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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Sarnstall-Formation
ID: 50
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: DITTRICH, 2004
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Zechstein
Chronostratigraphie: Oberperm (Lopingium) (Perm, Paläozoikum)
Synonyme: Obere Rötelschiefer (HENTSCHEL 1957, 1963)
[In zahlreichen Diplomkartierungen der Universitäten Mainz,
Karlsruhe und Clausthal-Zellerfeld wurde eine solche Einheit als
Teil der „Kreuznacher Gruppe“ ins „Oberrotliegende“ (Saxon)
gestellt, mit dem Symbol ro3(3 tiefgestellt)3(3 hochgestellt)]
Sarnstallschichten (DACHROTH o. J.)
Sarnstall-Schichten (DACHROTH 1976)
Lithologie: Das Faziesmuster der Sarnstall-Formation ist vertikal und horizontal sehr wechselhaft. HENTSCHEL (1963) beschrieb eine Nord-, eine Mittel- und eine Südfazies. Generell handelt es sich um tonig-sandige Rotserien. Im Farbspektrum dominieren Rotbraun-Töne, pelitreiche Partien sind oft violettstichig. Vereinzelt treten mm- bis cm-große gelblich-grüne Bleichungsflecken auf. Die Tonsteine sind fein horizontalgeschichtet. Sandig-tonige Mischgesteine sind meist fein horizontalgeschichtet, glimmerführend und gelegentlich hell-grün gestreift. Den Siltsteinen fehlt die ausgeprägte Schrägschichtung, wie sie für die der „Unteren Rötelschiefer“ (Standenbühl-Formation, Rotliegend) charakteristisch ist, auch deren Feldspatgehalt ist niedriger (DACHROTH 1976). Im mittleren und höheren Teil treten vermehrt Sandsteine auf, die einige Meter mächtig werden können. Diese meist hellrotbraunen massigen Sandsteine sind vorwiegend fein- bis mittelkörnig, lagenweise auch gröber. Die Quarzkörner sind gut gerundet. Feinkiesgehalte sind selten. Im Bereich der südpfälzischen Beckenachse (Region Gossersweiler–Waldhambach–?Eschbach) schalten sich im Mittelteil des Profils eine oder mehrere dezimetermächtige dolomitisch zementierte Sandsteinbänke ein.
In der Kernbohrung Gossersweiler erscheinen vertikal sehr wechselhafte, zyklisch gegliederte Abfolgen. Bioturbation und fleckig-schlierige dolomitische Zemente sind zu beobachten. Dezimetermächtige rotbraune Tonstein-Einlagerungen („Rötelschiefer“) kommen vorwiegend im unmittelbaren Basisbereich und im höheren Teil vor. Etwa 1,5-4,5 m über der Basis sind die Sandsteine auffällig grob (grobsandig bis feinkiesig). Es fanden sich rote Quarzitgerölle (2,5 cm) und Vulkanitklasten (Rhyolithe?).
Die weit nordwestlich, in der Westpfalz östlich Zweibrücken gelegene Tiefbohrung Landstuhl-1 durchteufte rotbraune Fein- bis Mittelsandsteine mit Schlufflagen (DACHROTH unveröff. Mskrt.). Die Quarzkörner sind dort gut gerundet, äolische Einwirkung ist wahrscheinlich. Oft treten schwarzrote Eisenkrusten auf. Im mitteren Teil der Formation erscheinen geröllführende Sandsteinlagen, die Gerölle zeigen Windschliff.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die tonig-sandigen Gesteine der Sarnstall-Formation lagern meist über den Sandsteinen der Gräfenhausen-Formation, in nördlichen Randlagen des südpfälzischen Teilbeckens überdecken sie die Standenbühl-Formation (Rotliegend; „Untere Rötelschiefer“, vgl. HENTSCHEL 1963: Tab. 1).
Hangendgrenze: Die tonig-sandigen Wechselfolgen der Sarnstall-Formation werden winkeldiskordant und mit einer scharfen Grenze von den Sandsteinen der Queich-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: Die Mächtigkeiten der Sarnstall-Formation schwanken nach HENTSCHEL (1963) zwischen 0 und 32 m. Eher hohe Werte (mind. 30 m) verzeichnete er bei Silz und Annweiler. Im Zentralbereich des südpfälzischen Teilbeckens könnte eine Kappung durch die hangende Queich-Formation eine Rolle gespielt haben (Bohrung Gossersweiler: 17,9 m).
