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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Exter-Formation
ID: 5000006
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hoffmann, 1830: „Oberer Keuper“, Duchrow, 1984: „Exter-Gruppe“, Beschluss SKPT am 3.05.1997: Exter-Formation (DSK 2005).
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Oberer Keuper
Chronostratigraphie: Rhätium (Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Sevatium (Norium, Obertrias, Trias, Mesozoikum)
Synonyme: Rhätkeuper, Rhätsandstein und Rhätton, Rhät (als Gesteinseinheit), Rät (als Gesteinseinheit), Gelber Keuper; Kürzel im „Symbolschlüssel Geologie“: koE.
Lithologie: Sandstein, teilweise Quarzsandstein, in regional wechselnden Korngrößen, im oberen Teil der Formation meist reich an Glimmer, gelb, grau oder grünlich, und Tonstein mit regional wechselndem Schluffgehalt, meist karbonatfrei, im tieferen Teil der Formation auch dolomitisch, grau bis schwarz , im mittleren Teil meist schwarzgrau, im oberen Teil auch grün bis grüngrau, seltener rotbraun. Im tieferen Teil der Formation sind gebietsweise auch Dolomit- und Kalksteinbänke entwickelt. Östlich einer Linie etwa von Flensburg nach Konstanz können örtlich geringmächtige Lagen von Kohle eingeschaltet sein. Im Westen von Rheinland-Pfalz sowie im angrenzenden Luxemburg und Nordfrankreich treten im höheren Abschnitt (höhere Contorta- und Triletesschichten) rötliche bis rote Tonsteine auf („Rote Tone“, „Mergel von Levallois“).
Untergeordnete Einheit: Gliederung in mehrere regionale Subformationen möglich, aber noch nicht einheitlich festgelegt (vgl. Duchrow 1984, DSK 2005, Barnasch 2009). Innerhalb der Exter-Fm. gelten bislang regional unterschiedliche Untergliederungen. Seit Will (1969) wird häufig eine ökofazielle Gliederung in Posteraschichten (brackisch, durch variable Fazies nicht überall Teil der Exter-Fm.), Contortaschichten (marin) und Triletesschichten (limnisch) vorgenommen. Jeder der drei Abschnitte kann gebietsweise ausfallen (Diskordanzen, Fazieswechsel).
Liegendgrenze: Farbumschlag von vorherrschend rotbunten Gesteinen der Arnstadt- oder (in Süddeutschland) der Trossingen-Formation in graue Ablagerungen der Exter-Fm., regional heterochron, teilweise mit Schichtausfällen verbunden.
Hangendgrenze: Basis mariner oder deltaischer Sedimente des Unterjura.
Mittlere Mächtigkeit: Norddeutsche Senke 100–150 m, Weserbergland 60–80 m, zwischen Harz und Main 20–50 m, südlich des Mains 10–20 m und regional auskeilend.
Maximale Mächtigkeit: 600 m (Glückstadt-Graben).
Typusprofile, etc.: Typusgebiet ist das Tal der Exter im Weserbergland. Ein einzelnes Typusprofil ist aufgrund der ungünstigen Aufschlusssituation nicht festgelegt.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Hessisches Bergland
Mittelgebirge, Weserbergland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Teile der tieferen Exter-Formation (Posteraschichten) werden im Süden von Steinmergelkeuper- oder Rotfazies vertreten. Diese werden zur Arnstadt-Formation des Mittleren Keupers gerechnet (Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, z. T. in Baden-Württemberg). Randnah enthalten auch Löwenstein- und Trossingen-Formation Äquivalente der tiefsten Exter-Fm. (Baden-Württemberg, Bayern). Die Randfazies des Oberen Keupers in Nordbayern ist noch nicht formal benannt bzw. zugeordnet (Fränkisches „Unterrhät“, Hauptton, Glimmersandstein). In Polen, Südskandinavien und den Niederlanden sind für altersgleiche und z. T. auch faziell gleiche Schichten mehrere Formationsnamen gebräuchlich (s. Beutler in DSK 2005, Franz 2008). In Frankreich, Belgien und Luxemburg werden die Äquivalente der Exter-Formation nach der vorherrschenden Fazies als „grés rhétien“ und „argiles de Levallois“ bezeichnet.
