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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Painten-Formation
ID: 4012087
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr (in Niebuhr & Pürner 2014), basierend auf Streim (1961)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Weißjura-Gruppe, Süddeutscher Jura
Chronostratigraphie: Untertithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Ulmensis-Schichten, papierdünne Schiefer (Trusheim 1953); geschichtete Fazies des Malm Zeta 1+2, Bankfazies mit Krummen Lagen, Schieferfazies (Streim 1961); Bankkalke Zeta 1+2, Öchselberg-Schiefer Zeta 1+2, Zandtener Schiefer Zeta 1+2, Teufelskopfkalke Zeta 3, Papierschiefer Zeta 3+4, Runzelkalke Zeta 4 (Bausch 1963); Kelsbachschiefer, Stufe der Unteren Bankkalke, Mergelschiefer, Mergelkalke, Obere Bankkalke der Hartheimer Wanne (Patzelt 1963); Untere Bankkalke, Hepberger Kalk, Denkendorfer Kalk, Kelsbach-Schiefer, Haselberg-Schichten, Mergelkalk-Serie, Flaserkalke (Schnitzer 1965); Untere Hopfental-Schichten, Obere Hopfental-Schichten, Weltenburger Schichten, Rieder Schichten (Fay 1976); Hopfental formation, Hepberg and Denkendorf formation, Hepberg-Denkendorf member, Kelsbach member, Painten formation, Hennhüll member, Öchselsberg member, Zandt member, pars Reisberg formation, pars Reisberg member, Teufelskopf member, Weltenburg member, Ried member, Haselberg member, Katzengraben member (Zeiss 1977); Plattenkalke des Malm Zeta 1+2 mit Krummen Schiefern, Abensberger Bankkalke des Malm Zeta 1+2, Hopfentaler Entwicklung des Malm Zeta 1+2 (Weber 1978); Malm Zeta 1: Bankkalk, Malm Zeta 2: Bankkalk, Plattenkalk, Malm Zeta 3: Reisbergschichten (Kleinschnitz 2001+2002); Painten-Formation (Niebuhr & Pürner 2014).
Lithologie: Wechsel von dünn- bis mittelbankigen Kalken mit Plattenkalken. Hornsteine sind sehr selten, Plattensilex fehlt gänzlich. Im unteren und mittleren Abschnitt (Bankkalk-dominiert) treten viele subaquatische Rutschungshorizonte (Krumme Lagen, Wilde Bänke) bis 5 m Mächtigkeit auf. Im Hangenden nimmt der Anteil der laminierten Plattenkalke kontinuierlich zu, allerdings in den verschiedenen Profilen auf ganz unterschiedlichen Höhen, und die Anzahl der subaquatischen Rutschungshorizonte geht stark zurück.
Untergeordnete Einheit: Hennhüll-Subformation (überwiegend unterer Abschnitt der Painten-Formation) – Bankkalk-dominiert, Wechsel von dünn- bis mittelbankigen Kalken mit wenigen Plattenkalken und vielen Krummen Lagen.
Zandt-Subformation (überwiegend oberer Abschnitt der Painten-Formation) – Plattenkalk-dominiert, laminierte Plattenkalke mit wenigen, dünnen Bankkalken, Krumme Lagen fehlen weitgehend.
Hopfental-Subformation (unterer Abschnitt der Painten-Formation) – Gradierte und nicht-gradierte Schlammströme, die einzelnen Bänke, unten als Karbonat-Brekzien ausgebildet, gehen jeweils im oberen Teil konkordant in feinschichtige Mikritkalke der Hennhüll- und Zandt-Subformationen über. Die Mächtigkeit beträgt ca. 30 m, wobei die Basis der Allochthonite nicht erreicht wurde (Fay 1976).
Hepberg-Subformation – Es wechseln zyklisch 10-30 cm mächtige graue, unebene Kalkbänke mit ca. 3 cm dünnen Mergelzwischenlagen (Schnitzer 1965). Die Hepberg-Subformation erreicht in der Böhmfeld-Hepberger Wanne 20-25 m und bleibt über große Distanzen lithologisch gleich.
Teufelskopf-Subformation (oberer Abschnitt der Painten-Formation) – Die grobkörnigen, kaffeebraunen Bankkalke mit reichlich spätigen Echinodermaten-Bruchstücken werden bis 10 m mächtig (Bausch 1963).
Weltenburg-Subformation (oberer Abschnitt der Painten-Formation) – Die 10-20 m mächtigen Abfolge besteht aus dicken Stapeln von laminierten, bräunlichen Kalkmergellagen, die papierartig aufblättern und sich frisch gebrochen gut biegen lassen (Trusheim 1953; Bausch 1963).
Hienheim-Subformation (oberster Abschnitt der Painten-Formation) – Die bis 50 m mächtigen, mergeligen Plattenkalke und dünnen, mergeligen Bankkalke sind bräunlich bis oliv gefärbt und weisen feine, hellere Flasern (Runzeln; Bausch 1963) auf.
Liegendgrenze: Die vollständig Plattensilex-freien Bank- und Plattenkalke der Painten-Formation liegen auf der Kieselplattenfazies der Arnstorf-Subformation der Torleite-Formation. Die Hopfental-Subformation liegt auf den Korallen-Riffschuttkalken der Kelheim-Subformation der Frankenalb-Formation.
Hangendgrenze: Die Painten-Formation ist am Typusprofil und in der Typusregion, der nordöstlichen Paintener Wanne (TK 25: 6936 Hemau), erosiv gekappt. Auch die Hienheim-Subformation als jüngste untergeordnete Einheit ist erosiv gekappt. Die Hangendgrenze der Hopfental-Subformation ist markiert durch das Aussetzen der Allochtonite und den Übergang in die autochthonen Plattenkalke der Zandt-Subformation (Niebuhr & Pürner 2014).
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Mehr als 100 m in der Typusregion in der nordöstlichen Paintener Wanne, bis 160 m in der südlich angrenzenden Hienheimer Wanne, in der Schamhauptener Wanne werden bis 75 m erreicht und in der Kelheimer Wanne sind über 90 m erhalten.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Paintener Wanne südwestlich der namengebenden Stadt Painten (östliche Südliche Frankenalb, Niederbayern). Typusprofil Painten-Formation: aktiver Steinbruch Rygol nordwestlich von Painten (TK 25: 6936 Hemau). Typusprofil Hopfental-Subformation: Profil H von Fay (1976) im Hopfental (TK 25: 7137 Abensberg). Typusregion Hepberg-Subformation: nördlich von Ingolstadt (TK 25: 7034 Kipfenberg, 7134 Gaimersheim, 7135 Kösching), ein Typusprofil kann nicht angegeben werden. Typusprofil Weltenburg-Subformation: ehemaliger Steinbruch in Weltenburg (TK 25: 7136 Neustadt an der Donau), Referenzprofil: alter Steinbruch südlich des Ochsenkopfes (TK 25: 7136 Neustadt an der Donau). Typusprofil Teufelskopf-Subformation: keines, die ehemals reichlich vorhandenen kleinen Steinbrüche im Südwesten des Kartenblattes 7035 Schamhaupten sind heute alle verfüllt (Bausch, mündl. Mitt. 03/2012). Typusprofil Hienheim-Subformation: Steinbruch an der Straße zwischen Hienheim und Ried (TK: 7136 Neustadt an der Donau).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Östliche Südliche Frankenalb. Die Painten-Formation tritt zwischen Painten im Osten und Ingolstadt im Westen auf. Die resedimentären Brekzien der Hopfental-Subformation sind ein lokal begrenzter Sonderfall auf der Frankenalb und nur in zwei Verbindungen zwischen der Hienheimer, Paintener und Kelheimer Wanne zu finden. Die Teufelskopf-, Weltenburg- und Hienheim-Subformationen treten in der südlichen Paintener Wanne, der Schamhauptener Wanne und der Hienheimer Wanne auf.
Zeitgleiche Einheiten: Tangrintel-, Geisental- und Altmühltal-Formationen sind zeitgleich. Die Teufelskopf- und Hienheim-Subformationen der oberen Painten-Formation korrelieren mit dem tieferen Abschnitt der Oberen Solnhofen-Subformation der Altmühltal-Formation (Schweigert 2007, mündl. Mitt. 01/2013). In Baden-Württemberg ist die Hangende Bankkalk-Formation mit der Painten-Formation zeitgleich. In der ungeschichteten Fazies finden sich zeitgleich die Mittlere Frankenalb-Formation in Bayern und die Oberjura-Massenkalk-Formation in Baden-Württemberg.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das untere Untertithonium (untere und mittlere Hybonotum-Zone). In der unteren Painten-Formation tritt der eigeltingense-alpha-Faunenhorizont der unteren Hybonotum-Zone auf (Schweigert 2007). Die Teufelskopf- und Hienheim-Subformationen sind durch das häufige Auftreten von Gravesia gigas charakterisiert, z.T. mit anderen Formen des riedlingensis-Faunenhorizonts der mittleren Hybonotum-Zone (Schweigert 2007, mündl. Mitt. 01/2013).
Kommentar: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Versch./Sonstiges: Ableitung des Formationsnamens nach der Ortschaft Painten, Landkreis Kelheim, Regierungsbezirk Niederbayern (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Bankkalke mit Krummen Lagen und Plattenkalke, Plattensilex-frei; östliche Südliche Frankenalb; unteres Untertithonium.
Literatur: Bausch, W.M. (1963): Der Obere Malm an der unteren Altmühl. Nebst einer Studie über das Riff-Problem. – Erlanger Geol. Abh., 49: 38 S.; Erlangen.

Fay, M. (1976): Riffnahe Resedimente im Raum Kelheim: Lithologie, Genese und stratigraphische Bemerkungen. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 152 (1): 51-74; Stuttgart.

Kleinschnitz, M. (2001+2002): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 7134 Gaimersheim. – 38 S.; München.

Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.

Patzelt, W.J. (1963): Verbreitung, Gliederung und Lagerung des Malm auf den Kartenblättern Kösching und Vohburg (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 50: 12 S.; Erlangen.

Schnitzer, W.A. (1965): Geologie des Weißen Jura auf den Blättern Kipfenberg und Gaimersheim (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 57: 45 S.; Erlangen.

Schweigert, G. (2007): Ammonite biostratigraphy as a tool for dating Upper Jurassic lithographic limestones from South Germany – first results and open questions. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 245 (1): 117-125; Stuttgart.

Streim, W. (1961): Stratigraphie, Fazies und Lagerungsverhältnisse des Malm bei Dietfurt und Hemau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 38: 49 S.; Erlangen.

Trusheim, F. (1953): Über die Beziehungen zwischen geschichteter und ungeschichteter Fazies im höheren Malm der östlichen Altmühl-Alb. – ZDGG, 105: 246-251; Hannover.

Weber, K. (1978): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 7137 Abensberg. – 386 S.; München.

Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 29.09.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 05:24:15.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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