litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Voglarn-Formation
ID: 4012064
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Ammon (1875), revidiert durch Gröschke (1985)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Mitteloxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Pars Stufe des Aspidoceras biarmatum, pars Dinglreuther Schichten, Oolithschicht von Voglarn, Transversarius-Schichten, Voglarner Schichten (Ammon 1875); Geschichtete graue Kalke und Scyphienkalk der Transversarius-Stufe (Gümbel 1891); Grünoolith, Voglarner Schichten (Unger 1984); Voglarn formation (Zeiss 1977), Voglarn-Formation (Gröschke 1985; Niebuhr 2014).
Lithologie: Helle, gut gebankte Mikritkalke, in die stellenweise mergelige Partien und dünne, zuckerkörnige Dolomit-Lagen eingeschaltet sein können. Örtlich sind zahlreiche, dunkle Schwamm-Mumien in den Kalken zu sehen. In den Mergellagen sind Glaukonite und Quarzkörner im Schluff- bis Feinsand-Bereich nicht selten, auch scharf begrenzte Sandstein-Lagen und sandige Karsthohlraum-Füllungen treten auf (Gröschke & Fay 1981; Gröschke 1985).
Untergeordnete Einheit: Die Oolithschicht von Voglarn (Ammon 1875) resp. Grünoolith (Unger 1984) an der Basis der Voglarn-Formation, ein grünlichgrauer Kalkmergel mit Eisenooiden und Glaukonit-Körnern, geht allmählich in den typischen hellen Bankkalk über.
Liegendgrenze: Kristallines Grundgebirge oder Sengenthal-Formation des Braunen Jura (Gröschke 1985; Franz et al. 2014).
Hangendgrenze: Die Hornstein-Führung der Ortenburg-Formation (Kieselnierenkalk bei Ammon 1875) ermöglicht eine deutliche lithologische Abgrenzung. Zwischen beiden Formationen besteht eine Schichtlücke, die als Paläokarst gedeutet wird (Gröschke & Fay 1981).
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: bis 30 m (Gröschke 1985)
Typusprofile, etc.: Typusregion: zwischen Straubing und Passau. Typusprofil: Steinbruch am Südhang des Helmberges bei Münster (TK 25: 7041 Münster), Referenzprofile (Gröschke 1985, heute alle mehr oder weniger stark verfallen): aufgelassene Steinbrüche am Kalkberg nördlich von Ortenburg (TK 25: 7445 Ortenburg), bei Flintsbach und Langenhardt.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Die Voglarn-Formation ist auf Reliktvorkommen entlang des Donaurandbruches zwischen Straubing und Passau beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: Auf der Frankenalb in Bayern sind die Dietfurt-, Hartmannshof- und Feuerstein-Formationen zeitgleich (Niebuhr & Pürner 2014). Die Oolithschicht von Voglarn (Ammon 1875) an der Basis der Voglarn-Formation ist ein stratigraphisches Äquivalent der Grünoolithbank resp. Glaukonitschicht (Gümbel 1891) oder Ammoniten-führenden Mergelknollenlage (Freyberg 1966) an der Basis der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (Niebuhr 2014; Niebuhr & Pürner 2014). In Baden-Württemberg sind die Korallenkalk-, Nerineenkalk- und Impressamergel-Formationen zeitgleich. Das Riffwachstum der Massenfazies der Frankenalb-Formation in Bayern und der Lochen-Subformation in Baden-Württemberg setzt lokal bereits wenige Meter oberhalb der Basis der Weißjura-Gruppe allmählich ein.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das untere Mitteloxfordium (Plicatilis-Zone). Die Schichtlücke zwischen Voglarn- und Ortenburg-Formation fällt in das obere Mitteloxfordium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name der Formation bezieht sich auf den nördlich von Ortenburg gelegenen Ortsteil Voglarn von Markt Fürstenzell, Landkreis Passau, Regierungsbezirk Niederbayern (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Dickbankige, mergelige Mikritkalke mit Dolomitsand-Lagen, lokal mit dunklen Schwamm-Mumien; Relikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern); Mitteloxfordium.
Literatur: Ammon, L. v. (1875): Die Jura-Ablagerungen zwischen Regensburg und Passau. Eine Monographie des niederbayerischen Jurabezirks Keilberger Jura. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Beziehungen zum Frankenjura. – x+200 S.; München.
Franz, M., Niebuhr, B. & Zeiss, A. (2014): Sengenthal-Formation. – In: LithoLex (Online-Datenbank), Hannover (BGR).
Freyberg, B. v. (1966): Der Faziesverband im Unteren Malm Frankens. Ergebnisse der Stromatometrie. – Erlanger Geol. Abh., 62: 112 S.; Erlangen.
Gröschke, M. (1985): Stratigraphie und Ammonitenfauna der Jurarelikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – Palaeontographica, A 191: 1-68; München.
Gröschke, M. & Fay, M. (1981): Ein Paläokarst mitteloxfordischen Alters bei Flintsbach in Niederbayern. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 161 (2): 133-152; Stuttgart.
Gümbel, C.W. v. (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S.; Kassel.
Niebuhr, B. (2014): Lithostratigraphie der mittel- bis oberjurassischen Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – SDGG, 83: 73-82; Hannover.
Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.
Unger, H.J. (1984): Geologische Karte von Bayern 1 : 50.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. L 7544 Griesbach im Rottal. – 245 S.; München.
Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:28:11.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID