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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Benk-Formation
ID: 5000007
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Beschluss SKPT am 19.07.1997
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Mittlerer Keuper
Chronostratigraphie: Cordevolium (Karnium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Langobardium (Ladinium, Mitteltrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Benker Sandstein und Estheriensandstein, Capitosaurussandstein; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: kmBe.
Lithologie: Sandstein, fein- bis mittelkörnig, grau, gelblich oder rotbraun, in unregelmäßigen Bänken und Rinnenfüllungen, mit Zwischenlagen von Tonstein, schluffig, und Schluffstein, jeweils rotbraun, grün, örtlich grau, nach Südosten übergehend in Wechselfolgen von feldspatreichem Sandstein und Arkose, grobkörnig, und Arkosekonglomerat, rotbraun oder gelblich, mit schluffigen rotbraunen Tonsteinen. Anhydrit (bzw. Sekundärgips) tritt verbreitet als Zement der Sandsteine und z. T. in Knollen auf. Gebietsweise (Oberpfalz) sekundäre Vererzungen durch Buntmetall-Sulfide. Im distalen (nordwestlichen) Verbreitungsgebiet Einschaltung von einzelnen Dolomitsteinbänken (Weiß 1954, Schröder 1961, Freyberg 1954, 1973, Schröder 1961, DSK 2005).
Untergeordnete Einheit: Der eigentliche Benker Sandstein (nach Gümbel 1866) vertritt die Untere bis Mittlere Grabfeld-Formation, der hangende „Estheriensandstein“ verzahnt sich mit der Oberen Grabfeld-Formation.
Liegendgrenze: Einsetzen von Sandsteinen oder Arkosen meist geringerer Korngrößen über der Grafenwöhr-Formation (über deren Äquivalent des Grenzdolomits oder obersten Paläoboden).
Hangendgrenze: Im Verzahnungsgebiet überlagert von den jüngeren Teilen der Grabfeld-Formation. Basisdiskordanz der Stuttgart-Formation (bzw. des Ansbacher Sandsteins). Nahe am Beckenrand teilweise unmittelbar diskordant von Hassberge- oder Löwenstein-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: 50–80 m.
Maximale Mächtigkeit: ca. 100 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion sind Oberfranken und Oberpfalz im Gebiet um Benk und Grafenwöhr. Referenzprofil ist die Bohrung Laineck III (TK25 Nr. 6035 Bayreuth, R 4470.700, H 5535.400): Weiß (1954).
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Ausstrichgebiete in Oberfranken und der Oberpfalz sowie in Mittelfranken. In Baden-Württemberg nur aus Bohrungen bekannt, insbesondere im östlichen Oberschwaben und unter der Ostalb (geringmächtige Sandstein-Ausläufer in der Beckenfazies des Ausstrichgebiets werden zur Grabfeld-Formation gerechnet). Begleitet als 50-100 km breiter Faziesstreifen den südöstlichen ladinisch-frühkarnischen Beckenrand.
Zeitgleiche Einheiten: Grabfeld-Formation. Unmittelbar am Beckenrand Teile der Grafenwöhr-Formation.
Alterseinstufung: Untersuchungen an Palynomorphen sind überwiegend unveröffentlicht. Die bekannt gewordenen Befunde bestätigen jedoch die lithostratigraphische Korrelation mit der Grabfeld-Formation als Altersäquivalent. Die Alterseinstufung der Grabfeld-Formation lässt sich daher auf Benker Sandstein (Langobardium) und Estheriensandstein (Cordevolium) übertragen.
Kommentar: Die vereinzelt angetroffenen Conchostraken sind (2012) noch nicht bearbeitet.
Versch./Sonstiges: Der Holotyp zu Capitosaurus arenaceus (Typusart der Capitosauria) stammt aus dieser Formation. Gelegentlich sind Saurierfährten auf Schichtflächen anzutreffen (Weiß 1981). Selten treten Kieselhölzer bzw. Kieselholzgerölle auf. Im Gebiet der Sulfidvererzungen wurden auch strukturzeigende Holzfossilien in Bleiglanzerhaltung gefunden. Der Name Benker Sandstein wurde 1866 von Gümbel eingeführt, „Estheriensandstein“ 1954 durch Freyberg.
Literatur: DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Freyberg, B. v. (1954): Die Randfazies des Gipskeupers, insbesondere der Benker Sandstein in Franken. – Erlanger Geol. Abh., 11: 3–47; Erlangen.
Freyberg, B. v. (1973): Fazieswechsel des Benker Sandsteins östlich Bayreuth. – Geol. Bl. NO-Bayern, 23: 73–96; Erlangen.
Gümbel, C.W. (1866): Die geognostischen Verhältnisse des fränkischen Triasgebietes. – Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, 4 (1): 3–77; München (Straub).
Nitsch, E. (2005): Der Keuper in der STD 2002: Formationen und Folgen – Newsl. Stratigr., 41: 159–171; Stuttgart.
Schröder, B. (1961): Benkersandstein und Estherienstufe nördlich und östlich Grafenwöhr an Hand neuer Aufschlüsse. – Geol. Bl. NO-Bayern, 11: 133–147; Erlangen.
Weiß, W. (1954): Zur Frage der Muschelkalk-Obergrenze bei Bayreuth nebst einigen wichtigen Tiefbohrprofilen. – Erlanger Geol. Abh., 10: 19 S.; Erlangen.
Weiß, W. (1981): Saurierfährten im Benker Sandstein. – Geol. Bl. NO-Bayern, 31: 440–447; Erlangen.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E.
Erstellt am: 25.02.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 07.04.2013
Änderung Datensatz: 02.04.2013

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 27.03.2017, 22:31:42.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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