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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Impressamergel-Formation
ID: 4012075
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Quenstedt 1843
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Oxfordium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Untere Weißjuramergel, Oxford-Mergel, Cardioceratenschichten, Weißjura Alpha; Malm 1; Kürzel im Symbolschlüssel Geologie: joI,
Lithologie: Graue bis dunkelgraue oder bräunliche Mergel- und Tonmergelsteine mit eingeschalteten Mergelkalkstein- und Kalkstein-Bänken. Die Kalksteinbänke schließen sich besonders im unteren und oberen Abschnitt zu Wechselfolgen mit ähnlichen Kalk- und Mergel-Mächtigkeiten zusammen, während im mittleren Abschnitt die Mergelsteine überwiegen. Im Randengebiet und am Hochrhein treten im unteren Teil biostromale Schwammgesellschaften z.T. gesteinsbildend auf (argovische Fazies: Birmenstorf-Schichten).
Untergeordnete Einheit: Im Gebiet der Schwäbischen Alb werden die liegenden Kalk-Mergel-Wechselfolgen als Transversariumbänke bezeichnet, die hangenden Kalk-Mergel-Wechselfolgen als Bimammatum-Bänke. Die mergeldominierte Abfolge dazwischen gilt, ohne scharfe Unter- und Obergrenze, als Mittlere Impressamergel. Im Randen- und Hochrheingebiet entspricht diese Dreiteilung der liegenden Birmenstorf-Subformation (mit Schwammkalk- und onkolithisch-stromatolithischen Bänken), der Mergelstein-Abfolge der Effingen-Subformation und der ebenfalls verschwammten Hornbuck-Subformation, wobei die Schichten der höheren Bimammatum-Zone dort bereits als mergelarme Bankkalke ausgebildet sind und zur Wohlgeschichtete-Kalke-Formation gerechnet werden.
Liegendgrenze: Basis der ersten hellen Kalk(mergel)bank (Transversariumbänke) über den Glaukonitsandmergeln der Ornatenton-Formation.
Hangendgrenze: Im Gebiet der Schwäbischen Alb mit Einsetzen von geschlossenen Bankkalken mit nur geringen Mergelfugen über der obersten, Fucoiden führenden Mergellage der Impressamergel-Formation.
Am Randen und im Klettgau nehmen die höheren Bimammatum-Schichten ebenfalls die Bankkalkfazies der Wohlgeschichteten Kalke an und werden als Küssaburg-Subformation der Wohlgeschichteten-Kalke-Formation zugerechnet. Die Grenze liegt hier mit Aussetzen der Schwammkalke der Hornbuck-Subformation oder unmittelbar an der Basis der Bankkalke über der Effingen-Subformation.
Mittlere Mächtigkeit: 50–80 m
Maximale Mächtigkeit: 110 m im Gebiet der Mittleren Alb.
Typusprofile, etc.: Ein Typusprofil für die Impressamergel-Formation liefert ein Naturaufschluss auf der Nordflanke des Irrenbergs bei Bisingen-Thanheim. Gut aufgeschlossen ist die Impressamergel-Formation weiterhin im aufgelassenen Stbr. am Hörnle bei Neuffen sowie am Mössinger Bergrutsch bei Talheim. Im Gebiet des Starzeltals existieren zahlreiche weitere Abrisskanten von Bergstürzen, in denen zumindest der höhere Abschnitt der Formation weithin sichtbar zu Tage tritt. Die Grenzregion zur Wohlgeschichtete-Kalke-Formation ist im Stbr. auf dem Plettenberg bei Schömberg und beim Sauserbrunnen nahe Tieringen am besten erschlossen.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Der höchste Teil der Formation wird im Randengebiet von Bankkalken der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation faziell ersetzt. Nach Südosten nimmt südlich etwa Sipplingen–Memmingen der Bitumengehalt der Mergelsteine zu, wodurch die Impressamergel-Formation in die Schilt-Formation der helvetischen Fazies übergeht.
Zeitgleiche Einheiten: Im südlichen Alpenvorland: Schilt-Formation (Helvetische Fazies), in der Nordschweiz (Tafel- und z.T. Faltenjura, Randen): Wildegg-Formation (Argovische Fazies). Am südlichen Oberrhein entsprechen die Korallenkalk- und Nerineenkalk-Formation (beide Transversarium-Zone, Keltische Fazies) dem unteren Teil der Impressamergel-Formation.
Alterseinstufung: Mittleres bis Oberes Oxfordium, Transversarium- bis Bimammatum-Zone.
Kommentar: Die Glaukonitsandmergel (Unteroxfordium) wurden zeitweilig ebenfalls zur Impressamergel-Formation gerechnet, heute jedoch wie der altersgleiche Renggeriton am Oberrhein der Gruppe des Braunen Jura zugewiesen.
Versch./Sonstiges: Als Fossilien finden sich neben Ammoniten und Belemniten auch Brachiopoden (Name der Formation von Aulacothyris impressa), Schnecken, Muscheln, Crinoiden- und Seesternreste, Seeigel und seltener kleine Einzelkorallen.
Literatur: Allenbach, R.P. (2001): Synsedimentary tectonics in an epicontinental sea: A new interpretation of the Oxfordian basins of northern Switzerland. – Eclogae Geol. Helv., 94: 265–287; Basel.

Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011): Geologie von Baden-Württemberg [5. Aufl.]. – 627 S.; Stuttgart (Schweizerbart).

Gygi, R.A., Coe, A.L. & Vail, P.A. (1998): Sequence stratigraphy of the Oxfordian and Kimmeridgian stages (Late Jurassic) in northern Switzerland. – SEPM Spec. Publ., 60: 527–544; Tulsa.

Koerner, U. (1963): Beiträge zur Stratigraphie und Ammonitenfauna der Weißjura a/ß-Grenze (Oberoxford) auf der westlichen Schwäbischen Alb. – Jh. Geol. Landesamt, 6: 337-394; Freiburg i. Br.

Quenstedt, F.A. (1843): Das Flözgebirge Würtembergs. Mit besonderer Rücksicht auf den Jura. – 560 S.; Tübingen (Laupp).

Schweigert, G. & Callomon, J.H. (1997): Der bauhini-Faunenhorizont und seine Bedeutung für die Korrelation zwischen tethyalem und subborealem Oberjura. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 247: 69 S.; Stuttgart.

Westphal, H., Head, M.J. & Munnecke, A. (2000): Differential diagenesis of rhythmic limestone alternations supported by palynological evidence. – J. Sedim. Res., 70: 715–725; Tulsa/Okla.
Autor des Datenblattes: Nitsch, E., Schweigert, G.
Erstellt am: 15.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 09.10.2015
Änderung Datensatz: 19.10.2015


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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 03:15:30.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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