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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Kirnbach-Formation
ID: 5000017
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Nitsch & Zedler, 2009
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Trümmergesteine und Braunkalk mit Jaspis, Karneolreiche Zwischenbildung, Oberes Oberrotliegendes mit Karneol, 4. Porphyrconglomerat, 4. Fanglomerat-Folge, 4. Alluvial Fan Member [Baden-Baden], Fanglomeratisches Rotliegendes [Lahr], Fanglomeratschichten, Karneol-Dolomit-Horizont VH0, Sommerberg-Formation; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: zK.
Lithologie: Die Formation besteht aus schlecht sortierten Arkosebrekzien, Arkosen und Schuttkonglomeraten im Wechsel mit Arkosesandsteinen, die örtlich vorherrschen können. Regional und in verschiedenen Niveaus sind die Klastika durch konkretionäre Dolomitsteine mit roten Hornsteinen (Karneoldolomite) zementiert, örtlich eingekieselt. Örtlich bilden die Karneoldolomite massive Bänke von sand- und geröllführendem fein- bis zuckerkörnigem Dolomitstein.
Untergeordnete Einheit: Nach dem Geröllbestand und pedogener Überprägung ist eine Gliederung in mehrere regionale Subformationen möglich: Sommerberg-Subformation (Sommerberg-Karneoldolomite) mit karneolführenden Dolomitsteinkrusten und zwischengeschalteten Arkosen (Typusgebiet um Schramberg); Oberweier-Subformation (Oberweier-Fanglomerat) mit Geröllen von Brandeck-Porphyr (Raum Offenburg – Lahr); Merkur-Subformation (Merkur-Fanglomerat) ohne bedeutende Pedocretes, vorherrschend aus Granitschutt (Raum Baden-Baden – Michelbach). Aus Tiefbohrungen sind weitere lokale und regionale Sonderentwicklungen bekannt, wurden bislang aber nicht formell benannt (Allmersbach a. W., Bad Cannstatt, Calw-Hirsau; vgl. Nitsch & Zedler 2009).
Liegendgrenze: In Schwellengebieten liegt die Kirnbach-Formation auf Kristallin, wobei pedogene Krusten in dessen Vergrusungsbereich eingreifen und bereits zu zK gerechnet werden (Abb. 35, 36). Über Rotliegend-Sedimenten setzen pedogene Krustenbildungen (Dolomitknauern, Karneole) örtlich in deren Dachbereich (oberste 1 – 2 m) ein und werden dann ebenfalls bereits zur Kirnbach-Formation gerechnet.
Hangendgrenze: Die Basis der der hangenden Tigersandstein-Formation ist ein Wechsel zu besser sortierten und quarzreicheren Sandsteinen oder Geröllsandsteinen. Durch aufgearbeitetes Arkosematerial kann der Wechsel über wenige Meter Profil undeutlich werden. Örtlich fällt die Kirnbach- unter der Tigersandstein-Formation aus (Baden-Baden: Sittig 2003; Allerheiligen und Griesbach: Leiber 1970); ob es sich um eine Diskordanz oder um ein Onlap auf ein Paläorelief handelt, ist noch nicht geklärt. Im Zentral- und Südschwarzwald erscheint dir Kirnbach-Foramtion örtlich als Schwellen säumende Randfazies zur Tigersandstein-Formation, mit der sie sich beckenwärts verzahnt. Hier kann unmittelbar Buntsandstein auf die Kirnbach-Formation folgen.
Mittlere Mächtigkeit: 10–30 m.
Maximale Mächtigkeit: 35–40 m (Schramberg, Allmersbach a. W.).
Typusprofile, etc.: Rechte Talflanke des Kirnbach-Tales am Sommerberg südlich Schramberg, Kreis Rottweil; TK 25-Nr. 7716: R 34 55 900 – 860, H 53 41 220 – 330 (Röper 1980: Profil 1 und 2).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwarzwald
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Ob eine karneolführende Basislage unter der Zechsteindolomit-Formation im Kraichgau und südlichen Odenwald ebenfalls hierher gerechnet werden muss, ist noch nicht abschließend geklärt.
