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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Usseltal-Formation
ID: 4012063
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Fesefeldt (1962)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Untertithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Tagmersheimer Bänke, Spindeltalschiefer, Gansheimer Zwischenkalke, Usseltalschiefer (Fesefeldt 1962); Usseltal-Schichten (Malm Zeta 4) (Mittlere Untertithon-Schichten), Tagmersheimer Schichten (Malm Zeta 4a), Spindeltal-Schichten (Malm Zeta 4b), Gansheimer Schichten (Malm Zeta 4c), Usseltalschiefer (Malm Zeta 4d), (Streit 1978); Usseltal formation Tagmersheim member, Spindeltal member, Gansheim member, Störzelmühle member (Zeiss 1977); Usseltal-Formation (Niebuhr & Pürner 2014).
Lithologie: Zweimaliger Wechsel von gefleckten Bankkalken mit Plattenkalken. Krumme Lagen treten in den Plattenkalk-Abschnitten auf. Häufig erscheinen schichtparallele, leicht wellige, sich verzweigende und wieder zusammenlaufende, rötliche bis rotbraun gefärbte Lagen, die detritische Quarzkörner der Fein- bis Mittelsand-Fraktion enthalten (Fesefeldt 1962).
Untergeordnete Einheit: Im Gegensatz zur Definition von Niebuhr (in Niebuhr & Pürner 2014) wird hier die Usseltal-Formation in Subformationen unterteilt, weil die vier untergeordneten Einheiten von Fesefeldt (1962) und Streit (1978) als eigenständige (Kartier-) Einheiten angesehen wurden.
Tagmersheim-Subformation (unterer Abschnitt der Usseltal-Formation) – Die ca. 9 m mächtigen hellgrauen, im Allgemeinen Fossilschutt-freien Bankkalke mit Mergellagen haben feine, rötliche und gelbliche Flecken und Linien.
Spindeltal-Subformation – Die 20-30 m mächtigen laminierten Plattenkalke, deren einzelne Flinze von papierdünn bis max. 20 cm reichen können (Streit 1978), sind sehr feinkörnig und eigneten sich zur Herstellung von Lithographiesteinen.
Gansheim-Subformation – Die 13 m mächtigen Gansheimer Zwischenkalke sensu Fesefeldt (1962) haben wellige Schichtfugen und schwanken in ihrer Mächtigkeit schon auf geringe Distanzen beträchtlich; im unteren Profilabschnitt sind die hellen, gefleckten Mikritkalke dünnbankig, werden ins Hangende dann bis zu 0,50 cm dick.
Störzelmühle-Subformation (oberer Abschnitt der Usseltal-Formation) – die bis 16 m mächtigen dunkelgrau bis gelblichgrauen, mergeligen Plattenkalke sind dünnblätterig und lithologisch kaum von der Spindeltal-Subformation zu unterscheiden.
Liegendgrenze: Detrituskalke und -mergelkalke der Großanger-Subformation der Mörnsheim-Formation.
Hangendgrenze: Eintönige Bankkalke der Rennertshofen-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: bis ca. 70 m (Fesefeldt 1962)
Typusprofile, etc.: Typusprofil der Störzelmühle-Subformation der Usseltal-Formation und der Rennertshofen-Formation: ehemaliger Steinbruch Störzelmühle (TK 25: 7231 Rennertshofen). Typusprofil der Usseltal-Formation und der Tagmersheim-Subformation: ehemaliger Steinbruch westlich von Neuburg an der Donau (TK 25: 7232 Burgheim Nord).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Die Usseltal-Formation ist auf den Westen der Südlichen Frankenalb zwischen dem Nördlinger Ries und einer Linie Ingolstadt – Beilngries beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleiche Schichtfazies ist auf der Frankenalb und auf der Schwäbischen Alb nicht erhalten. In der ungeschichteten Fazies finden sich zeitgleich Massenkalke und -dolomite der Oberen Frankenalb-Formation.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung erfolgt mittels Ammoniten und ergibt das mittlere Untertithonium (Mucronatum-Zone; Scherzinger & Schweigert 2003; vgl. Schmid et al. 2005). In der oberen Usseltal-Formation bei Gansheim und Störzelmühle hat Schweigert (2007) den franconicum-Faunenhorizont der unteren Mucronatum-Zone nachgewiesen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte, leicht veränderte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name der Formation bezieht sich auf das Tal der Ussel, einem südlich von Rennertshofen mündenden Nebenfluss der Donau.
Kurzcharakterisierung: Zweimaliger Wechsel von Bank- und Plattenkalken; westliche Südliche Frankenalb; mittleres Untertithonium.
Literatur: Fesefeldt, K. (1962): Schichtenfolge und Lagerung des oberen Weißjura zwischen Solnhofen und der Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 46: 80 S.; Erlangen.
Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.
Scherzinger, A. & Schweigert, G. (2003): Ein Profil in der Usseltal- und Rennertshofen-Formation der südlichen Frankenalb (Unter-Tithon). – Zitteliana, A 43: 3-17; München.
Schmid, D.U., Leinfelder, R.R. & Schweigert, G. (2005): Stratigraphy and palaeoenvironments of the Upper Jurassic of southern Germany – a review. – Zitteliana, B 26: 31-41; München.
Schweigert, G. (2007): Ammonite biostratigraphy as a tool for dating Upper Jurassic lithographic limestones from South Germany – first results and open questions. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 245 (1): 117-125; Stuttgart.
Streit, R: (1978): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 7232 Burgheim Nord. – 222 S.; München.
Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 12:28:32.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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