Alterseinstufung: Biostratigraphisch ist der mittlere Abschnitt mithilfe der Muschel Rhaetavicula contorta (Portlock) bereits seit dem 19. Jahrhundert dem Rhätium zugeordnet worden, was später auch durch den Nachweis von rhätischen Palynomorphen (Rhaetipollis u. a.) bestätigt wurde. Die Position der Norium/Rhätium-Grenze ist bisher nur grob innerhalb der tieferen Exter-Formation (innerhalb der Posteraschichten) einzugrenzen (Kozur & Bachmann 2005).
Kommentar: Innerhalb der Formation sind an paläogeographischen Schwellen mehrere flache Diskordanzen ausgebildet (Beutler in DSK 2005): D5.1 an der Basis der unteren Posteraschichten, D5.2 an der Basis der oberen Posteraschichten, D6 an der Basis der Contortaschichten, D7 an der Basis der Triletesschichten. Die Jurabasis liegt mit einer weiteren Diskordanz (D8) örtlich unmittelbar auf dem Mittleren Keuper.
Versch./Sonstiges: Der Name „Hauptsandstein“ wurde in der Literatur wie „Rhätsandstein“ auf Sandsteine unterschiedlicher Niveaus verwendet und sollte nicht mehr als stratigraphischer Begriff gebraucht werden. Auch Bezeichnungen wie „Unterrhät“, Mittelrhät“ oder „Oberrhät“ sind problematisch, da sie nicht den Alterseinstufungen und der Gliederung im alpinen Typusgebiet des Rhätiums entsprechen und im Fall des norddeutschen sogenannten „Unterrhäts“ sogar norische Anteile (Untere Posteraschichten: Sevatium) umfassen (Die Sevatium-Unterstufe wurde zeitweise von einigen Autoren dem Rhätium zugesprochen).
Literatur: Bachmann, G.H., Geluk, M.C., Warrington, G., Becker-Roman, A., Beutler, G., Hagdorn, H., Hounslow, M.W., Nitsch, E., Röhling, H.-G., Simon, T. & Szulc, A., with contributions by Michiel Dusar, M., Nielsen, L.H., Barnasch, J. & Franz, M. (2010): Triassic. – In: Doornenbal, J.C. & Stevenson, A.G. (editors): Petroleum Geological Atlas of the Southern Permian Basin Area: 149–173; Houten (EAGE Publications).
Barnasch, J. (2009): Der Keuper im Westteil des Zentraleuropäischen Beckens (Deutschland, Niederlande, England, Dänemark): diskontinuierliche Sedimentation, Litho-, Zyklo- und Sequenzstratigraphie. – Diss. Univ. Halle: 222 S., 28 S. Anl.; Halle (http://digital.bibliothek.uni-halle.de).
DSK (2005): Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. – Courier Forschungsinst. Senckenberg 253: 296 S., 64 Abb., 50 Tab., 2 Taf.; Frankfurt am Main. – [darin weitere Literaturhinweise]
Duchrow, H. (1984): Keuper [Titel des Sonderdruckes: “Der Keuper im Osnabrücker Bergland. Mit einer Revision der nordwestdeutschen Keuper-Gliederung”]. – In: Klassen, H. (Hrsg.): Geologie des Osnabrücker Berglandes: 221–334, 1 Tab, 8 Anl.; Osnabrück (Naturwiss. Museum).
Franz, M. (2008): Litho- und Leitflächenstratigraphie, Chronostratigraphie, Zyklo- und Sequenzstratigraphie des Keupers im östlichen Zentraleuropäischen Becken (Deutschland, Polen) und Dänischen Becken (Dänemark, Schweden). – Diss. Univ. Halle-Wittenberg: 198 S., 62 S. Anhang; Halle (http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/08/09H048/).
Hoffmann, F. (1830): Uebersicht der orographischen und geognostischen Verhältnisse vom nordwestlichen Deutschland. – 676 S.; Leipzig (J.A.Barth).
Kozur, H. & Bachmann, G.H. (2005): Correlation of the Germanic Triassic with the international scale. – Albertiana, 32: 21–35; Utrecht.
Will, H.-J. (1969): Untersuchungen zur Stratigraphie und Genese des Oberkeupers in Nordwestdeutschland. – Geol. Jb., Beih. 54: 240 S.; Hannover.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Barnasch, J., Dittrich, D., Farrenschon, J., Franz, M., Heunisch, C.
Erstellt am: 13.01.2011
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.08.2010
Änderung Datensatz: 16.02.2011


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Litholex Recherche vom 23.05.2017, 18:42:05.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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