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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ortenburg-Formation
ID: 4012061
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Ammon (1875), revidiert durch Gröschke (1985)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterkimmeridgium (Kimmeridgium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Oberoxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Kieselnierenkalk, Bimammatus-Schichten, Ortenburger Schichten (Ammon 1875; Unger 1984); Kieselnierenkalk der Bimammatus-Stufe (Gümbel 1891); Ortenburg formation (Zeiss 1977); Ortenburg-Formation (Gröschke 1985; Niebuhr 2014).
Lithologie: Gelblich-graue, dickbankige Schwammkalke, die zahlreiche Hornstein-Knollen enthalten (Kieselnierenkalk bei Ammon 1875). Die Bankmächtigkeiten liegen zwischen 0,70-1,20 m. Die oft faustgroßen Hornstein-Knollen sind sowohl unregelmäßig im Kalk verteilt wie auch schichtparallel angeordnet.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Die Hornstein-Führung der Ortenburg-Formation ermöglicht eine deutliche lithologische Abgrenzung zur Hornstein-freien Voglarn-Formation. Zwischen beiden Formationen besteht eine Schichtlücke, die als Paläokarst gedeutet wird (Gröschke & Fay 1981).
Hangendgrenze: Die Hornstein-Führung der Ortenburg-Formation ermöglicht eine deutliche lithologische Abgrenzung zu der Hornstein-freien und mergelig ausgebildeten Söldenau-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: mehr als 48 m (Gröschke 1985)
Typusprofile, etc.: Typusregion: zwischen Straubing und Passau. Typusprofil: Kalkberger Steinbruch nördlich von Voglarn (TK 25: 7445 Ortenburg), Referenzprofile (Gröschke 1985, heute alle mehr oder weniger stark verfallen): Buchberg bei Münster (TK 25: 7041 Münster, Flintsbach (TK 25: 7244 Osterhofen).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Die Ortenburg-Formation ist auf Reliktvorkommen entlang des Donaurandbruches zwischen Straubing und Passau beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: Auf der Frankenalb in Bayern sind die Dietfurt-, Hartmannshof- und Feuerstein-Formationen zeitgleich (Niebuhr & Pürner 2014). Auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg sind die Nerineenkalk-, Impressamergel- und Wohlgeschichtete Kalk-Formationen zeitgleich. Das Riffwachstum der Massenfazies der Frankenalb-Formation in Bayern und der Lochen-Subformation in Baden-Württemberg setzt sich fort.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das Oberoxfordium bis untere Unterkimmerigdium (Bimammatum- bis Planula-Zone). Die Schichtlücke zwischen Voglarn- und Ortenburg-Formation fällt in das obere Mitteloxfordium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name der Formation bezieht sich auf Markt Ortenburg, Landkreis Passau, Regierungsbezirk Niederbayern (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Dickbankige Schwammkalke mit vielen Hornstein-Knollen; ehemals lithostratigraphisch „Kieselnierenkalk“; Relikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern); Oberoxfordium bis unteres Unterkimmeridgium.
Literatur: Ammon, L. v. (1875): Die Jura-Ablagerungen zwischen Regensburg und Passau. Eine Monographie des niederbayerischen Jurabezirks Keilberger Jura. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Beziehungen zum Frankenjura. – x +200 S.; München.

Gröschke, M. (1985): Stratigraphie und Ammonitenfauna der Jurarelikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – Palaeontographica, A 191: 1-68; München.

Gröschke, M. & Fay, M. (1981): Ein Paläokarst mitteloxfordischen Alters bei Flintsbach in Niederbayern. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 161 (2): 133-152; Stuttgart.

Gümbel, C.W. v. (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S.; Kassel.

Niebuhr, B. (2014): Lithostratigraphie der mittel- bis oberjurassischen Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – SDGG, 83: 73-82; Hannover.

Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.

Unger, H.J. (1984): Geologische Karte von Bayern 1 : 50.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. L 7544 Griesbach im Rottal. – 245 S.; München.

Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 14.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.10.2015
Änderung Datensatz: 04.11.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:20:02.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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