff- und Schlufftonsteine) werden im Nordschwarzwald (Raum Calw, Bad Wildbad) der Kirnbach- oder der Tigersandstein-Formation zugeordnet, da sie im Ausstrich gewöhnlich nicht mehr kartierbar sind.
Hangendgrenze: Einsetzen der Grob- und Geröllsandsteine der Eck-Formation des Buntsandsteins. Im Vergleich zur Tigersandstein-Formation sind die Sandkörner des basalen Buntsandsteins meist besser gerundet und sortiert und im jeweils selben Gebiet grobkörniger (Eissele 1957, Leiber 1970a, 1970b).
Mittlere Mächtigkeit: 20–60 m, Auskeilen nach Norden und Süden teilweise durch Faziesvertretung durch Kirnbach- (im S) und Langenthal-Formation (im N) bedingt.
Maximale Mächtigkeit: ca. 70 m (südliche Fränkische Senke, Nordschwarzwald).
Typusprofile, etc.: Roter Schliff im Ochsenwald bei Oppenau-Allerheiligen, Ortenaukreis; TK 25- Nr. 7415: ca. R 34 41 650, H 53 7 78 200 (Leiber 1970a, 1970b).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Der laterale Übergang in die Annweiler-Formation westliche des Rheins liegt unter dem Oberrheingraben verborgen und ist nicht näher bekannt. Der jüngere „Tigersandstein“ des Odenwaldes entspricht nicht den Tigersandsteinen des Schwarzwaldes: Er gehört nicht zur Tigersandstein-Formation sondern zum Buntsandstein und stellt ein Synonym für den dortigen Heigenbrückensandstein dar.
Zeitgleiche Einheiten: Annweiler-Formation (linksrheinisch, vorwiegend Rotfazies), Kirnbach-Formation (randliche Schuttfazies), Langenthal-Formation (pelitische Playafazies), wahrscheinlich mehrere Formationen der höheren Zechstein-Beckenfazies.
Alterseinstufung: Spätes Perm. Alterseinstufung durch lithostratigraphische Korrelation zu den nördlich anschließenden „Bröckelschiefern“ der Langenthal-Formation und wegen Überlagerung durch frühttriassischen Buntsandstein.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Fossilführung beschränkt sich auf äußerst seltene Pflanzenrelikte.
Literatur: Dimas, J.G.D. (1999): Profile des Thuringiums aus dem Mittleren Schwarzwald. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i. Br., 88/89: 223–248; Freiburg.
Eissele, K. (1957): Sedimentpetrographische Untersuchungen am Buntsandstein des Nordschwarzwaldes. – Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 2: 69–117; Freiburg.
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Leiber, J. (1970a): Beiträge zur Kenntnis der Paläogeographie und Sedimentologie des Unteren Buntsandsteins (Tigersandstein, su) und des Eck´schen Konglomerates (smc1) im mittleren und südlichen Teil des nördlichen Schwarzwaldes. – Diss. Univ. Freiburg i.Br.: 246 S., 6 Taf.; Freiburg i.Br.
Leiber, J. (1970b): Zur Sedimentologie und Paläogeographie des Unteren Buntsandsteins (Tigersandstein, su) und des Eck´schen Konglomerates (smc1) im Schwarzwald. – Z. dt. geol. Ges., 121: 93–97; Hannover.
Leiber, J. (1971): Zur Gliederung des „Tigersandsteins“ (Unterer Buntsandstein, Trias) im Schwarzwald. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1971: 461–167; Stuttgart.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br. – [mit weiterer Literatur]
Quenstedt, F.A. (1843): Das Flözgebirge Württembergs. Mit besonderer Rücksicht auf den Jura. – 560 S.; Tübingen (Laupp).
Autor des Datenblattes: Nitsch, E.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 23.06.2017, 10:34:10.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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