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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Wedelsandstein-Formation
ID: 4012091
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Braunjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: obere Abtheilung des Eisenrogensteins (Fromherz 1838), Braunjura gamma (Quenstedt 1856-1857), Sowerbyi-Schichten, Stufe der Blauen Kalke (Schalch 1898), Sowerbyi- Sauzei-Schichten (Genser 1959), Wedelschichten (Geyer & Gwinner 1969), Brauner Jura gamma, Kalksandige Braunjuratone, Sonninienschichten (Geyer & Gwinner 1991), Untere Bajoc Schichten = jmbj (u) (Preuss et al. 1991), Bajocium 1 (Hahn & Schreiner 1971), Wedelsandstein (Symbolschlüssel LGRB 1995).
Lithologie: Über einem meist geringmächtigen, z.T. konglomeratischen Eisen- oder Kalkoolith (Sowerbyi-Oolith) an der Basis folgen feinsandige Tonsteine und Tonmergelsteine, mit mehreren Horizonten aus kalkigen Feinsandsteinen mit charakteristischen Lebensspuren des Typs Zoophycos auf den Schichtflächen.
Untergeordnete Einheit: Der gebietsweise geröllführende Sowerbyi-Oolith (im Raum Geisingen/Donau z.T. fehlend) ist meist limonitoolithisch, von der Zollernalb bis in die Reutlinger Alb auch kalkoolithisch entwickelt. Darüber folgen, z.T. durch eine geringmächtige Tonsteinfolge (Unterer Tonhorizont) abgetrennt, zunächst der in der Zollernalb bis 10 m mächtige Untere Wedelsandstein und über 10 – 16 m feinsandigen Tonmergelsteinen (Tonhorizont im Wedelsandstein) der Obere Wedelsandstein. Der sich anschließende, 5 – 20 m mächtige Mittlere Tonhorizont wird in der südwestlichen Schwäbischen Alb überlagert vom Unteren Blaukalk, der vom Oberen Blaukalk durch bis zu 5 m Tonstein getrennt ist. Einzelne Blaukalk-Bänke können durch limonitisch imprägnierte Echinodermenreste schwach pseudoolithisch ausgebildet sein.
Oberrhein: Im Raum Ringsheim (südliches Oberrheingebiet) spaltet sich der Sowerbyi-Oolith in drei eisenoolithische Horizonte mit tonigen Zwischenlagen auf: das Untere, das Obere und das dritte Erzband mit den Tonhorizonten E1 und E2. Über dem Blaukalk schalten sich im südlichen Oberrheingebiet noch der bis 2,5 m mächtige Rimsingen-Ton sowie die bis 5,5 m mächtigen Demissusbänke ein.
Liegendgrenze: Basis des Sowerbyi-Ooliths, im Raum Geisingen fehlt dieser teilweise; dort liegt die Basis der Wedelsandstein-Formation an der Oberfläche der Konglomerat-Bank; in Ringsheim die Sohlfläche des Unteren Erzbands.
Hangendgrenze: Im Oberrheingebiet, Klettgau, Wutachgebiet und der Westalb: Basis der Humphriesioolith-Subformation; in der Mittelalb: Basis des Giganteustons (bzw. des Blaukalkabraums); in der Ostalb und in der Fränkischen Alb: Basis der Berching-Subformation der Sengenthal-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 25 – 50 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusprofil: Quellgebiet des Breitenbachs bei Reutlingen, TK 25, Bl.7521 Reutlingen, R ~ 35 12 700, H ~ 53 68 500 (vgl. Ohmert 2004). Referenzprofile: Westhang des Eichbergs bei Achdorf, TK 25, 8117 Blumberg, R 34 63 280 / H 53 01 230; Roschbachtal, TK 25, 7719 Balingen, R 34 95 390 - 840, H 53 47 060 - 300, aufgel. Tagebau Ringsheim, TK 25, 7712 Ettenheim, R 34 09 920 - 10 060, H 53 45 300 - 250
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Schwäbische Alb, Klettgau/Hochrhein-Gebiet und südliches Oberrheingebiet.
Zeitgleiche Einheiten: In Bayern: Weiße-Laber-Subformation der Sengenthal-Formation; im Elsass werden die Äquivalente von Wedelsandstein- und Gosheim-Formation als 'Marnes et calcaires de Griesbach' zusammengefasst. In der Nordschweiz ist der mittlere Abschnitt der Passwang-Formation (ohne Sissach- und Rothenfluh-Member) zeitgleich; in Norddeutschland entsprechen ihr die Sonninienton-Formation sowie Elsfleth- und Varel-Sandstein.
Alterseinstufung: Die Wedelsandstein-Formation vertritt das Unter-Bajocium, Discites-Zone bis Sauzei-Zone. Das Untere Erzband in Ringsheim vertritt noch die oberste Concavum-Zone, Formosum-Subzone, die Demissusbänke sind nördlich des Tunibergs teilweise bereits in die Pinguis-Subzone, basale Humphriesianum-Zone zu stellen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. – Newsl. Stratigr., 41(1–3): 263–277; Berlin, Stuttgart.