Zeitgleiche Einheiten: Zechstein (insgesamt) am südlichen Beckenrand. Im nördlichen Schwarzwald entspricht die Kirnbach-Fm. vor allem dem tieferen Zechstein.
Alterseinstufung: Spätes Perm. Die Alterseinstufung erfolgt nach lithostratigraphischer Korrelation mit der Beckenfazies und diskordanter Auflagerung auf frühpermischen Sedimenten und Erosionsgebieten (Käding 1978, Röper 1980, Nitsch & Zedler 2009).
Kommentar: Ob, wo und in welchem Umfang auch Äquivalente des norddeutschen „Oberrotliegend II“ in der Kirnbach-Formation enthalten sind, ist derzeit nicht zu entscheiden. Überlagert von frühesttriassischen Buntsandstein-Sedimenten. Die Korrelation mit dem Zechsteindolomit des Odenwalds erfolgte zuerst 1826 bei F. v. Alberti und 1882 bei O. Fraas. Auf den geologischen Karten wurde die Einheit ihrer Rotfazies wegen jedoch dem Rotliegenden zugeordnet, aber dennoch stets separat ausgewiesen (Näheres s. Nitsch & Zedler 2009).
Versch./Sonstiges: Dicht südlich des Verbreitungsgebiets der marinen Zechsteindolomit-Formation sind geschichtete Arkosesandsteine mit „Wühlspuren“ bekannt (Allmersbach a. W.: Carlé & Wurm 1971). Ansonsten sind keine Fossilien bekannt geworden. Im Gebiet der Nordschwarzwald-Schwelle sind unter Tiegersandstein örtlich rotbraune Arkosen und Arkosebrekzien als Füllung schmaler Erosionsrillen und -wannen bekannt, die oft eingekieselt sind und wahrscheinlich ebenfalls hierher gehören.
Literatur: Carlé, W. & Wurm, F. (1971): Die Wissenschaftlichen Ergebnisse der Tiefbohrung Allmersbach am Weinberg, Landkreis Backnang, Baden-Württemberg (Stratigraphie, Petrographie, Paläogeographie, Hydrologie). – Jh. Geol. Landesamt Baden-Württ., 13: 171–221; Freiburg.
Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Käding, K.-C. (1978): Die Grenze Zechstein-Buntsandstein in Hessen, Nordbayern und Baden-Württemberg. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 60: 223–252; Stuttgart.
Leiber, J. (1970): Beiträge zur Kenntnis der Paläogeographie und Sedimentologie des Unteren Buntsandsteins (Tigersandstein, su) und des Eck´schen Konglomerates (smc1) im mittleren und südlichen Teil des nördlichen Schwarzwaldes. – Diss. Univ. Freiburg i.Br.: 246 S., 6 Taf. [unveröff.].
Löffler, M. (1992): Das Permokarbon des Nordschwarzwaldes – Eine Fallstudie am Beispiel des Beckens von Baden-Baden. – Diss. Univ. Karlsruhe: 284 S.; Karlsruhe.
Nitsch, E. & Zedler, H. (2009): Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22: 7–102; Freiburg i.Br. – [mit weiterer Literatur]
Röper, H.-P. (1980): Zur Petrographie und Genese des Karneol-Dolomit-Horizontes (Grenze Rotliegend/Buntsandstein) im Gebiet des Mittleren Schwarzwaldes. – Diss. Univ. Heidelberg: 289+62 S., 4 Beil. [unveröff.]
Sittig, E. (2003): Die Lichtental-Formation von Baden-Baden und das Normalprofil des Schwarzwälder Rotliegenden. – Jh. Geol. LA Baden-Württ., 39: 177–238; Freiburg.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 05.03.2011
Änderung Datensatz: 09.03.2011


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Litholex Recherche vom 25.03.2017, 06:51:17.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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