Maximale Mächtigkeit: Bei Sarnstall westlich Annweiler wurden 36,4 m erbohrt (KIENZLE 1982). In der bei Zweibrücken in der Westpfalz gelegenen Tiefbohrung Landstuhl-1 (DACHROTH unveröff. Mskrt.) ist eine 40 m mächtige Sarnstall-Formation angetroffen worden.
Typusprofile, etc.: Der Name bezog sich zunächst auf Tagesaufschlüsse bei Annweiler-Sarnstall (W Landau) (vgl. DACHROTH 1976).
Typusprofil: Kernbohrung BK 4a des Tunnelprojektes am Kleinen Adel-Berg südöstlich von Sarnstall, TK25 6713 Annweiler, R: 34 23 050, H: 54 52 850 (KIENZLE 1982)
Referenz-Profil: Kernbohrung Gossersweiler, TK25 6813 Bad Bergzabern, R: 34 21 080, H: 54 46 490 (DITTRICH 2002) [Bohrarchiv LGB RP]
Verbreitung (Bundesländer): Rheinland-Pfalz
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Saar-Nahe-Bergland, Pfälzerwald
Verbreitung (Ergänzung): Gesteine der Sarnstall-Formation treten am südlichen Ostrand des Pfälzerwaldes zutage. Das bisher bekannte Verbreitungsgebiet liegt zwischen Ramberg im Norden und Silz in Süden. Am nördlichen Haardtrand (nördlich Albersweiler) und wohl auch in der Region Lambrecht im Speyerbachtal fällt die Sarnstall-Formation in einer Schichtlücke aus. Im (südlichen) Saar-Nahe-Bergland wird die Sarnstall-Formation durch untere Bereiche der Stauf-Formation vertreten.
Zeitgleiche Einheiten: ?/--
Alterseinstufung: Lithofaziesbefunde, Profilparallelisierungen, Log-Korrelationen
Kommentar: Die Sarnstall-Formation gehört in die (untere) z1-Folge (Log-Korrelation: K.-Chr. KÄDING).
Versch./Sonstiges: Der Ablagerungsraum der Sarnstall-Formation war ein limnisch-fluviatiler Randbereich des südwestlichen Zechstein-Beckens. Abgesehen von vereinzelten Wühlgefügen (Bohrung Gossersweiler) sind in der Sarnstall-Formation keine Fossilien anzutreffen. HENTSCHEL (1963) registrierte eine Kornvergröberung und Mächtigkeitsreduktion von Westen nach Osten. Demnach lag das Liefergebiet im Osten.
Literatur: HENTSCHEL, H. E. (1957): Die permischen Ablagerungen im östlichen Pfälzer Wald (Haardt) zwischen Neustadt-Lambrecht und Klingenmünster-Silz. Diss. Univ. Mainz.
HENTSCHEL, H. E. (1963): Die permischen Ablagerungen im östlichen Pfälzer Wald (Haardt) zwischen Neustadt-Lambrecht und Klingenmünster-Silz. – Notizbl. hess. L.-Amt Bodenforsch., 91, S. 143-176, 11 Abb., 1 Tab., 1 Taf., Wiesbaden.
DACHROTH, W. (1976): Gesteinsmagnetische Marken im Perm Mitteleuropas. Ein Beitrag zur Anwendung gesteinsmagnetischer Daten in der Stratigraphie. – Geol. Jb., E 10, S 3-63, 19 Abb., 3 Taf., Hannover.
DACHROTH, W. (o. J.): Rotliegendes und Buntsandstein in der Bohrung Landstuhl 1. Mskrt., 11 S., Heidelberg. – [unveröff.].
KIENZLE, G. (1982): Geologische Geländeaufnahme (Kartierung) permischer, triadischer und quartärer Ablagerungen im Raum Annweiler (Pfalz). – Diplomkartierung Univ. Karlsruhe, 94 S., 31 Abb., 1 Tab., 2 Anl., Karlsruhe. – [unveröff.].
DITTRICH, D. (2002): Fotodokumentation und stratigraphische Aufnahme der Kernbohrung Gossersweiler südlich von Annweiler.
5 S. + zahlr. Abb., unveröff. Mskrt..
DITTRICH, D. (2004): Sarnstall-Formation. – 2 S., unveröff. Mskrt. für: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg., in Vorb.): Stratigraphie von Deutschland. Zechstein. – Schriftenreihe deutsch. geowiss. Ges., Hannover.
Autor des Datenblattes: Dittrich, Dr. Doris
Erstellt am: 30.09.2010
Zuständige Subkommission: Subkommission Perm-Trias
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 08.07.2010
Änderung Datensatz: 18.10.2010
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Litholex Recherche vom 26.04.2017, 11:55:57.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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