Fromherz, K. (1838): Die Jura-Formationen des Breisgaues. – 51 S.; Karlsruhe.

Genser, H. (1959): Stratigraphie und Tektonik der Vorbergzone am südwestlichen Schwarzwaldrand zwischen Staufen und Badenweiler. – Ber. Naturforsch. Ges. Freiburg i. Br., 49: 59 – 112; Freiburg i. Br.

Geyer, O.F. & Gwinner, M.P. (1984): Die Schwäbische Alb und ihr Vorland. 3. Aufl. – Slg. Geol. Führer, 67: 275 S.; Berlin, Stuttgart (Borntraeger).

Geyer, O.F. & Gwinner, M.P. (1991): Geologie von Baden-Württemberg, 4. Aufl. – 482 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Hahn, W. & Schreiner, A. (1971): Neue Zeichen und Benennungen der Jura-Schichten auf den geologischen Karten Baden-Württembergs. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F., 53: 275-279; Stuttgart.

Ohmert, W. (2004): Ammoniten-Faunen im tiefen Unter-Bajocium des Reutlinger Gebiets (mittlere Schwäbische Alb) [mit einem Anhang zur Ostracoden-Stratigraphie]. – Jh. Landesamt Geologie, Rohst. Bergb. Baden-Württ., 40: 9 – 141; Freiburg i. Br.

Preuss, H., Vinken, R., Voss, H.-H. unter Mitarb. von Barckhausen, J., Beckmann, A., Hennig, E.-W., Hinze, C., Homann, H. H. & Reuter, G, (1991): Symbolschlüssel Geologie. – 328 S.; Hannover (NLfB/BGR).

Quenstedt, F. A. (1856-1857): Der Jura. – 842 S.; Tübingen (Laupp).

Schalch, F. (1898): Der braune Jura (Dogger) des Donau-Rheinzuges nach seiner Gliederung und Fossilführung. I. Teil. – Mitt. Großhzgl. Bad. Landesanst., 3: 527 – 618; Heidelberg.

Villinger, E. & Fleck, W. unter Mitarbeit von Bock, H., Brunner, H., Ellwanger, D., Etzold, A., Franz, M., Fritz, C., Groschopf, R., Hummel, P., Kessler, G., Kupsch, F., Leiber, J., Ohmert, W., Sawatzki, G., Schlesinger, S., Simon, T., Storch, D. H. & Wurm, F. (1995): Symbolschlüssel Geologie (Teil I) und Bodenkunde Baden-Württemberg. – Informationen, 5: 68 S., 1 Taf.; Freiburg i. Br. (Geol. L.-Amt Baden-Württ.).
Autor des Datenblattes: Franz
Erstellt am: 30.09.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 27.03.2017, 04:53:36.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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